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BLOC PARTY
 
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Bloc Party
2005 - das Jahr, in dem es passierte. Für Bloc Party jedenfalls mal so richtig. Zuerst die Veröffentlichung ihres famosen Debüt-Albums "Silent Alarm", überschwängliche Kritiken, ausverkaufte Tourneen auch hierzulande. DJs, Produzenten und befreundete Bands wollten unbedingt auch ihren Stempel auf die Bloc Party-Songs drücken, also wurde kurzerhand "Silent Alarm Remixed" zusammengestellt - dort wurden die Songs auf teilweise recht unterschiedliche Weise auseinander genommen und wieder zusammengesetzt, von Elektro über Rock bis hin zu Shoegazer-Sounds war alles dabei. Und auch wenn es ein wenig den Anschein hat, dass mit dem Release von "Silent Alarm Deluxe Edition" (inkl. der neuen Single "Two More Years", der alten Single "Little Thoughts" und einer DVD mit Band-Dokumentation und Live-Aufnahmen) die Cash Cow durch die Läden getrieben wird - "Silent Alarm" ist so gut, die Platte kann man ruhig mehrmals kaufen.
Wenn man Bloc Party live erleben durfte, oder sich einfach mal aufmerksam den Songs widmet, wird man feststellen, dass hier Kele Okereke (Gesang, Gitarre), Russel Lissack (Gitarre), Gordon Moakes (Bass) und Matt Tong (Drums) absolut gleichberechtigt sind - sowohl was die Personen angeht, als auch der Einsatz der Instrumente. Sie funktionieren zusammen, keiner spielt sich in den Vordergrund, jeder weiß, was er zum Gelingen eines Songs beitragen kann. Da wundert es auch nicht, dass die Band sich gerne mal in Schweigen hüllt, wenn es um Erklärungen der Songtexte geht. Kele meint im Gespräch mit Gaesteliste.de, sie hätten sich anfangs erst einmal daran gewöhnen müssen, genauer unter die Lupe genommen zu werden, egal worum es geht. Das führt dann auch schonmal in recht abstruse Situationen - so ließ z.B. der NME in einer Ausgabe verlauten, Bloc Party sei die cleverste Band Englands. "Hm, Radiohead sind bestimmt viel cleverer als wir, wir sind ja noch so jung", sagt Kele schmunzelnd, bevor Matt ergänzt: "Auf der anderen Seite, und unter uns: Es ist nicht besonders schwer, die cleverste Band in England zu werden!"
Sie legen es nicht darauf an, auf Teufel komm raus anders zu sein, anders zu klingen, andere Akkorde in einer anderen Reihenfolge zu benutzen - wie so oft "passiert" es einfach von selbst, wenn die Songs geschrieben werden. Aber selbst nach einer Platte und einigen Singles ist es im Fall von Bloc Party schon so weit, dass die Band als Referenz für andere Veröffentlichungen genannt wird. Erst kürzlich wurden die Rakes mit Bloc Party verglichen, was Kele etwas verwundert: "Hm, die sind eigentlich schon viel länger unterwegs als wir, vor allem was Konzerte angeht. Aber diese Vergleiche sind schon okay, denn so läuft es eben im Musik-Geschäft - das wird mit zukünftigen Veröffentlichungen von Bands passieren, und wir sind ja auch anfangs mit Franz Ferdinand verglichen worden - was nun überhaupt nicht zutrifft, in keinster Weise. Alles, was man dagegen unternehmen kann, ist ein Album zu veröffentlichen, das die Leute dazu veranlasst, über deine Musik zu sprechen - und nicht über die Musik anderer und welchen Einfluss sie auf dich gehabt haben mag. Wir setzen die Messlatte für uns selbst immer sehr, sehr hoch, und ich denke, wir haben mit 'Silent Alarm' ein sehr gutes Stück Arbeit erschaffen - vielleicht werden in ein bis zwei Jahren weitere Platten erscheinen, die so ähnlich klingen, aber dann sind wir schon weiter, denn unser zweites Album wird sicherlich keine Kopie des ersten werden."
Bloc Party
Mit dem Erfolg der ersten Platte im Rücken könnte man sich evtl. auch eher daran wagen, einfach mal ein wenig mehr zu experimentieren, sich vielleicht ein paar neue Effektgeräte anzuschaffen und so lange an den Knöpfen drehen, bis etwas vernünftiges dabei herauskommt. Kele: "Ich muss ja zugeben, dass ich mich sehr für diese Gerätschaften wie Effektpedale begeistern kann - man kann damit einfach viele schöne oder interessante Sounds erzeugen, und man kann Dinge manipulieren. Das gefällt mir. Aber es geht natürlich nicht darum, bestimmte Effektgeräte zu kaufen, nur um sie zu besitzen - man sollte schon vorher ungefähr wissen, wozu und wie man sie einsetzen will. Ansonsten macht das herzlich wenig Sinn." Man könnte annehmen, dass Kele bei seinem Gast-Auftritt auf der "Push The Button"-Platte der Chemical Brothers auch soundmäßig etwas lernen konnte (Kele singt bei dem Track "Believe") - doch so ganz war es wohl nicht: "Um ehrlich zu sein, ich habe mich dabei wie ein Werkzeug gefühlt. Das war aber leider auch ein recht unglücklicher Zeitpunkt für die Zusammenarbeit, denn wir waren gerade auf Tour, ich war ziemlich kaputt und bin dann trotzdem kurz ins Studio und habe meinen Teil eingesungen. Der Song ist zwar klasse, aber ich hatte da leider keinen Einfluss auf das Ergebnis bzw. ich konnte eigentlich gar nichts zum Entstehungsprozess des Tracks beitragen. Das war schon sehr schade, denn die Jungs sind absolut großartig und ich hätte gerne intensiver mit ihnen zusammengearbeitet." Viel Zeit für andere Dinge werden die Jungs auch in naher Zukunft nicht haben, denn es stehen schon wieder Konzerte auf dem Programm - ab Ende November auch hierzulande. Und dann natürlich das zweite Album, das wir uns auch wieder mehrfach kaufen werden.
Weitere Infos:
www.blocparty.com
www.blocparty.net
de.v2music.com/site/act.asp?ID=101
Interview: -David Bluhm-
Fotos: -Pressefreigaben-
Bloc Party
Aktueller Tonträger:
Silent Alarm Deluxe Edition
(Wichita Recordings/V2/Rough Trade)




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