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SCUMBUCKET
 
Planeten, Frauen, Kacke undsoweiter
Scumbucket
"Es ist dasselbe, als wenn Du hingehst und versuchst, richtig gut zu kacken, und Du versuchst so zu kacken, daß es einfach nicht stinkt! Aber, die Kacke, wenn sie stinkt, stinkt sie!" - so versucht Scumbucket's Sänger Kurt den Songschreibe-Prozeß der Band zu erklären. Vorausgegangen war Dylan's Ausführung, daß ein Song in einem Rutsch entstehen muß, und wenn sich der Song nach drei Tagen Basteln immer noch nicht richtig gut anfühlt, wird er zu den Akten gelegt.
Worum geht's hier eigentlich?!? Es geht um erfrischend gute Rock-Musik aus der tiefsten Provinz, aus Koblenz. Die Band heißt Scumbucket und ihre Musik ist in keinster Weise ein Haufen Scheiße - eher das Gegenteil ist der Fall, denn hier ist endlich mal mit "Batuu" eine CD aus deutschen Landen, die nicht typisch deutsch klingt! Das mag vor allem daran liegen, daß die Band alles selbst aufgenommen hat, sich selbst hinter das Mischpult gesetzt hat und den Sound, den sie in ihren Köpfen hatten, umsetzen konnten. Kurt meinte dazu: "Wenn Du Dir einen Produzenten holst, ist das wie ein Fremdkörper. Wenn Du in einer Band spielst, weißt Du, wie der Song zu klingen hat, und selbst wenn der Produzent eine ähnliche Vorstellung hat, ist er doch ein Fremdkörper." So klingt die CD auch genau, wie Scumbucket es haben wollten, und vor allem klingt sie nicht so steril und trocken wie die anderen deutschen Produktionen.

"Es ist eine Phantasie, in ein Trauma-Loch zu fallen, wo Du auf einem Planeten aufkommst, wo die Farben und alles andere genau wie bei Pippi Langstrumpf ist, aber auf dem ganzen Planeten nur nackte Frauen sind! Ja, darauf kann man schon ganz gut aufbauen!", sagt mir Kurt noch zum Thema Song-Texte-Schreiben. Die Texte seien alles nur Phantasie-Geschichten, und das kann man auch ganz gut an den nicht so üblichen Songtiteln erkennen - wo hat man schon so Titel wie "Blumpersquash", "Vibrolux" oder "Workmelancholic" gehört?!? Verrückte Ideen setzen sie auch schonmal um - so z.B. auf "Spotparts", wo sie den Sound eines Kopierers als Intro benutzen, und das beste ist, es paßt auch noch wunderbar! Wie gesagt, auf "Batuu" klingt alles erfrischend locker.

Scumbucket
Locker finden Scumbucket das Live-Spielen allerdings manchmal nicht. Kurt meinte, daß es manchmal echt anstrengend sein kann, vor allem weil die Leute sich einfach nicht auf die Musik einlassen. Dylan: "Die Szene im Moment ist generell etwas seltsam. Die Leute gehen zwar auf Konzerte, pöbeln aber die Bands an, warum sie denn gerade heute Abend live spielen müßten, und vor allem beschweren sie sich darüber, daß alles so laut ist!" Dabei ist Anerkennung und ein wenig Erfolg, um die Miete bezahlen zu können, alles, was die Jungs wollen. Und bessere Unterkünfte bei den Touren. Kurt erzählt dann noch ein paar seltsame Geschichten über wirklich miese Unterkünfte, wo z.B. im Winter einem der Schnodder an der Nase friert, oder wie sie z.B. unwissender Weise in einem Sado-Maso-Schuppen übernachten mußten, wo sie dann morgens unter dem Bett nicht abgebrannte aber dennoch "benutze" Kerzen und anderes "Spielzeug" gefunden haben. Übrigens ist Kurt noch überzeugter Phil Collins-Hasser und Michael ist bei einem Depeche Mode Konzert eingeschlafen, weil er einfach zu besoffen war, um wachzubleiben. Alltägliche Geschichten also. Zum Thema "Wen möchtest Du auf Deiner Gästeliste haben und warum" fielen Namen wie Helmut Berger, Lollo Ferrari, Beatles Produzent George Martin, Steve Albini und einen ital. Lasagne-Bäcker für Michael.
Interview: -David Bluhm-
Fotos: -Pressefreigaben-
Scumbucket
Aktueller Tonträger:
Batuu
(Nois-O-Lution)


Scumbucket

 
 

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