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M.I.A. - Kala

M.I.A. - Kala
XL Recordings/Beggars Group/Indigo
Format: CD

Maya Arulpragasam aka M.I.A. is coming back with Power Power! Ihrem Debüt "Arular" konnte jeder was abgewinnen - solchen Sound hatte man bisher noch nicht gehört, diese Mischung aus Worldpop, Garage, HipHop und Grime, fette Beats inklusive und politische Aussagen gleich dazu. Ein Einwandererkind aus Sri Lanka mit Terror-Hintergrund in den Ghettos von London: Das ergab einen guten Nährboden für Geschichten, wie sie die globalisierte Gesellschaft gerne hört, solange sie sich hinterher bedenkenlos wieder ihr Schnitzel am heimischen Herd braten kann. M.I.A. allerdings will es niemandem leicht machen. "Kala" entstand auf der Reise, und man erkennt leicht die Stationen wieder. Das wunderbare "Hussel" verbeugt sich vor Afrika (Gast bei diesem Song ist Afrikan Boy), "Jimmy" ist Indien in Vollendung, "Mango Pickle Down River" bringt das diavortragsfreie Australien ins Wohnzimmer (Gast hier: The Wilcannia Mob, eine Truppe von Aboriginees), selbst der allgegenwärtige Timbaland ist vertreten (beim abschließenden "Come Around"). Bei "Paper Planes" verwendet M.I.A. Samples von The Clash und macht Maschinengewehrsalven daraus... So ins Unerhörte gewendet erhält Musik aus aller Welt endlich den Stellenwert, den sie abseits von der Wiederholung kolonialistischer Stereotypisierungen verdient.

Wer das immer noch nervig und over the edge findet und nicht wenigstens eine halbe Nacht dazu durchtanzen will, dem ist sowieso nicht zu helfen. Und wer hier den Kitsch aus Bollywood heraushören will, der denke lieber nochmal nach - dieser Vergleich würde nur stimmen, wenn in Bollywoodfilmen ausgeflippte Schwarze ihre Maschinengewehre laden würden und schon in der Anfangssequenz eine der mitspielenden Frauen ihrem Mann kräftig in die Eier träte, nachdem sie die Wohnung in allen verfügbaren grellen Farben angemalt haben. Sowas passiert da aber nicht, und nur weil M.I.A. durchaus auch mit den Klischees und den Harmonien ihrer Aufenthaltsorte spielt und in Studios aufgenommen hat, die normalerweise für Bollywoodproduktionen vorbehalten sind, heißt das noch lange nicht, dass sie brav geworden ist. Im Gegenteil: "Kala" führt das Phänomen M.I.A. auf eine noch höhere Ebene. Großartig.



-Tina Manske-




 
 
 

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