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Jorn - Unlocking The Past

Jorn - Unlocking The Past
Frontiers/Soulfood
Format: CD

Gleichzeitig mit der Best Of-Compilation aus seinem Soloschaffen ("The Gathering") hat Reibkehlchen Jorn Lande auch seine private Schatzkiste für das Label Frontiers und damit auch für die Fans geöffnet: Geboten werden hier knapp 50 Minuten bislang meist unveröffentlichter Cover-Versionen von Bands / Sängern, die sämtlich wohl als Vorbilder für das norwegische Sangestalent gelten können. Und deren Interpretationen somit natürlich auch zum Prüfstein geraten.

Das kann mal so und mal so ausfallen. Liefert der Interpretationsvergleich für das eröffnende "On And On" (Gary Barden für die Michael Schenker Group) noch so etwas wie ein Unentschieden auf und kann Jorn beim Ringen mit seinem wohl größten Vorbild David Coverdale ("Fool For Your Loving") noch zumindest Punkte für die perfekte Stimmenimitation einfahren, so hätte er von einigen der folgenden Ikonen vielleicht doch besser zurückschaudern sollen: Etwa Jorns Fassung von "Cold Sweat" (Phil Lynott / Thin Lizzy) ist zwar ambitioniert produziert, zieht aber das drogenverseuchte Biest von einer Rocknummer sehr viel mehr ins Melodic-Genre, als der das gut tut oder irgendjemand gefallen könnte. Auch "Lonely Is The Word" versucht und überhebt sich nun just an einer Phase, in der die meist ja absurd lächerlichen Black Sabbath gerade einmal konkurrenzlos gut waren - mit einem Ronnie James Dio, der sich damals - vermutlich buchstäblich - die Seele aus dem Leib sang.

Weiter: "Burn" der Deep Purple-Mk. II-Besetzung ist fraglos ein Hammersong, fraglich aber ist, was diese Version beispielsweise den späteren, inkommensurablen Neuinterpretationen von Glenn Hughes hinzufügen möchte. Auch die Referenz für Rocksänger seit dem ersten Free-Album, Paul Rodgers, ist selbst für einen Jorn und selbst bei einem so simpel gestrickten Liedchen wie "Feel Like Making Love" von Bad Co. noch ein etwas gefährliches Terrain, denn so überzeugend Jorn druckvoll rocken kann, so sehr bröckelt hier sein Vortrag ab, wenn es um die sanften und die Zwischentöne geht. Um das zu überspielen, wird dann die ursprüngliche Akustik-Ballade in der zweiten Hälfte hier noch in ein Hardrock-Inferno verwandelt.

Trotz der Einzelkritik: "Unlocking The Past" ist eine spannende Auseinandersetzung eines großartigen Sangestalents mit seinen teils übertroffenen, teils nun wirklich schwer erreichbaren Vorbildern. Und gibt überdies in just dieser Zusammenstellung einen sagenhaften Party-Soundtrack ab.



-Klaus Reckert-




 
 
 

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