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Tonträger-Review
 
Tovah - Escapologist

Tovah - Escapologist
Lola/Alive
Format: CD

Für Menschen, die den visuellen Stimulus suchen, ist das Debütalbum der Sängerin Tovah ein Leckerbissen: Aufwendiges Booklet, schöne Fotografien, interessantes Bildkonzept. Kein Wunder, denn Tovah (im Hebräischen die weibliche Form für Gott) ist diplomierte Designerin. Für Leute, die mehr auf ausgesuchte Hörerlebnisse stehen, tut sich bei "Escapologist" aber leider schon nach kurzer Zeit eine gewisse gähnende Leere auf. Zwar verfügt die junge Dame über eine einnehmende sanfte Stimme, die den Songs zwischen Weichspül-Pop, Jazzanleihen und elektronischen Möchtegern-Experimenten ganz gut ansteht, aber sie ist halt doch im Herzen keine Rockerin, sondern ein braves Schwarzwaldmädel.

Und, man muss es sagen: Es ist immer wieder eine Gratwanderung, wenn deutsche Musiker die englische Sprache für ihren Ausdruck suchen. Tovah ist nämlich weder Björk noch Róisin Murphy, wie der Waschzettel lau zu behaupten versucht. Sie kommt noch nicht mal in deren Nähe. Daran ist zum einen die typisch deutsche Überbetonung der englischen Vokabeln schuld, zum anderen war man mit der Produktion schlecht beraten. Die Songs sind so überkleistert worden mit Zucker und Zimt, dass man die hehren Ziele, die am Anfang des Kompositionsprozesses geherrscht haben mögen, schon längst nicht mehr erkennt. Als hätte Michael Cretu eine riesige, eklige Teigschüssel darüber ausgeleert, fett und nach nichts schmeckend. Produzent Markus Reuter hat ganze Arbeit geleistet, die am Klavier entstandenen Kompositionen Tovahs zu zerlegen und neu zu arrangieren - nur kann man sie jetzt nicht mehr hören, ohne an Auftritte in Einkaufszentren zu denken.



-Tina Manske-




 
 
 

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