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Metric - Live It Out

Platte der Woche

KW 18/2006


Metric - Live It Out
L'Age D'Or/SPV
Format: CD

Wer es noch nicht bemerkt haben sollte: Kanada ist momentan das Land, aus dem die aufregendsten Acts kommen. Bands nämlich, die sich einen feuchten Kehricht um Konventionen oder Moden scheren - dafür aber mit einem geradezu überbordenden Reservoir an Ideen aufwarten: The New Pornographers, Broken Social Scene, Stars, Arcade Fire - das sind alles Protagonisten dieser "Szene". Metric aus Toronto gehören zweifelsohne in diese Kategorie. Die Band, die sich auf ihrer Website nicht ganz falsch, aber auch nicht ganz erschöpfend "Harmonic Rockband" nennt (und die bereits in Oliver Assayas Film "Clean" ein eindrucksvolles Beispiel ihrer Live-Dynamik zeigte), legt mit ihrer zweiten Scheibe, "Live It Out", nun schlicht und ergreifend ein lupenreines Meisterwerk vor. Wie o.a. Acts auch machen Emily Haines und ihre Jungs nicht wirklich irgend etwas Neues - nur alles richtig.

Alleine der Opener, "Empty", ist ein Musterbeispiel für einen originellen Rocksong, der alles hat, was das Genre hergibt: Dramatik, Pathos, Herz, einen Mörder Refrain, eine Killer Hookline, ein total kaputtes Gitarrensolo und einen Aufbau, der auch nach 50 Jahren Rock'n'Roll-Klischees noch überraschen kann. Im Folgenden breiten Metric die ganze Palette dessen aus, was zwischen Rock, Pop und einer Prise Punk-Attitüde möglich ist - und das mit einer fast greifbaren Präsenz und Energie. Unwillkürlich fühlt man sich bei einigen Passagen an die besten Momente einer anderen Band erinnert, die dieses Genre in den 70ern prinzipiell erfand: Blondie. Das soll aber nicht heißen, dass Metric irgendwie kopieren - auch nicht, wenn alle Querverweise, die die Musik des Quartetts zweifelsohne enthält, einbezogen werden. Metric gelingt es lediglich, aus einer gesunden Mischung von Rock-Riffs, Keyboard-Sprengseln, Disco-Rhythmen, Punk-Akkorden, New Wave-Ästhetik, blumig-agitatorischen Texten und immer wieder Emilys markanter Gesangsstimme einen sympathisch eigenständigen Cocktail zu mixen, der die "Anything Goes"-Mentalität von Acts wie eben Blondie zeitgemäß in die Jetzt-Zeit transplantiert. Und das ist auch die Spezialität, die die Creme der kanadischen Liga verbindet. Und Metric setzen sich mit diesem Album definitiv an die Spitze der Bewegung!



-Ullrich Maurer-




 
 
 

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