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ORBITAL
 
Pop? Techno? Altogether!
Orbital
Vor zwei Jahren wunderte sich Phil Hartnoll noch, dass es Orbital überhaupt schon so lange gibt. Seit zwölf Jahren versorgen uns Phil und sein Bruder Paul inzwischen mit exquisiter Unterhaltungselektronik, und der ursprüngliche Plan der zwei, die Suche nach einem "richtigen" Job per Plattenaufnahmen ein wenig nach hinten zu verschieben, hat sich zu einer echten Karriere und Lebensaufgabe gemausert. Doch mit der Zeit schlich sich eine gewisse Beliebigkeit ein, und die zwei Briten beschränkten sich streckenweise darauf, die eigene Geschichte, so glorreich die auch gewesen sein mag, zu reproduzieren.
Um so mehr überraschen sie mit ihrem neuen Album "The Altogether": Shockabilly, Post-Gabba, nur den typischen Orbital-Sound sucht man bei einigen Tracks vergeblich. Zumindest auf Seite 1. Denn auch wenn der erste Teil des Albums eine - streckenweise leicht irritierende - Neuausrichtung des Duos offenbart, gibt es auf Seite 2 dann mit den endlich auf Vinyl gebannten Livefavoriten "Doctor Who" und "Meltdown" die (teilweise) Entwarnung. Hatte ich Phil bei unserem letzten Interview noch vorgehalten, dass es mit wirklichen Innovationen ja wohl nicht weit her sei, war dieses Mal folgerichtig die erste Frage: Woher kommt der plötzliche Elan, dieses Mal alles ganz anders anzugehen? "Das haben wir natürlich alles nur für dich gemacht", gibt Phil schelmisch lachend zu Protokoll. "Ich hab zu Paul gesagt, wenn unsere nächste Platte wieder klingt wie die letzte, 'beschwert' sich der Journalist aus Deutschland wieder, hahaha."
Mal im Ernst, es muss doch irgendeinen Grund geben, warum man nach zwölf Jahren einen solchen Neustart wagt, oder? "Wir haben uns noch nie um das gekümmert, was gerade 'in' ist. Insofern hat sich von unserem Standpunkt aus auch unsere Herangehensweise nicht wirklich verändert über die Jahre. Wir haben immer schon sehr unterschiedliche Musikstile gemocht, und das ist auch heute noch so. Wenn gerade die neue Platte dennoch abwechslungsreicher erscheint - um so besser!", freut sich Phil.
Orbital
Das wohl auffälligste Stück des Albums aber ist eine Kollaboration mit David Gray, DEM absoluten Überflieger des Singer-Songwriter-Pop in Großbritannien. Auch wenn es längst nicht das erste Mal war, dass Orbital einen Gastvokalisten ins Aufnahmestudio bitten, als Windschattenfahrer in der Erfolgsspur Grays wollten sich die Hartnoll-Brüder dennoch nicht abstempeln lassen und deshalb wurde erst in letzter Sekunde entschieden, den Track doch nicht im Archiv verschwinden zu lassen, sondern auf dem Album zu veröffentlichen. "Wir wollten uns nicht vorwerfen lassen, seinen Ruhm auszunutzen", bestätigt Phil. "Da es uns aber auch sonst wenig interessiert, wie wir in der Öffentlichkeit gesehen werden, sagten wir uns letztendlich: 'Scheiß drauf, was die Leute denken'."

Zugegeben, die Wahl David Gray ist auf den ersten Blick schon seltsam. In der Vergangenheit war es höchstens mal die - inzwischen auch solo schwer angesagte - TripHopperin Alison Goldfrapp, die Phil und Paul ihre Stimme lieh, aber ausgerechnet Gray? Anstatt sich über den Vorwurf aufzuregen, fängt Phil ein weiteres Mal an zu grinsen. Denn für den Gastauftritt Grays hat er nun wirklich die perfekte Ausrede am Start, um sich vom Vorwurf des Trittbrettfahrens zu entlasten. "Es gibt einen einfachen Grund, warum wir mit ihm zusammengearbeitet haben: Er ist mein Schwager!!!"

Weitere Infos:
www.loopz.co.uk
Interview: -Carsten Wohlfeld-
Fotos: -Pressefreigaben-
Orbital
Aktueller Tonträger:
The Altogether
(WEA)


Orbital

 
 

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