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Soft Hearted Scientists - Uncanny Tales From The Everyday Undergrowth

Platte der Woche

KW 08/2007


Soft Hearted Scientists - Uncanny Tales From The Everyday Undergrowth
My Kung Fu/Rough Trade
Format: CD

Diese wunderbare Band aus Wales lässt die Tales of Mystery and Imagination wieder neu auferstehen - dieses Mal allerdings ist nicht Edgar Allen Poe der Autor, sondern unsere eigene Fantasie. Und die ist reich, unendlich viel reicher als uns das blau flimmernde Auge des abendlichen Fernsehers weis machen will. Daher sollte man sich ruhig fallen lassen und auf die Reise gehen, auf eine Reise in drei Teilen, während der man lustigen Tieren begegnet und verwunschenen Orten in Nordwales, die einen gar nicht mehr hergeben wollen, und grimmigen Menschen mit Kronen auf den Köpfen. Die Musik der Soft Hearted Scientists soll sich, wenn alles nach Plan läuft, anhören "wie der Klang von Sternen, die aus einem Zauberstab fliegen".

"Uncanny Tales From The Everyday Undergrowth" vereinigt zwölf Songs, die in Form von drei EPs bereits früher veröffentlicht wurden und viel Beachtung erlangten. Wieviel schöner aber ist es doch, diese Geschichten jetzt an einem Stück zu hören. Solche Alben widerlegen aufs Geradlinigste den Glauben, dass Langspielplatten in Zeiten von MySpace und iTunes nicht mehr funktionierten. Die Musik erinnert natürlich an die Flaming Lips und manchmal auch an die genialen Momente eines Moondog - wer unbedingt eine Schublade aufmachen will, der ziehe an der mit der Aufschrift "New Folk" (Hauptsache, man macht sie wieder zu, ohne die Band darin einzusperren).

Warum nur sind wir erstaunt, wenn uns unsere Träume einholen, fragen die Soft Hearted Scientists ganz zurecht im Opener "Mount Palomar". Viel besser ist es doch, sich am Ende zu fragen, warum man sich ständig an die häufig frustrierende Realität klammern soll. Und dann einfach loszulassen. Großes Album. Und allein für die Zeilen aus "Brother Sister", die das deutsche Kinderlied "Wie schön, dass du geboren bist" ins Englische übersetzen und daraus einen herzbrechenden Song machen, haben diese weichherzigen Wissenschaftler jeden Respekt verdient. Auf der MySpace-Seite der Band kann man übrigens die neue Single "Siberia" hören, die auf dem Album noch gar nicht enthalten ist.



-Tina Manske-




 
 
 

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