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3 DAYZ WHIZKEY
 
So echt wie möglich
3 Dayz Whizkey
Die Dampflokomotive, die schon das Cover von "Steam", dem letzten Album von 3 Dayz Whizkey, zierte, ist weiter Sinnbild für das bayerische Quintett mit dem bluesgetränkten Southern-Rock-Sound. Unaufhaltsam geht es dieser Tage mit dem Live-Album "Live And Let Live" weiter. Inzwischen ist noch nicht einmal mehr Los Angeles vor der Band aus Regensburg sicher, denn die drei Studio-Bonustracks, die den Live-Mitschnitt komplettieren, nahmen Myles Tyler (Gesang), Tilo George Copperfield (Gitarre), Brad the Snake (Gitarre),Big Tony (Bass) und Little Chris (Schlagzeug) unter der Sonne Kaliforniens mit dem renommierten Produzenten Warren Huart auf. Was die Band dabei gelernt hat und welche Ziele sie bei ihrem Konzertmitschnitt verfolgte, der auf dem Blues Boulevard-Label nicht nur in Deutschland, sondern erstmals auch weltweit erscheint, verriet uns Tilo, als wie ihn daheim in Regensburg erwischten.
GL.de: Tilo, kannst du bitte eure Band - passend zum Namen - in nur drei Worten beschreiben?

Tilo: Rock and Roll!

GL.de: Wie fühlst du dich als Teil von 3 Dayz Whizkey zu Beginn des Jahres 2016 und was hat sich seit unserem letzten Interview vor 15 Monaten verändert?

Tilo: Es ist großartig, ein Teil dieser außergewöhnlichen Band zu sein, einer Einheit, die sich ständig weiterentwickelt und die Grenzen des Machbaren immer wieder ausloten möchte. Darin liegt auch der Hauptunterschied zu 3 Dayz Whizkey 2014. Wir sind von Gig zu Gig gewachsen. Die Songs aus unserem letzten Studioalbum ebenfalls. Die Show würde ich mittlerweile als dramaturgisch ausgereift bezeichnen. Für uns ist es besonders wichtig, in unseren Konzerten Spannungsbögen zu erzeugen und durch unser nun sehr breites Songmaterial den Zuhörer auf eine Reise zu schicken. Das haben wir 2015 durch unzählige Gigs perfektioniert.

GL.de: Schon euer letztes Studio-Album habt ihr betont "live" eingespielt. War eine Live-Platte da der einzig konsequente nächste Schritt?

Tilo: Ja! Wir hatten bereits bei der Entstehung von "Steam" das Live-Album im Hinterkopf. Nach drei Studioalben hatten wir das Gefühl, wir müssten mal eine Art Resümee ziehen, sozusagen ein kleines Best-of der letzten drei Alben auf einen Tonträger pressen.

GL.de: Was war euer Ziel für "Live And Let Live"?

Tilo: 90 Prozent der sogenannten Live-Alben oder Konzertmitschnitte da draußen sind leider durch die vielen Overdubs mehr Studioalben als live. Das ist schade und wir wollten da einfach "the real thing". Das war ja auch bei "Steam" unser Ansatz. Jede zweite Band behauptet, ein Album im Studio "live" einzuspielen. Aber wir haben das tatsächlich gemacht. Wir haben wie bei Led Zeppelin unser Schlagzeug mit drei Mikros abgenommen und sind alle in einem Raum gestanden. Deshalb hörte sich das Album ja genauso an wie in den 70s.

GL.de: Bei einigen Songs eurer letzten Platte hat es durchaus mal länger gedauert, bis ihr die richtige Version mit eurer "Live im Studio"-Herangehensweise hinbekommen habt. Ganz trocken gefragt: Wie viele Konzerte musstet ihr denn mitschneiden, bis die Live-Platte im Kasten war?

Tilo: Im Großen und Ganzen haben wir uns wesentlich weniger Gedanken machen müssen. Jede Show, die wir mitgeschnitten haben, hatte ihren besonderen Reiz. Am Schluss haben wir uns aber zu 80 Prozent auf ein Konzert beschränkt, bei dem auch technisch und spielerisch alles gepasst hat. Nicht zuletzt können wir uns da bei dem dortigen Haustechniker bedanken. Thanks, Steini!

GL.de: Wie viele Konzerte habt ihr überhaupt mitgeschnitten?

Tilo: Wir haben ganz einfach jede Show mitgeschnitten, bei der ordentlich mikrofoniert wurde. Dementsprechend hat uns das ein wenig den Druck genommen und wir konnten uns bei den Shows richtig gehen lassen. Schlussendlich haben wir zu 80 Prozent Material unserer Show im L.A. Cham verwendet. Dort hat einfach alles gepasst, das Publikum war Klasse und ich erinnere mich auch heute noch gerne daran.

GL.de: Wir fragen ja gerne: "Habt ihr noch Träume oder lebt ihr den Traum bereits", aber nachdem ihr die Bonustracks für die neue Platte in L.A. aufgenommen habt, können wir uns die Frage wohl sparen. Wie war es denn?

Tilo: Tony, unser Bassist, sagt immer, er hat eigentlich mit dieser Band bereits mehr erreicht, als er sich je erträumt hat - und da gebe ich ihm recht. Die musikalische Erfüllung, die wir uns mit 3 Dayz Whizkey selbst ermöglichen, kann man wohl mit Geld niemals aufwiegen. Wir tun einfach das, was wir geil finden. Keine Kompromisse, und niemand sagt uns, was wir machen müssen. Wir sind zu 100 Prozent unabhängig. Die Erfahrungen in Los Angeles und vor allem mit unserem Produzenten, Warren Huart, haben uns definitiv auf eine neue Ebene gehoben. Warren saß bereits bei Aerosmith, Ace Frehley, James Blunt und vielen weiteren Größen an den Reglern. Wir haben uns im Rahmen der Zusammenarbeit noch viel ernsthafter mit unseren Songs auseinandergesetzt, haben verschiedene Herangehensweisen ausprobiert und neue Möglichkeiten entdeckt. Warren war begeistert von unserem Material und wir waren begeistert von ihm - und L.A. ist sowieso klasse!

GL.de: Was ist dir von der Arbeit mit Warren in Kalifornien am meisten im Gedächtnis geblieben? Gab es Momente, wo du gemerkt hast, dass es Unterschiede gibt in der ganze Art und Weise zwischen, sagen wir mal, Isar 1 in München und dem Spitfire Studio in Los Angeles?

Tilo: Ich würde sagen, Warren geht immer die "extra mile". Er will wirklich, dass das Endprodukt großartig ist, und dabei gibt es keine Kompromisse. Er ist zudem ein toller Songwriter und hat ein tiefes Verständnis für den Künstler. Außerdem hat er Equipment, für das so mancher Studiobesitzer wahrscheinlich töten würde.

GL.de: Ein bisschen klingen die neuen Songs, vor allem "Hard To Be Good" und "Sand", nach "Spielwiese", so nach dem Motto: Wann haben wir schon mal die Chance, drei neue Songs zu veröffentlichen, die nicht zwangsläufig in den Spannungsbogen eines kompletten Albums passen müssen. Ist da was Wahres dran?

Tilo: Um ehrlich zu sein: Das waren die drei Nummern, die sich für mich als Komponist einfach zu der Zeit aufgedrängt haben. Spielwiese ist nicht schlecht ausgedrückt, da wir hier ein paar Sachen gemacht haben, die wir bisher noch nicht angegangen sind. Die großartige Sabine Scherer konnten wir dabei als Backgroundsängerin gewinnen, und wir wollten einfach mal die Breitbandvariante auschecken.

GL.de: "Hard To Be Good" hat fast etwas von Tom Petty. Ist das für euch eher ein Ausreißer oder der Beginn des nächsten Kapitels?

Tilo: Ich sehe den Song in der Tradition von Nummern wie "Bad Luck Women" oder "Sunrise To Sunset" von unseren letzten beiden Alben. Ich kann als Songwriter schlecht kontrollieren, welche Songs aus mir rauskommen. Dafür habe ich einfach einen zu breiten Musikgeschmack. Aber eins ist sicher: Wenn wir eine Nummer als Band genial finden, dann machen wir die. "Hard To Be Good" hat uns alle berührt, genauso wie die Ballade "Sand". Wir haben kein Schema, das für uns passen muss. Wir klingen sowieso immer nach 3 Dayz Whizkey, egal was wir machen.

GL.de: Letzte Frage: Ein Live-Album ist ja auch immer eine Zäsur. Habt ihr euch schon Gedanken über das nächste Kapitel 3 Dayz Whizkey gemacht?

Tilo: Wir arbeiten bereits am nächsten Studioalbum und dazu gibt es auch schon eine konkrete Vision. Eins kann man jetzt schon sagen: Es wird weitere Facetten von 3 Dayz Whizkey zeigen, die man bisher so nicht kannte.

Weitere Infos:
3dayz.de
www.facebook.com/3-Dayz-Whizkey-218639764833342
Interview: -Simon Mahler-
Foto: -Pressefreigaben-
3 Dayz Whizkey
Aktueller Tonträger:
Live And Let Live
(Blues Boulevard/H'art)




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