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JESS KLEIN
 
Wings of a Dove
Jess Klein
Jess Klein macht Ihrem Namen alle Ehre. Verschwindend klein sitzt die zierliche Songwriterin aus Boston auf dem mondänen Hotelsofa, ganz so, als gehöre sie zum ornamentalen Inventar. Doch ganz so schlimm ist es nicht. Jess ist aufgrund einer "gestern Paris, heute Köln, morgen London"-Promo-Tour ein wenig erschöpft. Gerade noch wunderte sie sich über bemerkenswert trockenen deutschen Christstollen, schon muß sie wieder Auskunft über sich geben.
Jess, die richtig schön altmodischen, lyrisch angehauchten Country-Rock (die Debut-Scheibe spielte sie in Nashville ein) macht, hat aber auch eine eher untypische Entwicklungsgeschichte parat: "Musik gemacht habe ich eigentlich mein ganzes Leben lang", erzählt sie, "allerdings waren das zunächst Klassik und Jazz. Ich habe auch immer Gedichte geschrieben - aber so richtig habe ich meine Bestimmung nie gefunden. Das änderte sich erst, als ich während meines Studiums einige Zeit in Kingston, Jamaica lebte..." Dem - laut Jeb Loy Nichols - entspannendsten Ort der Welt. "Genau. Was mich aber in Kingston am meisten beeindruckte, waren die Dub-Poets, die ihre Gedichte mit Musik verbinden. Diese Sache faszinierte mich so, daß ich begann, eigene Songs zu schreiben und in diesem Rahmen vorzutragen." Reggae-Musik? "Nein, traditionelle Songs mit Gitarre", erläutert sie, "es war nicht die Musik, die mich inspirierte, sondern die Leute und die Art, wie sie sich geben. In Kingston gibt es nicht diesen Abstand zwischen Performern und Publikum. Es geht alles sehr entspannt zu. Das mochte ich und das half mir auch, mich mit meinen Songs zu präsentieren und auf diese Weise mit dem Publikum zu kommunizieren."

Im Anschluß hieran durchlief Jess dann die notwendige Routine: Live auftreten, herumreisen, eigene Songs aufnehmen etc. Sie veröffentlichte mehrere erfolgreiche Independent-CDs, bis sie dann an Ryko geriet. Ein interessanter Lebensweg - gibt es da eine logische Fortsetzung? "Hoffentlich nicht", schmunzelt sie, "ich lasse mich gerne überraschen." Musikalisch jedenfalls hat sie jetzt ihre Nische gefunden. "Ich bin an dem Punkt angelangt, wo ich mich sicher genug fühle, mit anderen Musikern meine Songs aufzunehmen. Die Musik, die ich jetzt mache, ist für eine Band geschrieben, und deswegen werde ich auch mit Band touren." Jess, die in der Bostoner Szene zu Hause ist, wo sie u.a. mit Mary Lou Lord, Catie Curtis oder Willard Grant Conspiracy zusammen spielte, ist aber auch ein Kind der Straße. So kommt es denn, daß sich in ihren Texten ständig Referenzen über andere Länder, Reiseerfahrungen, Täubchen, die irgendwohin fliegen oder andere Bilder aus der Natur wiederfinden. "Das ist sicher kein Zufall", meint sie, "ich fühle mich stark naturverbunden und Irland z.B. liebe ich über alles ('Ireland'). Aber ich mache nicht nur Songs über das Herumreisen." Nein, nein, denn in den ökologisch wertvollen Texten sind dann auch wieder schwerwiegende Metaphern verklausuliert. In Jess' Songs geht es nämlich vorwiegend um diese kleinen / großen Dramen, die sich im Zwischenmenschlichen so abspielen. Nur halt in hübsche Worte gekleidet. Ist das Poesie? "Nein. Meinen Gedichten als solches fehlte immer irgend etwas. Meine Texte sind ganz klar mit der Musik zusammen entstanden."

Jess Klein
Wenn sich Jess alles leisten könnte: Welche musikalischen Träume hätte sie denn so? "Momentan bin ich eigentlich in der Lage, musikalisch all das machen zu können, was ich möchte. Insofern habe ich auch keine weiterführenden Träume. Was weiter passiert, wird die Zukunft zeigen." Wunschlos glücklich - ist doch auch mal was!
Weitere Infos:
www.jessklein.com
Interview: -Ullrich Maurer-
Fotos: -Ullrich Maurer-
Jess Klein
Aktueller Tonträger:
Draw Them Near
(Rykodisc/Zomba)


Jess Klein

 
 

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