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JIM WAYNE SWINGTETT
 
Jim Wayne Swingtett rettet den Wilden Westen
Jim Wayne Swingtett
Ob denn Jim Wayne vielleicht der uneheliche Sohn von John Wayne sei, will ich wissen. Angesichts des Namens der Band - Jim Wayne Swingtett - und der Musik - orthodoxe Countrymusik - sicherlich nicht total abwegig. Doch nein, weit gefehlt. "Nein. Jim Wayne ist eine Kunstfigur", meint Shorty, eines der vier Bandmitglieder, "das wäre zu hart gewesen. Außerdem gibt es ja noch Bruce Wayne (alias Batman). Überhaupt gibt es viele Waynes. Wir haben es uns jetzt zur Aufgabe gemacht, einen richtigen Jim Wayne zu finden."
Nicht, daß das nötig wäre. Denn Kreativität hat das Quartett mindestens für 8 Mann. Das erklärt ungefähr auch, warum auf der Scheibe ca. 20 Stücke sind, die nicht nur in Stil und Stimmung variieren, sondern auch durchweg amüsant arrangiert sind. Nicht nur, daß da jeder seinen Senf dazugegeben hat, nein, da werden auch ständig die Instrumente gewechselt (von der Gitarre bis zum Banjo) und wer singt, steht auch nicht immer fest.

"Nun ja, wir kommen ja alle aus verschiedenen musikalischen Ecken", erklärt Shorty das. Somit kommen die Einflüsse aus Schrammel-Pop, Rock und sonstwas sicherlich nicht von Ungefähr. Was die ganze Melange dann aber doch wieder versöhnlich eint, ist das gemeinsame Ziel: Authentisch klingendes Liedgut zu produzieren. D.h.: Produzieren ist in dem Falle vielleicht nicht das richtige Wort.

"Ja, viele der Stücke auf der Scheibe sind Momentaufnahmen, die wir quasi nur einmal gespielt haben. Zum Spaß, sozusagen", lüftet Shorty das Geheimnis der zuweilen fragmentarischen Vielfalt, "es war ja gar nicht geplant, diese Platte zu machen. Wir haben unsere Demos verteilt und diese fanden so regen Anklang, daß wir uns entschlossen haben, die Sachen auf CD zu brennen."

Das mit dem regen Anklang ist nicht bloß so dahergesagt. Das Jim Wayne Swingtett wurde von so unterschiedlichen Bands wie Wilco, Sebadoh oder Hazeldine auserkoren, mit diesen live zu spielen. (Und nicht nur das: Tania und Shawn von Hazeldine singen sogar Background-Stimmen auf einigen Tracks). So erklärt sich auch das bemerkenswert bodenständige Ziel der sympathischen Hobby-Truppe:

"Unser Ziel ist es, die beste Support-Band zu werden", beschreibt Shorty den Masterplan, "wir möchten mit unseren Lieblings-Acts zusammenspielen, dabei eine gute Show abliefern und nebenher noch so etwas wie das Bewußtsein verbreiten, daß es Ende des 20. Jhdts. noch Bands gibt, die ein wenig altmodische Musik machen." Von dieser Einstellung kann sich so manches nächstes großes Ding - etwa aus England - so einiges abschneiden.

Das mit der Betonung der Tradition soll jetzt aber um Himmels Willen nicht bedeuten, daß die Sache staubtrocken und akademisch daherkommt.

"Nein, bei uns muß es auch immer etwas zu Lachen geben", begehrt Shorty auf, "das paßt ja auch zu unserer Musik. In der Country-Musik liegen Fröhlichkeit und Tragik immer dicht beieinander. Sowas mögen wir."

Wie kam es übrigens zur gemeinsamen musikalischen Basis?

"Nun, wir hören alle diese Art von Musik", beschreibt Shorty dies, "und wir haben alle vergleichsweise altes Equipment. Dadurch ist der Sound schon mal vorgegeben. Wir sind ja keine Profi-Musiker und machen diese Musik eher zum Spaß, deshalb waren die gemeinsamen Vorlieben ausschlaggebend."

Heraus kommt dabei sowas wie unterhaltsame und ein wenig trashige Gebrauchsmusik. Stefan Kullick, ein anderer Kern der Band (die tatsächlich 4 davon zu haben scheint - was auch die vier verschiedenen Cover erklärt, die das Booklet zieren), umschreibt das so: Wenn die Musik vom JWS an der Bar läuft und man sich gut dabei unterhält, sei das Ziel erreicht.

Nun gut: Unterhaltsam ist die Musik des Quartetts allemal. Kein Wunder bei soviel Vielfalt. Allerdings wird sie mit der Zeit auch etwas nervig. Kein Wunder bei soviel Vielfalt. Wie erklärt sich dieser Widerspruch? Warum gibt es z.B. viele Stücke, die einfach nicht fertig klingen?

"Meinst Du unsere Überleitungen", fragt Shorty. Hm. Das würde einiges erklären. "Manche der Sachen sind einfach nur so Ideen und Sketche, die wir festgehalten haben. Das sind dann die Überleitungen zum nächsten Stück."

Das hätte man allerdings auch mal deutlich machen können. Ein anderer Punkt muß auch mal angesprochen werden: Low Fi ist ja schön und gut, aber muß es denn dabei gelegentlich rauschen wie 1000 Mann?

"Das erklärt sich aus dem Umstand, daß die Stücke aus vielen verschiedenen Quellen stammen", erklärt Shorty, "wir haben auch gutes Equipment, allerdings sind manche der Stücke zu Hause, im Wohnzimmer entstanden und mit einem einfachen 4-Spur-Gerät aufgenommen worden. Wenn Du dabei die Spuren zusammenmischst, dann kann das eben auch mal rauschen. Wie gesagt: Es ist ja nicht als Produktion geplant gewesen."

Schön, daß es nach wie vor möglich ist, mit selbstgebastelter Spaß-an-der-Freude-Musik Erfolg zu haben. (Es kommt halt auf die Definition von "Erfolg" an). Wollen wir hoffen, daß es dem Jim Wayne Quintett gelingt, das selbstgesteckte Ziel zu erreichen, eine gute Supportband zu werden. Denn auf diese Weise werden wir sie sicherlich des Öfteren zu Gesicht bekommen.

Weitere Infos:
jimwayneswingtett.yi.org
Interview: -Ullrich Maurer-
Foto: -Pressefreigabe-





Jim Wayne Swingtett

 
 

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