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Rilo Kiley - Under The Blacklight

Rilo Kiley - Under The Blacklight
Warner Music
Format: CD

Natürlich wäre es vermessen, von seinen Lieblingsbands zu fordern, dass sie sich nicht weiterentwickeln. Auch wenn ihnen - wie Rilo Kiley vor fünf Jahren mit "The Execution Of All Things" - ein Album gelungen ist, dass so perfekt ist, dass man sich beim Hören wünscht, die Zeit möge stehen bleiben. Zwei Alben später sieht die Realität leider anders aus. Rilo Kiley haben ein Konzeptalbum über die dunklen und verruchten Seiten von L.A. gemacht. Als Unterstützung im Studio haben sie Produzenten engagiert, die auch schon für Jay-Z und Dr. Dre verantwortlich waren. Das kann funktionieren, muss aber nicht.

Zwei Lieder lang ahnt man noch nichts Böses: Bis auf einige platte Textzeilen über käufliche Liebe ("Funny thing about money for sex, you might get rich but you die by it") sind "Silver Lining" und "Close Call" durchaus typische Rilo Kiley Stücke. Mit der ersten Singleauskopplung "The Moneymaker" geht es dann aber schnell in eine andere Richtung. Das durchaus gelungene Gitarrenriff scheint wichtiger zu sein als die Text, die Musik kann man sich ebenso als Hintergrundmusik zum lasziven Ausziehen in einem Stripclub vorstellen. Das passt sicherlich zum Albumkonzept, aber passt es auch zu Rilo Kiley? Richtig schlimm wird es mit dem nächsten Lied "Breakin' Up". Eingängig bis die Gehörgänge verkleben, eine auf Teufel komm raus glatt polierte Oberfläche, trotz der Unterstützung einiger Soulladies im Hintergrund aber leider vollkommen seelenlos. Willkommen in der neuen Welt von Rilo Kiley.

"Dejalo" erinnert an die tanzbaren 80er-Jahre Hits von Gloria Estefan. Ein Refrain in schlechtem Spanisch und lässig dahingesungenen Verse wie "My mama is an atheist, if I stay out late she don't get pissed" sorgen für eine willkommene Abwechslung. Wenn schon Pop, dann aber auch richtig! Auch das letzte Lied "Give A Little Love", bei dem Jenny Lewis schließlich nur noch von Synthesizern und Drumcomputern unterstützt wird, zeigt: Man kann mit "Under The Blacklight" eine Menge Spaß haben, wenn man kurzzeitig vergisst, dass es sich hierbei um das neue Rilo Kiley-Album handelt. Denn so oberflächlich die Umsetzung der Lieder auch manchmal erscheinen mag, hat das Album durchaus gute Momente, und mit ihrer Version von radiotauglicher Popmusik werden Rilo Kiley sicherlich jede Menge neue Freunde dazugewinnen. Ansonsten bleibt das ungute Gefühl, dass dieses Werk eine ungeheure Verschwendung an Talent ist. Manchmal sollte man wissen, wann der richtige Zeitpunkt ist, sich von einer lieb gewonnenen Band zu verabschieden. Wir wünschen Rilo Kiley für ihren weiteren Werdegang alles Gute.



-Christina Ocklenburg-


"The Moneymaker" (Video)


 
 
 

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