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THE STROKES
 
Jenseits der Hypegefahren
The Strokes
Wenn fünf Upperclass-Kids aus New York eine Band gründen, die schon vor der ersten Single in England zum ersten großen Megahype des neuen Jahrtausends ausgerufen wird und deren Einfluss auf die derzeitige Musik- (und Mode-) Landschaft so weitreichend ist, dass der Platz an dieser Stelle nicht ausreicht, um dies angemessen zu würdigen, erwartet man beim Interview fast zwangsläufig abgehobene Schnösel, die den Anschluss an die Wirklichkeit verloren haben. Doch während drinnen im Kölner Palladium 4000 Kids auf das warten, was für viele das Konzert des Jahres gewesen sein dürfte, sitzt Strokes-Gitarrist Nick Valensi mit Gaesteliste.de auf dem unschmucken Hof des Venues und erzählt von in Erfüllung gegangenen Träumen. Zum Beispiel von dem, sich gleich vom Scheck für die erste Strokes-Platte ein eigenes Apartment in New York kaufen zu können.
"Das Großartigste ist immer noch, Menschen zu treffen, von denen ich noch nicht einmal geträumt hätte, dass ich ihnen jemals persönlich begegnen würde", sagt er, ganz der Fan. "Lou Reed zum Beispiel oder Eddie Vedder von Pearl Jam. Besonders Eddie war genauso cool, wie ich mir das immer vorgestellt hatte!" Damit sie den Traum noch lange weiterträumen können, haben die fünf Anfang des Jahres mit ihren dritten Album, "First Impressions Of Earth", eine Platte veröffentlicht, die ein merklicher Schritt nach vorne ist im Vergleich zu den ersten beiden Werken "Is This It?" und "Room On Fire". Nicht nur, weil sie fast annähernd so lang ist wie die beiden Vorgänger zusammen, merkt man den Strokes inzwischen das Bemühen an, sich nicht mehr nur auf großartige, knackige Singles à la "The Modern Age" oder "Last Nite" zu verlassen. "Natürlich erkennt man den typischen Band-Sound sofort bei jedem Song, doch etwas ist anders - oder vielleicht inzwischen noch ausgereifter als zuvor", schrieben wir an dieser Stelle bereits über das aktuelle Werk der New Yorker. "Casablancas' Gesang kommt großteils ohne Effekte aus, es scheppert nicht mehr so wie früher, aber das muss es ja auch nicht - immer nach dem gleichen Schema zu fahren, wird auch irgendwann eintönig."

Die Lockerheit, mit der The Strokes die Klippen, die ein früher Hype nun einmal mit sich bringt, umschifft haben, macht sich auch durch die unprätentiöse Art des Quintetts vor dem Auftritt in Köln bemerkbar. Hier ist offensichtlich eine Band am Werk, der alles gelingt und deren einziges Problem dieser Tage zu sein scheint, die abendlichen Auftrittszeiten mit dem Mitfiebern bei der Fußball-WM (ja, auch Amerikaner können fußballbegeistert sein!) zu koordinieren. Ganz so perfekt ist es dann allerdings doch nicht. "Wir können leider nicht all das machen, was wir gerne machen würden. Wir haben nicht die Zeit, genug aufzunehmen, nicht die Zeit, genug auf Tour zu gehen und die Art von Output zu produzieren, die uns vorschwebt", bedauert Nick, der dennoch genug Zeit gefunden hat, auf dem in Kürze erscheinenden neuen Album der New Yorker Chanteuse Regina Spektor zu gastieren. "Oft wünsche ich mir, dass wir überall gleichzeitig sein könnten - im Studio, auf der Bühne, im Gespräch mit den Pressevertretern. Als ich von einem Leben als Musiker träumte, war mir nicht bewusst, dass es so viel zu tun gibt, dass daran so viele Dinge hängen. Manchmal ist der Job richtig kompliziert. Wenn man sagt, Musiker zu sein sei der coolste Job der Welt, meint das vor allem die Stunde, die du jeden Abend mit den Jungs auf der Bühne stehst. Aber das ist es wert, sich mit all dem anderen Drumherum auseinanderzusetzen."

The Strokes
Bei anderen Bands mag eine solche Aussage eine leere Floskel sein, aber wer die Strokes dieser Tage auf der Bühne sieht, weiß, dass das durchaus ernst gemeint ist. Wie problemlos die Band in Köln 4000 Zuschauer von einer Ekstase in die nächste fallen ließ, war schon bemerkenswert.

Coverversionen standen in Köln zwar keine auf der Setlist, aber in den vergangenen Wochen und Monaten zollten The Strokes auf B-Seiten und bei ihren Konzerten einigen ihrer Helden Tribut, indem sie Songs wie "Walk On The Wild Side" von Lou Reed oder die Ramones-Nummern "Life's A Gas" und "It's Not My Place (In The 9 To 5 World)" spielten. "Wenn wir einen Song covern, versuchen wir zumeist, uns ziemlich an das Original zu halten", erklärt Nick. "Die Ausnahme waren vielleicht die Ramones-Songs, bei denen wir uns auf die Elemente konzentriert haben, die uns besonders ansprachen, und versucht haben, etwas Eigenes daraus zu machen. Das allerdings auch nur, weil wir sicher waren, dass etwas Gutes dabei herauskommen würde. Das Wichtigste ist immer, dass du keinen Scheiß mit dem Song von jemand anders machst!" Genau das Gleiche beherzigen The Strokes bekanntlich ja auch bei ihren eigenen Liedern, und vermutlich ist genau das ihr Erfolgsgeheimnis.

Weitere Infos:
www.thestrokes.com
www.thepop.de/thestrokes/
yourheadsnotright.org
www.thestrokesfan.com
Interview: -Simon Mahler-
Fotos: -Pressefreigabe-
The Strokes
Aktueller Tonträger:
First Impressions Of Earth
(Sony BMG Music)




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