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...AND YOU WILL KNOW US BY THE TRAIL OF DEAD
 
Weltuntergangsrock
...And You Will Know Us By The Trail Of Dead
Ihr erstes, selbstbetiteltes Album hat in Europa kommerziell gesehen nicht gerade Bäume ausgerissen, aber Ende letzten Jahres konnte man zumindest in ihrer Heimatstadt Austin, Texas, schon spüren, dass sich hinter den überschwänglichen Lobeshymnen auf "Madonna", dem zweiten Album von ...And You Will Know Us By The Trail Of Dead, mehr als nur ein lokaler Hype verbarg. Als dann der englische New Musical Express zur Jahreswende die vier Amerikaner zu den Rettern des Rock erkor, obwohl sie damals noch nicht einmal einen geregelten Europa-Vertrieb hatten, wurde plötzlich auch das Interesse in Kontinentaleuropa immer größer. Aber obwohl Trail Of Dead mit - und auf spezielle Einladung von - Mogwai tourten, dauerte es bis zur Popkomm Mitte August, bis auch das deutsche Publikum endlich von der Großartigkeit der Texaner überzeugt war.
"Ja, die Show in Köln bei der Popkomm war schon ein ganz besonderes Ereignis für uns", erklären Kevin Allen, Neil Busch und Jason Reece vor ihrer Show im Dortmunder FZW beim Interview mit der Gästeliste unisono, während Conrad Keely im Tourbus schläft und von so weltlichen Dingen wie Presseterminen nichts wissen will. "Das war unsere allererste Show in Deutschland und alleine das war schon ziemlich aufregend. Wir hatten Tocotronic schon vorher in Austin kennengelernt [bei der "US-Popkomm" SXSW] und deshalb sind wir uns nicht ganz so verloren vorgekommen. Es war nur seltsam, dass wir gleich bei unserem ersten Auftritt hier vor 2000 Leuten gespielt haben. Das hatte natürlich auch etwas Gutes für sich. Normalerweise fängst du ganz unten an und es dauert lange, bis die Leute überhaupt etwas von dir mitbekommen. Das war gleich ein Start mit einem großen Bang: 'Hier sind wir, take it or leave it'. Und an dem Abend scheinen uns ziemlich viele Leute wirklich gut gefunden zu haben."

Seien wir mal ehrlich, es ist nicht besonders schwer, Trail Of Dead zu lieben. Zwar erfinden die vier den Rock N Roll nicht neu, spielen ihren Streifen aber so unprätentiös herunter, dass es eine wahre Freude ist. Die Gitarren sind bis zur Unkenntlichkeit verzerrt, das Schlagzeug knallt rein, als würde es kein Morgen geben und der Sänger klingt wie der Reiter der Apokalypse. Trail Of Dead sind weder Indie-Rock noch Punk, noch Heavy Metal, noch Postrock. Eher schon MC5 für's neue Jahrtausend und auch Sonic Youth müssen vor Urzeiten live ähnlich aufregend wie die Texaner heute gewesen sein.

...And You Will Know Us By The Trail Of Dead
"Ich denke, dass es heute nur noch im Untergrund interessante Ideen und Impulse für jegliche Art von Kunst gibt. Trotzdem muss man auch den Punkt erreichen, an dem man seine Ideen nach Außen trägt. Wenn man für immer im Untergrund bleibt, tritt man letztendlich auf der Stelle", erklärt Neil, und Jason fügt an: "Ein gutes Beispiel für eine Band, die nicht so undergroundig hätte bleiben sollen, sind Bikini Kill. Sie hätten definitiv die Chance gehabt, ihre Botschaft einem größeren Publikum rüberzubringen. Sie hätten vielleicht sogar einen Majorvertrag unterschreiben können und das Geld für sich arbeiten lassen können, aber sie wollten lieber bei Kill Rock Stars bleiben und so das Label unterstützen. Aber ich denke nicht, dass das ihrer Message viel genützt hat."

Nicht nur musikalisch, auch im Umgang mit dem Publikum sind Trail Of Dead sehr bodenständig. Während andere Bands sich von hochbezahlten Designern glitzernde Homepages gestalten lassen, die einzig und allein dem Zweck des multimedialen Product Placements dienen, versuchen die Texaner auf sehr persönliche Weise über ihre Website Kontakt zu Fans und Freunden zu halten. "Wir haben die Site schon, seit wir angefangen haben, und einige Seiten sind auch seitdem nicht mehr überarbeitet worden", erzählt Kevin grinsend, und Neil erklärt: "Das Internet gibt wirklich fast jedem die Chance, mit uns in Kontakt zu treten. Manche Leute schicken uns sogar Remixes unserer Songs, die sie zu Hause zusammengebastelt haben. So etwas ist großartig. Du triffst Leute, gerade aus Europa, über's Internet, ohne sie jemals zu Gesicht zu bekommen haben, und auf einer Tour wie dieser ist es dann besonders cool, wenn man diese Leute persönlich trifft und irgendwas mit ihnen unternehmen kann. Vor allem für eine Band, die so oft auf Tour ist wie wir."

...And You Will Know Us By The Trail Of Dead
Apropos Tour. Die Europadaten mussten ein paar Wochen nach hinten verlegt werden, weil Trail Of Dead in San Antonio, nur ein paar Autostunden von ihrer Heimatstadt entfernt, unlängst bei einem Konzert auf der Bühne angegriffen wurden. Die Show endete im totalen Chaos, die vier verteidigten sich mit ihren Instrumenten gegen die Angreifer und ergriffen dann die Flucht. Mal abgesehen davon, dass man ihren Händen und Armen noch heute die Kampfspuren ansehen kann, stand die Gruppe plötzlich ohne Equipment da..."San Antonio...autsch!" grinst Jason. "Remember The Alamo! Ich habe gerade in einem Buch gelesen, wenn bei einem Texaner etwas schiefläuft, dann im großen Stil. Wenn wir Glück haben, dann so richtig, wenn wir Pech haben, geht wirklich alles daneben. Und immer, wenn etwas daneben geht, solltest du dich an The Alamo erinnern, denn da ging es ja bekanntlich auch um eine herbe Niederliege."

Zu guter Letzt teilt sogar Conrad Keely noch seine Gedanken mit der Gästeliste, und zwar schriftlich und unübersetzbar. Er schreibt: "If elected, I resolve to ban Christianity and stoplights to return Arizona to the Native Americans, make wide bandwidth modems mandatory, and kill the rich. If not elected, I will kill you".

Noch Fragen? And you WILL know them by the trail of dead!

Weitere Infos:
www.trailofdead.com
Interview: -Carsten Wohlfeld-
Fotos: -Stefan Claudius-
...And You Will Know Us By The Trail Of Dead
Aktueller Tonträger:
Madonna
(Domino Records/Zomba)


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