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SWELL
 
David Freel ist (fast) alles egal
Swell
Wer nach elf Jahren und fünf Alben sein Publikum immer noch überraschen kann, der verdient in jedem Fall schon einmal Respekt. Und wenn es dann auch noch eine so positive Überraschung wie im Falle von Swell ist, hat man die Platte gleich doppelt so lieb. "Everybody Wants To Know" ist allerdings ein Knüller mit Ansage, denn schon vor Weihnachten erschien mit der - gleichzeitig eingespielten - 7-Song-EP "Feed" fast die Hälfte des Albums vorab.
Von einem wirklich homogenen Album kann trotzdem keine Rede sein. Zum einen entstand die Platte an gleich drei Orten (Miami, Chicago, San Francisco), zum anderen startete Freel, der aufgrund der geographischen Distanz kurzerhand seine an der Westküste beheimateten Musiker vor der Studiotür ließ und die Platte fast komplett im Alleingang einspielte, die Aufnahmen ohne großes Konzept. "Ich hatte einfach keine wirkliche Idee, in welche Richtung das Album gehen sollte, also dachte ich: Lass dich einfach treiben und sehen, wo das hinführt", erklärt Swell-Kopf David Freel in seiner typisch schläfrigen Art der Gästeliste beim Interview. "Das hat es auch bei früheren Platten schon gegeben. 'Too Many Days Without Thinking' zum Beispiel ist insofern ähnlich, als dass es auch 'nur' eine Sammlung von Songs ist, die nicht wirklich in Zusammenhang stehen. '41' und 'For All The Beautiful People' dagegen sind sehr fokussiert."

Inzwischen ist Freel wieder in seine alte Heimatstadt San Francisco zurückgekehrt. Anscheinend hat es ihm weit ab von der Homebase doch nicht so gut gefallen, immerhin taucht sowohl auf der "Feed"-EP als auch auf dem Cover der neuen LP der Satz "special regrets from Miami" auf. "Ich habe ungefähr sieben Monate in Miami verbracht. Die Stadt ist so runtergekommen, das ist unfassbar!", lacht David. "Ich habe noch nie solche Ghettos gesehen und so viele Menschen, die völlig am Ende waren. Die touristischen Attraktionen wie South Beach sind natürlich paradiesisch, aber wenn man ins Innere der eigentlichen Stadt Miami kommt - unbeschreiblich! Chicago dagegen war das komplette Gegenteil, alleine schon vom Wetter her. Ich bin im April in Miami weg, und dort waren es um die 30 Grad, und als ich in Chicago ankam, fegte mir der eisige Wind ins Gesicht. Chicago ist auch eine richtige Stadt, Miami ist einfach nur fucked-up, keine Ahnung, was die dort falsch machen. Man fühlt sich dort auch gar nicht wie in Amerika, es gehört wohl schon fast zu Kuba und den Inseln."

Mit seinem Wohnsitz ist es also ähnlich wie mit seiner Musik: David probiert alles mal aus und wenn's ihm nicht mehr gefällt, zieht er weiter. Dazu passt auch die auffälligste Zeile des neuen Albums. Im Titelsong heißt es nämlich: "Gonna stay my way, finally strong". Die Kernaussage des Albums? "Nee, überhaupt nicht", wehrt David ab. "Als ich das schrieb, ahnte ich schon, dass sich alle auf dieses Zitat stürzen würden. Fast hätte ich es noch aus dem Song genommen, aber dann dachte ich - was soll's?"

Genau, was soll's? Schließlich ist es genau diese Mischung aus Starrsinn und Selbstbewusstsein, die uns auch in Zukunft wohl noch viele spannende Platten von Swell garantieren dürfte.
Weitere Infos:
www.angelfire.com/mn/gethigh
Interview: -Carsten Wohlfeld-
Foto: -Pressefreigabe-
Swell
Aktueller Tonträger:
Everybody Wants To Know
(Beggars Banquet/Connected)


Swell

 
 

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