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JUD
 
Kein Versteckspiel mehr!
Jud
Jud sind wieder da - mehr braucht man eigentlich nicht zu sagen, um allgemeine Freude bei Anhängern guter und intensiver Musik auszulösen. Jud ist die Band um David Judson Clemmons, aktuell ergänzt durch James Schmidt und Jan Hampicke. Drei Mann, eine Aussage: Rock! Intensiv, ehrlich, roh, rau, auf den Punkt, kein Bullshit. Texte, mit denen man etwas anfangen kann. "Sufferboy" heißt das neue Album, das vor allem pure Energie ausstrahlt.
GL.de: Als wir uns 2001 anlässlich der Platte "Perfect Life" unterhielten, hattest du über den Song "Nowhere" gesagt, dass dieser Song das beste Beispiel dafür sei, was an Jud so großartig sei: Heavy, dunkel und eher langsam. Trifft diese Aussage auch noch 2008 zu? Oder für was steht Jud heute?

David Clemmons: Bei Jud gibt es keine Regeln, es gibt volle Energie, physische und mentale Energie - aber keine Regeln, das ist es, was ich liebe!

GL.de: Was war denn der härteste Teil bei der Entstehung der neuen Platte?

David Clemmons: Der allgemeine Stil war schon klar und definiert, hart war es allerdings, das ganze logistisch auf die Reihe zu kriegen - aufzunehmen und es zu veröffentlichen, alles aus zeitlicher Sicht gesehen. Aber wir haben ein großartiges Team, das dies alles wunderbar geregelt hat. Das Album selbst handelt von der Reise durch intensive und komplizierte Situationen, die aus dem Leben stammen.

GL.de: Wer ist denn eigentlich der "Sufferboy"?

David Clemmons: Das CD-Cover stellt eine Skulptur eines Künstlers aus Karlsruhe dar, und der "Sufferboy" ist eine allgemeine Beschreibung für alle die, die versuchen, durch die Flammen zu gehen. Der Titel an sich stammt von einem Song aus dem Jahr 1997, zu finden auf der "The Bedroom Sessions"-CD-ROM.

GL.de: Kannst du dich an den Moment erinnern, als die Entscheidung für ein neues Jud-Album fiel?

David Clemmons: Ich glaube, nachdem wir "The Maggots" geschrieben hatten, wusste ich, dass ein Album folgen musste! Ich hatte mich so über den neuen Sound gefreut, der trotzdem zu unseren alten Veröffentlichungen passte. Was mich auch sehr gefreut hatte, war die Tatsache, dass meine Energie eher aus meinem Kopf zu kommen schien als aus meinem Körper oder dem LA-Leben um mich herum; der Jud-Sound lebt in meinen Händen und in meinen Gedanken und er konnte in jedem Moment meines Leben erscheinen, und dies war der Moment - 2008 ist genau der richtige Zeitpunkt für Jud, um "Sufferboy" zur Welt zu bringen!

GL.de: Über welchen Zeitraum sind denn die neuen Songs entstanden?

David Clemmons: "Chasing The Pain Away" war schon 2002 halbwegs geschrieben worden, andere Songs wiederum sind in den letzten drei Jahren entstanden, die richtig neuen Songs sind "Asylum", "Universal", "What Are You Made For" und "Unless".

GL.de: Herrscht bei Jud eigentlich viel Perfektionismus vor?

David Clemmons: Definiere "perfekt" - das muss man erstmal schaffen. Vielleicht so etwas wie die Balance von voller und rauher Energie oder Songschreiben mit Perfektion in solch einer Weise, dass man es nicht bemerkt. Perfektion in Gefühlen, das ist der Punkt - meine Songs sollen die Leute inspirieren, nicht deprimieren, und so denke ich über sämtliche Musik, die ich mache. Einige Songs lassen dich vielleicht Dinge reflektieren, das ist okay, aber der Fokus ist nicht die Perfektion, sondern die Inspiration. Wenn dich ein Song inspiriert, ist er perfekt.

GL.de: Produziert wurde "Sufferboy" von Jon Caffery - wie gestaltete sich die Arbeit mit ihm?

David Clemmons: Er ist wie ein viertes Band-Mitglied, er gehört nun zu unserem Team - er ist großartig und das perfekte Element, um den Jud-Sound an die Oberfläche zu bringen! Wir arbeiten ohne Probleme miteinander und der letzte Studio-Tag war schon traurig, als wir die letzten Sessions zusammen hatten. Wir haben dann natürlich direkt abgemacht, dass wir die nächsten zehn Platten ebenfalls miteinander einspielen werden, um das gute Gefühl und unsere schwindende Jugend auszunutzen...

GL.de: Im Vergleich zu den anderen Jud-Aufnahmen ist nun die Stimme sehr prominent abgemischt und nicht wie früher eher im allgemeinen Sound-Mix auszumachen. Ist dies das Ergebnis der anderen Musik-Projekte, bei denen du in den letzten Jahren mitgewirkt hast?

David Clemmons: Sehr gut aufgepasst! Aber ja, ich bin selbstbewusster geworden und Jon hat auch mit seinen Misch-Künsten sehr viel dazu beigetragen, dass alles irgendwie lauter klingt. Früher war ich mehr darauf bedacht, meine Stimme zu verstecken - ich bin jetzt seit 19 Monaten trocken und dieser Zustand hat mich dazu gebracht, mein Selbstbewusstsein wiederzufinden und wenn ich nun singe, dann ohne mich zu verstecken!

GL.de: Auf den vorherigen beiden Alben, "Chasing California" und "Perfect Life", hat es zur Abwechslung auch mal eine Frauen-Stimme gegeben - auf "Sufferboy" nicht. Absicht oder Zufall?

David Clemmons: Absicht. Die Musik hatte sich meiner Meinung nach weiterentwickelt und brauchte keine anderen Sounds oder Instrumente oder Stimmen - nur den Sound von uns dreien! Das war pure Absicht.

GL.de: Was ist denn eigentlich deine Definition von guter Musik?

David Clemmons: Ehrliche Musik, die nicht aus dem Gedanken entstanden ist, einer bestimmten Bewegung oder einem Trend zu folgen. Keine Party-Musik - good music makes a good party, but a good party should not make good music. Leider machen viel zu wenige Leute wirklich ehrliche Musik.

GL.de: Was war denn die größte Niederlage bisher?

David Clemmons: Meinen Vater zu verlieren, bevor ich ihn mit nach Berlin nehmen konnte, bevor wir einen langen Trip machen konnten. Wir haben immer sehr viel Zeit miteinander verbracht, auch seine letzten drei Wochen im Krankenhaus, als er dann verstarb. Aber diesen Trip hatten wir seit Ewigkeiten geplant, und ich wünschte, wir hätten ihn machen können. Andere Niederlagen sind bedeutungslos, denn sie geben dir Kraft, um daraus zu lernen.

Weitere Infos:
www.judtv.com
www.myspace.com/judband
clemmons-fansite.de
Interview: -David Bluhm-
Foto: -Pressefreigabe-
Jud
Aktueller Tonträger:
Sufferboy
(Nois-O-Lution/Indigo)




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