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Alec Empire - Futurist

Platte der Woche

KW 15/2005


Alec Empire - Futurist
Empire/DHR/Rough Trade
Format: CD

Eine Episode der englischen Comedy-Serie "The Young Ones" heißt "Boredom" - Rick, Vyv, Neil und Mike langweilen sich zu Tode, fangen wie üblich einen Streit an, diesmal auch aus purer Langeweile, bevor Rick feststellt: "Guys! Guys! Look at us, squabbling, bickering, like children. What's happening to us? We never used to be like this!" - Vyv: "Yes, we did." - Mike: "He's right, Rick, we've always been like this." - Rick: "Well, yes, I know, but... But that's exactly my point. Nothing ever changes, nothing ever happens to us." Pause. Vyv: "Monopoly?" Was hat das alles mit der neuen Platte von Alec Empire zu tun? Er sagt selbst über das Album: "To me 'Futurist' sums up my attitude, the music and the need to do something before we all die of boredom." Tja, hätten die Young Ones mal dieses Album gehabt - es hätte Neil von seinen Selbstmordabsichten abgehalten, es hätte Vyv noch einen weiteren Energie-Schub gegeben, wenn er mal wieder mit seinem Schädel ein Haus einreißen will, es hätte der Soundtrack zur Revolution sein können, die sich Rick immer herbeisehnt - und was Mike mit seiner aufblasbaren Freundin zu dieser Musik gemacht hätte, blenden wir mal aus. Langeweile hätte jedenfalls niemand gehabt.

Alec Empire, der mit Atari Teenage Riot den Noise-Punk etablierte, der immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen auf dem Gebiet der elektronischen Musik war, zig Remixe und Kooperationen erfolgreich absolvierte, der Mann hat seine Liebe zur Gitarre wieder entdeckt. Und setzt sie auf "Futurist" neben seinen Texten und der puren Energie in den Mittelpunkt. Der Sound ist verzerrt, wird entweder pur oder völlig effektbeladen durch die Boxen gejagt, Alec selbst hat wie immer viel zu sagen, wie immer auf sehr direkte Weise, seine Stimme wird durch den Verzerrer verstärkt. "Futurist" ist in erster Linie ein Gitarren-Album geworden, immer noch mit viel Punk-Rock und Industrial-Elementen, immer noch mit Botschaften, Aussagen, und Nic Endo setzt ihre Noise-Gebilde zwar dezent aber dennoch höchst effektiv ein. "Futurist" ist spannend, mitreißend, höchst energetisch, subtil, treibend, aggressiv - von Langeweile absolut keine Spur.



-David Bluhm-




 
 
 

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