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Compilation - The Loner - A Tribute To Jeff Beck

Compilation - The Loner - A Tribute To Jeff Beck
ESC Records/Alive
Format: CD

Jeff Beck, der Künstler der Eric Clapton bei den Yardbirds ersetzte, aber das Angebot als Lead-Gitarrist der Stones dankend ausschlug, ist für die meisten Gitarristen DAS Vorbild. Dementsprechend wenig Mühe dürfte es dem kleinen, aber hochfeinen Frankfurter Label ESC Records (u.a.: Randy Brecker, Hiram Bullock, Bill Evans, Frank Gambale, Scott Henderson, Joe Zawinul) gemacht haben, willige Beiträger für dieses schon lange überfällige Tribute-Album zu finden. Dabei wurde anders als bei der '96er Shrapnel-Platte "Jeffology" der besonders interessante Ansatz gewählt, dass entweder Stücke aus dem Kanon des Altmeisters frisch interpretiert oder aber auch durch ganz eigene, von Becks unverwechselbarer Tonzauberei inspirierte Kompositionen sein Einfluss belegt wird.

Das Konzept geht auch bezaubernd auf, beispielsweise liefert Australier Brett Garsed mit Partner TJ Helmerich (u.a. Uncle Moe's Space Ranch) auf ihrem "Viocoden" atmosphärische, meditative und doch virtuose Schwebesounds zwischen Becks "The Final Peace" und Allan Holdsworth. Ray Russell (guit; u.a.: Simon Phillips) entwirft gemeinsam mit Tommy Eyres (key; u.a.: Joe Cocker, Alex Harvey Band, John Martyn, Gary Moore) zarten Pianofiguren eine wunderschöne Winterlandschaft mit den so charakteristischen wie unglaublichen Beckschen Bendings. Scott Henderson war eine besonders nahe liegende Wahl für dieses Album, denn neben Oz Noy und (manchmal) Steve Lukather ist in seinem Spiel u.a. für Tribal Tech wohl der größte Beck-Einfluss zu hören. Für "Song Holy Hall" lässt er die wilden Jazzbreaks aber in der Schatulle und baut erfolgreich nur auf Melodie, furiose Tonentwicklung und enorm spannungsreiche Phrasierung. Henderson lässt seine Gitarre tatsächlich singen - und es ist ein Loblied auf seinen Inspirator. Auch Fish-Klampfer Keith More (ex-Arena) bringt mit "Farewell" Becko ein hörenswertes Ständchen à la "Love Is Green".

Zum Originalmaterial: Stark verfremdend nähert sich der deutsche Jazzgitarrist Alex Gunia (u.a. Groove Cut, Matalex, MHC, Peace, Philipp van Endert, Curt Cress, Randy Brecker) der lieblichen Weise "Cause We've Ended As Lovers", die Beck sich '75 von Stevie Wonder ausgeliehen und verschönert zurückgegeben hatte. Ihre Fassung verleiht der Nummer mit fast klaustrophobischen Beats, Loops und einer böse sägenden Leadgitarre neue, aber interessante Wirkungen.

Richie Kotzen (u.a.: Poison, Mr. Big, Forty Deuce) und Session- und Tourband-Veteran Greg Howe (u.a. Michael Jackson, Justin Timberlake) gehen erheblich werkgetreuer mit der '76er Max Middleton-Komposition "Led Boots" und deren Funkfeuerwerk um. Das Fernando Pareta Trio hat sich den wunderbaren, federleichten Blues "Brush With The Blues" von Hymas / Beck für eine respektvolle Verbeugung ausgesucht. Das Fusion-Gericht "Star Cycle" setztt hier statt Komponist Jan Hammer Derek Sherinian (ex-Dream Theater, Planet X) an, während oben schon erwähnter "Luke" Lukather an den sechs Saiten songdienliche, relative Zurückhaltung übt. Aus der selben Ära stammt der "Blue Wind", den hier Niacins John Novello aus wärmeren Hammond- / Leslie-Richtungen als im Original wehen lässt. Dabei brilliant wie meist: Billy Sheehan am Bass. Ergibt in Summe ein rundum empfehlenswertes Album von Gitarristen für Gitarristen.



-Klaus Reckert-



 
 
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