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Interview-Archiv

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KELLY WILLIS
 
Hübsch mit (Cowboy-) Hut
Kelly Willis
"Kelly wer?" habt ihr euch wahrscheinlich gefragt, als ihr den Namen zum ersten Mal gelesen habt. Nun, eigentlich ist das kein großes Wunder, denn obwohl die ausgesprochen gutaussehende Dame, die das People Magazine in den Staaten 1994 zu den 50 bestaussehendsten Menschen der Welt (!) gezählt hat, seit 1990 bereits vier Alben aufgenommen hat, ist für sie nicht nur Europa gewissermaßen Neuland, auch musikalisch geht sie mit "What I Deserve", ihrem Debut für Rykodisc, neue Wege. Das Wie, Wo, Was, Warum erklärte uns die Dame aus Austin, Texas, am Ende eines langen Interviewtages in Hamburg.
Gästeliste: Es ist nicht nur meine Ignoranz, dass ich deine ersten Alben nicht kenne, oder?

Kelly (lacht): "Nein, eigentlich kennt mich hier niemand, aber es ist schön, dass trotzdem so viele Interviews zustande gekommen sind. Für mich ist das hier ein Neustart, aber ich empfinde das als sehr erfrischend. Es ist ja auch fast fünf Jahre her, dass ich eine Platte aufgenommen habe. In Amerika muss ich ein bisschen damit kämpfen, die Leute von meinen neuen Sachen zu überzeugen. Ich muss gewissermaßen mein altes Image auslöschen."

GL: Dein neues Album ist bester Country-Rock, wie wir ihn von den Jayhawks, Wilco oder Son Volt gehört haben. Ich gehe mal davon aus, dass deine frühen Alben eher puristische Country-Musik waren?

Kelly: "Ja, das stimmt, sie sind ja auch in Nashville entstanden. Ich habe allerdings schon immer versucht, etwas aus diesem Schema auszubrechen. Ganz am Anfang war ich sehr Rockabilly-beeinflusst, aber ich konnte fast nie meine eigenen Songs auf den Platten unterbringen, das passte einfach nicht in das Bild, das man in Nashville von mir hatte. Jetzt, auf dem neuen Album, habe ich die Hälfte der Songs geschrieben."

GL: Einer der interessantesten Songs der Platte ist allerdings dein Nick-Drake-Cover "Time Has Told Me".

Kelly: "Ich habe ihn ausgewählt, weil ich ihn einfach unglaublich schön fand. Nachher sagten mir dann einige Leute, dass Nick Drake fast heilig ist und man seine Songs eigentlich gar nicht so ohne weiteres covert. Ich wusste es aber einfach nicht besser (lacht).

GL: Im Mai wirst du hierzulande auch live spielen. Wie siehst du selbst deine Chancen in Europa? Country ist ja hier nicht gerade übermäßig populär.

Kelly: "Klar, Country hat ein gewisses Stigma, aber das ist halt mein Kreuz, das ich zu tragen habe. In den USA ist mein Publikum aber auch sehr gemischt. Straightahead Country-Fans, College-Studenten, die sich einfach sehr für Musik interessieren und viele Platte kaufen, und in Texas kommen sogar alte Ehepaare, die tanzen wollen. Alles sehr gemischt."

GL: Auf deiner neuen Platte spielen prominente Musiker wie Chuck Prophet von Green On Red, Lloyd Maines von Son Volt, und Gary Louris von den Jayhawks ist Co-Songschreiber... Wie kam es dazu?

Kelly: "Ich kannte all diese Leute, weil sie früher schon einmal in meiner band gespielt haben , wir Benefizplatten zusammen aufgenommen haben und so weiter. Ich würde gerne mal eine komplette Platte mit Son Volt zusammen einspielen. Dieses Mal war es mir wichtig, meine eigene Identität zu finden, aber für die Zukunft wäre die Zusammenarbeit mit einer eingespielten Band sehr schön!"

GL: Plattenfirma und Medien stecken dich und die anderen genannten Bands gerne in die Schublade "Americana". Die meisten Musiker allerdings wehren sich gegen eine solche Kategorisierung. Du auch?

Kelly: "Nein! Ich kann zwar deren Standpunkt verstehen, aber 'Americana' soll ja nur eine Hilfe sein, den Leuten besser zu erklären, worum es geht. Warum sollte ich diese Hilfe ablehnen?"

Weitere Infos:
www.kellywillis.com
Interview: -Carsten Wohlfeld-
Foto: -Pressefreigabe-
Kelly Willis
Aktueller Tonträger:
What I Deserve
(Rykodisc/Zomba)


Kelly Willis

 
 

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