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THE ORGAN
 
Vorsichtig
The Organ
Vor fast genau einem Jahr hatten wir den Gaesteliste.de-Lesern bereits diese wundervolle kanadische Band namens The Organ im Interview vorgestellt und an die melancholischen Herzen gelegt. Bislang war das Debüt "Grab That Gun" nur über Import oder Online-Mailorder erhältlich, inzwischen konnten Katie Sketch (Gesang), Debora Cohen (Gitarre), Shmoo (Bass), Jenny Smith (Hammond) und Shelby Stocks (Drums) einen Deal für Europa mit Too Pure an Land ziehen. Grund genug, um noch einmal kurz nachzufragen...
Allgemeine Herangehensweise

Katie: "Als Band versuchen wir immer, uns nicht allzu große Hoffnungen über irgendetwas zu machen, denn in der Vergangenheit sind viele Dinge schiefgegangen, von denen wir dachten, dass sie eigentlich funktionieren sollten und wir sind daher eher vorsichtig geworden. Die meisten Dinge sind eher durch Zufall entstanden, und wir haben gelernt, einfach mit den verschiedenen Situationen zurechtzukommen und das Beste daraus zu machen."

Langsame Entwicklung

Katie: "Bei uns entwickelt sich alles eher langsam - das mag für manche Leute frustierend sein, aber ich denke, es war das Beste für uns, denn wir wissen eigentlich nicht, was wir machen und wir wollen uns trotzdem über unsere Schritte im Klaren sein. Für manche Bands ist es sicherlich großartig, über Nacht berühmt zu werden, aber wir wären damit bestimmt nicht klargekommen, denn wir sind recht nervöse Menschen und mögen eher den langsamen Aufbau. Was man auch erstmal lernen muss, ist lange von Zuhause weg zu sein - ich kenne einige Bands, die noch nie so richtig unterwegs waren und dann direkt für zwei Monate auf Tour gegangen sind, und sie sind einfach innerlich gestorben! Wir haben es da auch eher langsamer angehen lassen, haben die Tour-Abschnitte Schritt für Schritt verlängert - natürlich ist es auch für uns sehr schwierig, für zwei Monate unterwegs zu sein, aber es ist ja immer ein Ende in Sicht."

"Starting over", da das Album erst später in Europa erscheint und man praktisch alle Schritte noch einmal durchgehen muss (Interviews, kleine Konzerte etc.)

Katie: "Ich glaube nicht, dass es sowas wie 'starting over' ist. Wenn man sich als Band noch am Anfang befindet und noch keine Platte veröffentlicht hat, dann ist das ja der eigentliche Start. Man irrt in der Gegend herum und weiß nicht so recht, was man machen soll, so ganz ohne Unterstützung - so war es im letzten Jahr, als wir in England unterwegs waren. Das war schon sehr anstrengend und man hatte das Gefühl, jeden Fan einzeln an Land ziehen zu müssen. Wenn wir im April nach Deutschland kommen, wird das vielleicht etwas anders sein, denn das Album wurde bereits veröffentlicht und es werden wohl auch einige Presse-Artikel über uns erschienen sein. Insofern beginnen wir hier nicht noch einmal von vorne."

Frischer Wind durch die neue Bassistin

Katie: "Debora und ich schreiben schon die meisten Songs, aber in der letzten Zeit hatten wir das Gefühl, dass wir uns immer um den selben Sound, die selben Strukturen herum bewegen, und dadurch auch recht lange für neue Songs brauchten, und da war es wirklich ein glücklicher Zufall, dass meine Schwester in die Band eingestiegen ist. Sie kann auch Songs schreiben und das bedeutet für uns einen neuen Input. Aber ich denke nicht, dass sich dadurch unser Sound drastisch verändern wird, aber es wird uns sicherlich bei der Weiterentwicklung helfen."

The Organ
Vergleiche - jemand bezeichnetet The Organ mal als The Cure Coverband

Katie: "Hm. Das erinnert mich an ein Konzert, das wir vor ca. zwei Jahren gegeben haben. Damals kam jemand nach der Show zu uns und fragte, ob wir eine The Smiths Coverband seien! Ich verneinte natürlich, aber sie meinte: 'Aber ich habe doch alle Songs wiedererkannt!' Na toll...nichts gegen die Smiths, aber das war wohl eine der größten Beleidigungen bisher. Es ist wirklich schlimm, wenn man als Coverband bezeichnet wird! Das Mädchen wollte mich sicherlich nicht beleidigen, aber in dem Moment, als ich 'nein' gesagt habe, konnte man das Entsetzen in ihren Augen sehen - denn da wusste sie, dass sie das Falsche gesagt hat. Es war schon ein peinlicher Moment für uns beide."

Debora: "Aber Vergleiche sind schon okay, vor allem für eine neue Band. Solange man mit guten Bands verglichen wird, ist es ja auch in Ordnung."

Katie: "Ich möchte z.B. nicht mit Bands verglichen werden, die ich nicht leiden kann - zum Glück ist das bisher nicht passiert!"

Die Zukunft - z.B. das "schwierige" zweite Album, denn das erste Album ist ja bereits zwei Jahre alt

Katie: "Ich habe nicht wirklich Furcht davor, neue und gute Songs zu schreiben - ich habe eher Angst vor einer Deadline. Wir sind so viel unterwegs, wann soll ich da in Ruhe Songs schreiben?!? Ich möchte mich nicht in der Situation befinden, in der man mir sagt, dass in zwei Wochen das neue Album aufgenommen werden muss - vor allem, wenn die Songs bis dahin noch nicht geschrieben sind! Ich lasse mir gerne Zeit mit den neuen Songs, ich spiele sie gerne vorher live und verbessere meine Songtexte. Das ist übrigens eine gute Sache, dass unser Album in Europa erst später veröffentlicht wird - bis dahin haben wir bestimmt einige neue Songs geschrieben, so dass das zweite Album sagen wir mal ein bis eineinhalb Jahre danach erscheinen kann, also in einer eher 'normalen' Zeitspanne. In unserer Heimat Kanada sieht das natürlich anders aus, dort ist die Wartezeit entsprechend länger... Die sollten erstmal auf das dritte Album warten - da sind wir wahrscheinlich schon 70... Deswegen sind so viele zweite Alben auch so schlecht - die Bands haben vielleicht einen Monat, in dem sie wirklich kreativ sein können, die restliche Zeit sind sie unterwegs. Deswegen klingt das neue Material meistens wie ein Abklatsch des ersten Albums."

Weitere Infos:
www.theorgan.ca
www.myspace.com/theorgan
www.toopure.com/theorgan/
Interview: -David Bluhm-
Fotos: -Pressefreigaben-
The Organ
Aktueller Tonträger:
Grab That Gun
(Too Pure/Beggars Group/Indigo)




The Organ

 
 

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