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DOWNPILOT
 
Der erste Gedanke ist zumeist auch der beste
Downpilot
Dass Paul Hiraga, der Kopf hinter Downpilot, der Ein-Mann-Band aus Seattle, nach seinen derzeitigen Lieblingsplatten befragt, auch "Live At Sin-E" von Jeff Buckley mit aufzählt, verwundert nicht. Schließlich zeichnete sich das feine letztjährige Downpilot-Debüt "Leaving Not Arriving" durch ähnlich großes Singer / Songwritertum und eine bisweilen etwas unwirkliche Atmosphäre aus, die zu Lebzeiten auch Mister Buckley so gut zu Gesicht stand. Dass Hiraga im Moment allerdings auch Bands wie The New Pornographers oder Rogue Wave zu seinen Favoriten zählt, dürfte zumindest diejenigen nicht überraschen, die das zweite, dieser Tage erscheinende Downpilot-Album "Like You Believe It" kennen. Das zeichnet sich nämlich nicht nur wieder durch große Pop-Momente aus, sondern auch durch eine Lebendigkeit, die dem Debüt trotz all seiner Stärken etwas fehlte.
"Ich habe versucht, etwas lockerer an die Sache heranzugehen, weil ich dieses Mal so viele Parts im Alleingang eingespielt habe", erklärt Hiraga die Tatsache, dass die neue Platte nicht so peinlich genau im Studio ausgetüftelt wurde wie sein Erstling. "Ich versuche, für jeden einzelnen Part eine andere Persönlichkeit anzunehmen, und es braucht viel Zeit, bis ich danach wieder ich bin. Das stand meiner Zeitplanung im Wege, da ich mir selbst eine Deadline, das Ende des letzten Jahres, für die Fertigstellung auferlegt hatte."

Die Zeit zwischen der Veröffentlichung von "Leaving Not Arriving" in Europa letztes Frühjahr und den Aufnahmen zur neuen Platte füllte Paul unter anderem mit zwei ausgiebigen Tourneen in Deutschland. Im Frühjahr war er zunächst solo unterwegs, im Herbst dann mit Band. Weil Hiraga das Reisen im Blut liegt, hatten schon auf dem ersten Werk viele Songs vom Unterwegssein gehandelt, und auch auf dem zweiten ist es nicht anders. Die Herbst-Tournee schlug sich aber noch aus anderen Gründen auf "Like You Believe It" nieder, das wieder von Tucker Martine produziert wurde. "Sobald ich wieder in Seattle war, ging ich sofort mit Tucker ins Studio. Er selbst war auch gerade erst von einer Tournee mit Laura Veirs zurückgekehrt. Wir waren also in einem ähnlichen 'state of mind', und wir waren eher auf wirre Livemusik denn auf peinlich genaue Studioarbeit eingestellt. Ich bin mir sicher, dass sich das auf die Aufnahmen ausgewirkt hat. Ich möchte nicht den Eindruck erwecken, dass die Songs dahingeworfen wurden, aber alles ging sehr schnell vonstatten, und alles fühlte sich sehr organisch an. Wie Kerouac gesagt hat: Der erste Gedanke ist zumeist auch der beste."

Downpilot
Drei Songs entstanden dagegen in Deutschland, am Tag nach dem Ende der letzten Europatournee, als Hiraga mit seinen Tourmusikern Terry de Castro (The Wedding Present) und Lars Plogschtieß (Dirk Darmstaedter Band) in einem Hamburger Tonstudio Station machte. "Wir hatten eine so großartige Zeit zusammen, dass ich das festhalten und dokumentieren wollte. Ich hatte einige halbfertige Sachen, die ich mit diesem Live-Trio aufnehmen wollte. Allerdings hatten wir nie Zeit, sie zu proben. Nach dem letzten Konzert - wir waren völlig fertig - gingen wir dann trotzdem ins Studio, und weil die Chance, zusammen aufzunehmen, so natürlich entstanden war, hatten wir eine tolle Session."

Im Presseinfo bezeichnet Hiraga die Besetzung mit de Castro und Plogschtieß als das beste Live-Line-Up, das er bisher hatte. Dabei hat er in der Vergangenheit in den Staaten durchaus mit namhaften Musikern der Seattler Szene zusammengearbeitet. "Als ich das gesagt habe, meinte ich weniger, dass die beiden so viel besser wären als andere Musiker, aber die Umstände waren es. Downpilot hatten noch nie richtig mit einem Drummer getourt. Wenn du dich auf eine wochenlange Tournee einrichtest, gehst du viel ernster an die Dinge heran, als wenn du einmalige Shows daheim spielst. Terry und ich haben schon seit Jahren davon gesprochen, mal gemeinsam zu touren, und als wir dann mit Lars zusammen unterwegs waren, stimmte die Chemie einfach. Das Timing stimmte, die Leute stimmten, es hat gerockt. Beim nächsten Mal sind wir vielleicht wie ein altes Ehepaar."

Auf der nächsten ausgiebigen Tournee in Deutschland, die im Mai ansteht, muss Paul dagegen auf de Castro und Plogschtieß verzichten, da sie zeitgleich mit The Wedding Present bzw. Dirk Darmstaedter auf Tournee sind. "Das stimmt nicht ganz. An den Details arbeiten wir noch, aber derzeit sieht es so aus, dass ich die ersten beiden Wochen alleine spiele, danach wird es Duo-Shows mit Jeff Brown geben, und die letzte Woche, unter anderem auch beim Orange Blossom Special, wird Lars uns begleiten. Best of all worlds!"

Weitere Infos:
www.downpilot.com
Interview: -Carsten Wohlfeld-
Fotos: -Pressefreigaben-
Downpilot
Aktueller Tonträger:
Like You Believe It
(Tapete Records/Edel Contraire)




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