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22 PISTEPIRKKO
 
22 / 2 = 11
22 Pistepirkko
22 Pistepirkko gibt es ja nun schon Ewigkeiten, seit 1982 um genauer zu sein, und in dieser Zeit gewinnt man natürlich an Erfahrung, speziell was das Aufnehmen eines Albums angeht. Habt Ihr eine Veränderung in Eurer Aufnahmetechnik bemerkt, und ist es Euch durch diese Erfahrung leichter gefallen, ein weiteres Album aufzunehmen?
P.K.: Wir benutzen heutzutage die sog. moderne Technik, also Sequenzer und Sampler, viel mehr als sonst, aber wir sind immer noch unserer Idee treugeblieben, unsere Musik so zu machen, wie es uns gefällt, und falls die Leute es mögen, fein, und wenn nicht, dann ist es nicht unser Problem. Aber trotzdem ist es nicht leicht gewesen, unser aktuelles Album aufzunehmen, denn wir haben es zum ersten mal in unserem eigenen Studio aufgenommen. Wir mußten also lernen, diese ganzen Geräte wie z.B. Computer, Sampler zu bedienen, und das war eine lange Lehrstunde. Letztendlich war es doch klasse, obwohl es nicht einfach gewesen ist. Für uns war es aber die richtige Entscheidung, denn wir brauchen immer sehr lange im Studio, und wenn man ein eigenes besitzt, hat man eine gewisse Freiheit. Mal abgesehen von den Anschaffungskosten ist es natürlich auch finanziell günstiger als in ein fremdes Studio zu gehen.

Hat sich denn die Inspiration über die Jahre hinweg irgendwie verändert? P.K.: Nun, wir werden eigentlich immer noch von den gleich Sachen beeinflußt wie früher, nur wir versuchen natürlich auch, unsere Augen und Ohren für "neue" Musik wie z.B. Hip-Hop oder Drum'n'Bass offen zu halten, denn wir meinen, daß es sehr viele gute, neue Bands gibt, wie z.B. Larry And The Lefthanded - man muß nur ein wenig suchen. Das kann natürlich manchmal sehr hart sein, speziell hier in Finnland, aber wenn man weiß, wo man die Sachen bekommt, dann findet man auch das richtige.

Wie seid Ihr denn an das aktuelle Album "Eleven" herangegangen - gab es ein bestimmtes Ziel? P.K.: Wir wollten eine Art Hip-Hop-Blues-Album machen! Wir wissen nicht, ob wir dieses Ziel erreicht haben, aber das ist auch nicht so wichtig. Wir haben diese Angewohnheit, die manchmal eine schlechte sein kann, daß wir alles mögliche ausprobieren - so haben wir z.B. von jedem Song mindestens 10 verschiedene Versionen aufgenommen, und mußten natürlich dann die beste Version auswählen! Deswegen brauchen wir für unsere Songs auch immer so lange, und manchmal kann es auch frustrierend sein - wenn man ein gewisses Ziel im Kopf hat, und man bastelt und mixed und macht und tut, und man hat das Gefühl, dieses Ziel immer noch nicht erreicht zu haben. Aber das ist unsere Art zu arbeiten. Kann man dieses Rumprobieren auch mit Eurem Song-Writing vergleichen? P.K.: Ja, so schreiben wir auch unsere Songs. Entweder habe ich eine Idee für einen gewissen Teil eines Songs, schaffe es aber nicht, den Rest zu schreiben, weil ich z.B. die Lyrics oder andere Song-Passagen nicht auf die Reihe kriege. Aber dann gibt es ja noch Asko und Espe, die dann mit ihren Ideen den Song fertigstellen. Das kann natürlich auch mal etwas länger dauern, und wir sprechen auch ausführlich darüber, wie der Song zu klingen hat, wie die Atmosphäre sein soll oder ob es ein bestimmtes Thema im Text geben soll.

Ihr geht ja jetzt auf Tournee - nehmt Ihr noch andere Musiker mit auf die Bühne, oder bleibt es beim Trio? P.K.: Auf der Bühne werden nur wir und die Roboter sein! Mit Roboter meine ich natürlich unsere Instrumente - wir testen gerade ein neues Gerät, welches uns ermöglicht, die Songs, Sounds und Samples beliebig einzusetzen, wir sind also nicht an irgendwelche vorgefertigten Bänder gebunden. Während so einer langen Tour kann man Streitigkeiten oder anderen Streß nicht verhindern - wie geht Ihr damit um? P.K.: Wir gehen gerne auf Tour, und da wir keine Teenager mehr sind, wissen wir mit dem Streß umzugehen - nicht zuviel trinken, schlafen wann immer es geht etc. Aber, wir haben die Erfahrung gemacht, daß man immer noch klar im Kopf sein kann, auch wenn man eine Woche nicht richtig geschlafen hat. Natürlich werden wir uns die Köpfe einschlagen, wir werden gelangweilt sein, wir werden Tage erleben, an denen wir denken: "Was zum Teufel machen wir eigentlich hier?". Aber, das ist Teil dieses Spiels, und wir mögen es, zu spielen.

Ein anderer Teil dieses Spiels ist natürlich das Management. 22 Pistepirkko haben jetzt ein eigenes Management mit dem Namen Bare Bone Business. Wie läuft das Geschäft und was sind die Pläne? P.K.: Nun, im Moment sind wir mit den Tour-Vorbereitungen beschäftigt, und wir versuchen, so wenig Geld wie möglich auszugeben, was bei einer Europa-Tournee natürlich nur sehr schwer umzusetzen ist. Dann versuchen wir noch, einige Kontakte in Amerika zu machen, und wir planen auch schon für das nächste Album, mit wem wir arbeiten sollen, oder welches Ziel wir uns diesmal setzen. 22 Pistepirkko sind im Oktober live in Deutschland zu erleben.

Wen möchte P.K. auf seiner Gästeliste haben und warum?
Joe Perry von Aerosmith / Weil er ein großartiger Gitarrist ist

[Erstveröffentlichung in Gästeliste #2, Oktober 1998]

Interview: -David Bluhm-
Foto: -Pressefreigabe-

Aktueller Tonträger:
Eleven
(Clearspot/EFA)


22 Pistepirkko

 
 

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