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NOVA INTERNATIONAL
 
Mit eigener Arithmetik
Nova International
"One Plus One Is One" heißt das zweite Nova International-Album. Doch nicht nur in Sachen Arithmetik stehen die Augsburger auf eigenen Füßen. Wie wir an dieser Stelle schon nach unserem Studiobesuch bei dem Augsburger Quartett im Frühjahr berichteten, entstanden die Stücke größtenteils zu Hause in der Villa Nova, die beiden Mischpult-Größen Phil Vinall und O.L.A.F. Opal fungierten nur als ausführende Produzenten. Und auch mit der Veröffentlichung setzen Nova International dieses Mal ein Stückchen tiefer an. Nach ihrem Abschied vom Platten-Giganten BMG Ariola erscheint das neue Werk auf dem bandeigenen Label NI Records, immerhin allerdings vertrieben vom Major Universal.
Was nicht nur mehr Freiheiten, sondern vor allem eine Menge neuer Aufgaben im logistischen Bereich mit sich bringt, wie Sänger Michi K. unlängst Gaesteliste.de berichetete, nachdem unser Interview erst etwas später als ursprünglich geplant stattfinden konnte: "Der Transporter mit unseren CDs ging auf dem Weg vom Presswerk in Polen zum Vertrieb kaputt, und jetzt musste unser Bassist heute mit einem eigenen LKW losfahren, um die Platten selbst von Polen zum Vertriebswerk in Hannover zu bringen, das war ein ziemlicher 'hassle'."

Da liegt die Vermutung nahe, dass die mögliche Angst vor dem Versagen (was man ja dann nicht auf andere abwälzen könnte) kleiner ist als die Erleichterung darüber, dass die neue Platte kurz nach dem Ende der Aufnahmen erscheint und nicht wie beim Erstling rund ein Jahr fertig vorliegt, bevor sie endlich in die Läden kommt. "Man versteht mittlerweile, warum größere Plattenfirmen einfach länger brauchen. Selbst wir haben schon über eine VÖ-Verschiebung nachgedacht, weil das ja von allen möglichen Leuten abhängt. Man bekommt plötzlich mit, wie lange bestimmte Vorgänge dauern. Man versteht auf einmal gewisse Sachen, und das mindert die Hassgefühle dem Label gegenüber."

Bis zum jetzigen Zeitpunkt jedenfalls haben Nova International noch keinen Grund, die Entscheidung, von nun an auf eigenen Füßen zu stehen, zu bereuen. Zumal sie ja mit der Single "Bored", die 2004 bereits im Eigenvertrieb erschienen war, die Fühler ausstrecken konnten. "Wir wollten damals kurzzeitig auf Tour gehen, da wir ja eine Band sind, die im Studio gerne die Zeit vergisst, die lange Zeit braucht und die auch haben will, um ein Album aufzunehmen. Irgendwann war dann klar, wir müssen mal wieder auf Tour gehen, sonst denken alle, die Band gibt es nicht mehr, obwohl ja zwei Jahre zwischen zwei Platten eigentlich völlig normal sind. Da wollten wir halt schon einmal einen kleinen Einblick geben auf die neuen Songs."

Nova International
Sicherlich ebenso interessant, dass es auch die Subterfuge-Coverversion "Swirled" mit auf's Album geschafft hat. Eine Nummer, die Michi inzwischen gewissermaßen als Nova-Stück betrachtet. "Wir finden die Nummer halt ziemlich gut, wir haben sie auch öfter live gespielt, und da ist sie auch immer gut angekommen. Irgendwie ist das ja auch unser Song, denn das Original von Subterfuge ist eine akustische 6/4-Nummer, und bei uns wurde etwas ganz anderes daraus."

Apropos Coverversionen: Als wir die vier im Sommer bei ihrem Auftritt in Bochum gesehen haben, ging die feine neue Nummer "Hey Joe" nahtlos in "Hey Jude" von den Beatles über. Eine einmalige Aktion? "Nee, das passiert einfach. Dass da Parallelen sind und die auch durchaus bewusst sind, damit kokettieren wir ja eh ziemlich gern. Deshalb hab ich das auf der Bühne einfach mal so mitgesungen."

Die teils ziemlich ausladenden Arrangements des Albums werfen auch die Frage auf, ob die Band stets den richtigen Punkt bei den Aufnahmen gefunden hat, den Song als fertig zu betrachten, oder ob es beim Abmischen - was O.L.A.F. Opal besorgte - teilweise nötig war, sich etwas zurückzunehmen. "Beim Mixing passiert in der Tat noch einmal viel. Ich denke, der Olaf hat bei vielen Songs Spuren weggelassen, die zwar da waren, die unter dem Strich aber kein Mensch braucht. Nur bei 'Cowboys Only Cry When Their Horses Die' gab es unfassbar viele Spuren, die er aber auch alle aufgelassen hat, weil er das auch so pompös gesehen hat, wie es von uns gedacht war."

Im November und Dezember geht die Band auf große Tournee durch Deutschland und die Nachbarländer, die am zweiten Weihnachtsfeiertag mit einem Auftritt im Augsburger Kurhaus ihren (vorläufigen) Abschluss finden wird. Was erwartet uns? "Wir wollen auf jeden Fall die komplette neue Platte spielen, und klar, ein paar von der alten müssen wir mit rübernehmen. Dabei bin ich persönlich immer jemand, der auf Konzerten lieber die neuen Stücke einer Band hört, weil ich die alten ja schon kenne und mir das reicht. Allerdings wissen wir natürlich, dass einige Fans auf unsere Konzerte kommen, um 'Favourite Girl' zu hören. Das ist auch okay, denn selbst 'Favourite Girl' ist für uns kein Hasssong, den wir gar nicht mehr hören können, wie es bei anderen Bands wohl vorkommt."

Freuen wir uns also auf eine gute Mischung, die das abwechslungsreiche neue Album allein schon garantiert und die mit ein paar "Oldies" eigentlich nur noch besser werden kann.

Weitere Infos:
www.nova-music.com
Interview: -Simon Mahler-
Fotos: -Pressefreigaben-
Nova International
Aktueller Tonträger:
One Plus One Is One
(NI Records/Universal)




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