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RICH HOPKINS AND THE LUMINARIOS
 
Staub unter den Schuhen und Sonne im Herzen
Rich Hopkins And The Luminarios
Irgend etwas muss in Tucson, Arizona, anders sein. Vielleicht haben die dort etwas im Wasser, vielleicht ist es auch nur die heisse Sonne. Auf jeden Fall wird dort herzhaft echter und rigoroser Rock 'n' Roll zelebriert. Gitarren-Riffs so hart, dass es raucht, Drums so trocken, dass es staubt. Rich Hopkins und der Klang einer Gitarre und einer Gitarre und einer Gitarre. Immer wieder schön.
"In so mancher Hinsicht habe ich das gleiche Album wieder und wieder aufgenommen", erkennt Rich beim Interview. "Aber dieses Mal hatte ich einfach keine Lust, die gleiche laute Platte mit Gitarren-Bass-Schlagzeug aufzunehmen. Dieses Mal sollte es mehr von Herzen kommen." Das Ergebnis ist das grandiose neue Album "Devolver", auf dem sich zwar auch wieder die Gitarrenspuren türmen, nur, dass es dieses Mal vorzugsweise akustische Saiteninstrumente sind. Also kein Rock'n'Roll mehr, sondern eher Country? Oder Folk? "Ich finde, es ist einfach eine Rich-Hopkins-Platte", kommt lachend als Antwort. "Wahrscheinlich ist es am ehesten eine Folk-Platte, obwohl ich den Begriff nicht gerne benutze, denn ich sehe mich in keinster Weise als Singer/Songwriter. Ich wollte klanglich einfach ein bisschen mehr ausprobieren. Richtig ist, dass die Platte persönlicher und introspektiver ist als ihre Vorgänger." Auch wenn für Hopkins die Texte zu seinen Songs eher nebensächlich sind, liegt ihm doch ein Song besonders am Herzen. Das knapp zehnminütige Schlussstück "Tender Mercies" ist nicht nur musikalisch traumhaft gut, sondern thematisiert auch die Obdachlosenproblematik. "Natürlich ist das Problem bekannt", meint Hopkins, "aber ich wollte trotzdem noch einmal darauf aufmerksam machen. Ich bin sehr, sehr glücklich über diesen Song. Er ist haargenau so, wie ich ihn mir vorgestellt hatte. Dabei habe ich mir darüber vorher gar keine grossen Gedanken gemacht, es passte einfach alles auf sehr abstrakte Weise perfekt zusammen."

Und spätestens bei diesem Stück klingt dann auch Hopkins Gitarrenspiel wieder so, wie wir es von ihm kennen. Egal ob mit Luminarios oder seiner letztes Jahr für kurze Zeit reformierten Band Sand Rubies. "Mit den Sand Rubies zu spielen hat bei der Reunion viel mehr Spass gemacht als früher. Damals waren wir zwar kommerziell wesentlich erfolgreicher, aber es hat mir einfach persönlich nicht so viel gebracht. Trotzdem war das wohl das letzte Mal, dass wir zusammen gespielt haben. In vieler Hinsicht war die Europatournee genau das, was uns für das Projekt Sand Rubies als gemeinsame Erfahrung noch gefehlt hatte." Gemeinsam ist überhaupt ein wichtiges Stichwort für den ungemein sympathischen Amerikaner. Denn auch wenn er die Songs alleine schreibt und produziert, ist ihm trotzdem sehr wichtig zu erwähnen, dass er nur Teil des Ganzen ist und ohne seine Freunde, seine Band und sein Label Blue Rose kaum so rundherum zufrieden auf das Erreichte zurückblicken könnte.

Wer übrigens nun befürchtet, Rich werde auf der im Februar anstehenden ausführlichen Tournee durch Deutschland nur mit der Klampfe bewaffnet auf der Bühne stehen und Lagerfeuerlieder singen, liegt allerdings daneben, denn zusammen mit den Luminarios - die für die Tournee aus Stefan George (Lap Steel), MC5-Legende Michael Davis (Bass) und Schlagzeuger Tom Cook bestehen werden - setzt Rich live vor allem auf bewährte Qualität. "Wir werden vier oder fünf Songs von der neuen Platte spielen und die werden etwas anders klingen, weil auf dem Album einfach endlos viele Gitarrenspuren drauf sind. Abgesehen davon werden wir ROCKEN!"
Interview: -Ullrich Maurer-
Foto: -Ullrich Maurer-
Rich Hopkins And The Luminarios
Aktueller Tonträger:
Devolver
(Blue Rose Records)


Rich Hopkins And The Luminarios

 
 

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