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Tonträger-Review
 
A Frames - Black Forest

A Frames - Black Forest
Sub Pop/Cargo
Format: CD

Die Band A Frames aus Seattle gründete sich in den 90er Jahren und klingt, als sei sie da eigentlich schon mindestens 10 Jahre zu spät dran gewesen. Ihre funky Mischung aus düsteren Texten und gehacktem Wave hätte schon zu Beginn der 80er jedem Chaoten-Punk das Wasser ins Gesicht getrieben. "Black Forest" ist ihr drittes Album und das erste beim Sub Pop-Label. Es hilft ungemein, wenn man mit Bands wie Palais Schaumburg oder den Einstürzenden Neubauten und mit einer gewissen Zurückgeworfenheit auf klaustrophobische Gedankengänge angenehme Gefühle verbindet - dann wird man auch die Idiosynkrasie von "Black Forest" zu schätzen wissen. Es kickt nämlich schon erstaunlich, was man hier hört. Und die Melodie, die man vorgeblich zu verweigern scheint, kommt über Umwege immer doch noch gerade richtig. Eine Mischung aus kaltem Chrom und weichem Plüsch überzieht diese Songs, deren Lyrics noch dazu stilecht kryptische Geschichten erzählen wie zum Beispiel die polyphone Liebeserklärung an die Lehrerin, von der man lernen kann, wie Schönheit funktioniert.

Irgendwie kaum zu fassen, dass A Frames keine europäische Band sind, wo sie doch so wahnsinnig britisch klingen. Jedenfalls bringen sie unsere absurde Existenz nicht weniger gut auf den Punkt als ein Theaterstück von Ionesco (in der Regie von Sartre, mit Camus an der Lichtmaschine) das könnte. Wer Songs "Eva Braun" oder "Quantum Mechanic" betitelt, muss sich seiner Sache schon sehr sicher sein. Das Label nennt's "postmoderne Bluesballaden für Opfer des Binärcodes". Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen, außer eine verschärfte Hörempfehlung.



-Tina Manske-




 
 
 

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