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SPITTING OFF TALL BUILDINGS
 
Macht Lärm!

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Spitting Off Tall Buildings
Es hat eine EP und zig Konzerte gedauert, nun ist es also soweit - die Berliner Combo Spitting Off Tall Buildings veröffentlicht ihr Debüt-Album. Dem aufmerksamen Leser dieser Seiten dürfte in den vergangenen 17 Monaten nicht entgangen sein, dass wir jedem Menschen mit einem Faible für energetische Rock-Musik diese Band nahegelegt haben. Jana, Paule, Greg, Andre und Niels haben alles, was sie vor allem durch die vielen Gigs gelernt haben, in den Sound der Platte gesteckt und dabei herausgekommen ist eine herrlich rotzig-frische Angelegenheit, die mit Punk, Rock, Krach, Pop und Melodien zu tun hat. Da wir in der Vergangenheit bereits viel über die Band erzählt haben, halten wir uns diesmal eher zurück und überlassen den Spits das Wort. Und nicht vergessen, wenn die Band demnächst auf der Bühne um die Ecke steht: Macht Lärm!


Melodien statt nur Krach

Paule: "Als wir angefangen haben, wollten wir ein Maximum an Energie erzeugen und haben gedacht, das tut man am besten so, dass man immer volle Pulle die ganze Zeit draufprügelt - dabei haben wir aber vergessen, dass sowas die Leute nach 15 bis 20 Minuten extrem nervt! Und uns selber auch. Dann haben wir auch noch festgestellt, dass laute Stellen viel besser rüberkommen, wenn es vorher eine ruhige Stelle gegeben hat, das hört man auf der Platte auf jeden Fall auch."

Jana: "Das war aber auch eine natürliche Entwicklung, denn mit der Zeit will man einfach mehr machen, kompliziertere Sachen ausprobieren und man traut sich einfach mehr zu..."

Zwei Bässe

Paule: "Wir waren für Mclusky als Support auf Tour, und als wir wieder zurück waren, ging uns dieser Bass-Sound nicht mehr aus dem Kopf - da stellte sich die Frage, wie wir sowas hinkriegen könnten. Wir haben versucht, ein Distortion-Pedal vor Andres Bass zu packen, aber das hat alles nicht so geklungen, dann habe ich einfach meinen Bass in den Gitarren-Verstärker gesteckt, voll verzerrt gespielt und das kam der Sache relativ nahe. Dann haben wir mit zwei Bässen gespielt und das war dann richtig gewaltig! Seitdem benutzen wir das des Öfteren."

Andre: "Das war aber auch generell mit Mclusky ein unglaublich inspirierendes Erlebnis, das war menschlich der Hammer und musikalisch sowieso."

Paule: "Wir haben schon viele Support-Shows gespielt, aber mit denen war es einfach ein Highlight. Einfach auch zu sehen, dass selbst bei der ganzen Qualität, die sie haben, sie auch nur Menschen sind und wenn der Club nicht so mitgeht, dann gehen die halt auch nicht so ab."

Das Produzenten-Team Moses Schneider / Gordon Raphael

Paule: "Moses ist echt ein Glücksfall für die Band, er macht es einem extrem einfach, irgendwie alles zu geben und er pusht die Band halt auch. Er steht dann hinter der Scheibe im Studio, hat die Arme in der Luft und geht voll ab. Dann denkst du, das war d e r Take und dann kommt er an und meint 'Das könnt ihr noch besser!' Dann müssen wir halt nochmal ran. Aber das war schon okay, und auch schon professionell von Moses, so mit uns zu arbeiten. Wir haben natürlich auch versucht, es ihm leichter zu machen, aber es hat schon etwas gedauert, bis wir alles reingeknüppelt hatten."

Jana: "15 Songs in sechs Tagen - das hat jetzt nicht so lange gedauert wie bei manch anderen Bands. Bei 'Questions & Answers' habe ich echt nur einen Take gesungen, und Moses und Gordon meinten: 'That was great!!!' Ich war mir zuerst nicht so sicher, denn die Aufnahme beginnt doch recht schief, aber ist das dann doch irgendwie charming."

Paule: "Moses hat mal in New York gelebt, dort auch Sachen aufgenommen und hat lustigerweise das Studio mit Gordon Raphael geteilt. Beide waren damals totale No-Names, und Gordon ist ja dann durch die Strokes bekannt geworden, Moses durch Beatsteaks und Tocotronic. Wir haben Moses halt gefragt, ob er einen englischsprachigen Produzenten kennt, der evtl. die Vocals ein bisschen überwacht, weil wir die Platte ja auch hoffentlich international veröffentlichen, und dann kam er mit Gordon Raphael an! Wir haben echt lange nicht daran geglaubt, dass er wirklich kommt, aber dann war er tatsächlich da und ein sehr angenehmer Typ."

Jana: "Gordon ist ein ganz toller Mensch - wenn er ins Studio reinkommt, verbreitet er sofort good vibes. Dann sitzt er manchmal irgendwo in der Ecke und checkt seine eMails und du denkst, er hört gar nicht zu, und dann dreht er sich plötzlich herum und fragt: 'What did you sing on that one line? You wouldn't really want to say that - I think you would just...' Wir hatten nicht viel an den Texten oder der Aussprache zu ändern, aber es hat so zwei bis drei Stellen gegeben, an denen er mich echt getriezt hat. Zum Beispiel bei 'You Want Some' gibt es die Stelle 'Give me a shot!' - er hat immer 'Give me your shirt!' verstanden! Die Stelle haben wir zigmal aufgenommen, bis er zufrieden war..." [Gaesteliste.de hört dennoch bis heute "Give me your shirt!"...]

Paule: "Es gab ein paar Sachen, wo er sagte, dass es grammatikalisch in Ordnung wäre, aber so würde keiner reden. Trotzdem wäre es ja nicht so gut, wenn auf der Platte dann zwei oder drei solcher Dinge wären, wo sich die Amis z.B. denken: 'Hm, funny Germans.' Es ging ja auch nicht darum, dass wir uns jetzt irgendwelche Akzente antrainieren, sondern dass es einfach gut klingt, auch wenn da vielleicht ein deutscher Akzent enthalten ist."

Spitting Off Tall Buildings
Entscheidung, welche Songs von der EP auf die LP mitgenommen werden sollen

Paule: "Ja, da hat es schon einigen Diskussionen gegeben - letztendlich sind es mit 'You Want Some' und 'Yuppie Scum' zwei Stücke geworden. 'You Want Some' haben wir als Band - die Jungs jedenfalls - eigentlich schon abgehakt, haben wir ja schon aufgenommen, ist erledigt, nehmen wir etwas anderes, wir haben ja noch mehr Songs. Jana hat sich dann vehement für diesen Song eingesetzt. Erstaunlicherweise verlief die Auswahl der Songs für die Platte doch relativ glatt - da hatten wir uns im Vorfeld schon deutlich schlimmere Situationen ausgemalt. Aber dieser Song musste dann eben sein, und wir haben dann die Lösung darin gefunden, dass wir den Song etwas verändern - so spielen wir ihn auf der Platte anstatt mit zwei Gitarren dann mit zwei Bässen, und wir haben noch einen absoluten Noise-Part mit reingebracht, wo sich unser Teufels-Gitarrist Greg extrem auslebt."

Spielzeit der Platte 31:42

Paule: "Es ist unser erstes Album, und wir hatten beschlossen, es wie eine Live-Performance klingen zu lassen. Wir spielen live bislang auch nur kurz über eine halbe Stunde, und gute Alben von z.B. The Hives und The Strokes sind alle genauso lang wie unseres und da hat sich auch niemand beschwert. Ich finde es als Käufer auch echt besser, wenn ich eine Platte kaufe, wo die essentiellen Sachen drauf sind wie bei den Hives oder so. Dann sind die Songs eben alle gut und ich kann das Album komplett durchhören, und nicht wie bei den Distillers, wo nur noch Feedback kommt, nur um die 78 Minuten auszuschöpfen. Heutzutage ist man ja bei der Aufmerksamkeitsspanne der Leute schon froh, wenn sie es schaffen, eine Platte komplett durchzuhören."


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Weitere Infos:
www.spittingofftallbuildings.com
Interview: -David Bluhm-
Fotos: -Erik Weiss-
Spitting Off Tall Buildings
Aktueller Tonträger:
Spitting Off Tall Buildings
(AGR/Sanctuary/Rough Trade)




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