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Grace Jones - Hurricane

Grace Jones - Hurricane
Wall Of Sound/Rough Trade
Format: CD

60 Jahre ist sie mittlerweile alt, und trotzdem man Grace Jones bei dieser unnachahmlichen Karriere (die dann plötzlich vor ca. 19 Jahren abbrach) so ziemlich alles zutraut, hätten nicht viele mit diesem fulminanten Comeback gerechnet: "Hurricane" ist ein perfekt produziertes Popalbum geworden, mit Songs, die die Diva ganz auf ihrer stimmlichen und charismatischen Höhe zeigt.

"She eats Madonna for breakfast!", steht denn auch als Kommentar bei YouTube unter dem Video zu "Corporate Cannibal", dem momentan einzigen ernstzunehmenden Antikapitalismus-Popsong. Dunkel und dräuend raunt Jones in typischer Singsprech-Manier ihre Sätze dem Hörer ins Ohr: "I'm a corporate cannibal, digital criminal / eat you like an animal" - wer noch Zweifel hatte daran, dass Jones immer noch übermächtigen Sexappeal besitzt, der darf sich jetzt schämen. Die Musik findet sich dort wieder, wo Jones Ende der 80er-Jahre plötzlich verschwand - Reggae als Grundgerüst, dazu viel elektronische Spielerei und analoge Instrumente, die gern auch von der Verwandtschaft und natürlich guten Freunden bedient werden, Brian Eno und Tricky dürfen Backing Vocals beisteuern. Und wenn Grace Jones zusammen mit ihrer Frau Mama ein kurzes "Amacing Grace" anstimmt, dann hat das gar nichts Lächerliches oder gar Überhebliches, sondern passt zu einer Frau, die ihre natürliche Würde als Künstlerin selbst dann nicht verlor, als sie für eine Autowerbung ihren Mund zu einem Garagentor umfunktionieren ließ. Es bleibt dabei: Niemand ist so verdammt arschcool wie diese Musikerin, und das auf wieder mal hohem künstlerischen Niveau.



-Tina Manske-




 
 
 

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