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GRANDADDY
 
Creating beauty out of trash
Grandaddy
Dass Grandaddy eine der außergewöhnlichsten Bands Amerikas sind, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Dafür hat sich die Band aus Kalifornien mit ihrem Debut "Under A Western Freeway" auch in Deutschland zu viele Fans erspielt. Doch was als billige Lo-Fi-Recordings in Triobesetzung und mit minimalem Equipment anfing, ist mittlerweile in ganz anderen Sphären angekommen. Die neue Platte der inzwischen zu fünft agierenden Grandaddies ist musikalisch nämlich nicht weit von den glorreichen letzten Epen von Mercury Rev oder den Flaming Lips entfernt. Musik, die zur Magie wird, musikalisch in der Vergangenheit (Stimme: Neil Young, Produktionstechnik: E.L.O.) gräbt, ohne sich rein auf's Kopieren zu beschränken.
Zwar nimmt die Band, die im Juni live in Deutschland spielen wird, auch weiterhin ihre Musik zu Hause bei Mastermind Jason Lythe auf, aber der opulente Sound der meisten Songs steht dem eines regulären Studios in nichts nach. Jason selbst erklärt, dass die Aufnahmen zu dieser Platte zwar komplizierter gewesen seien, das Album aber zusammenhängender geraten sei und langlebiger als der Vorgänger sein wird. Der Erfolg gibt ihm Recht. Vom vielzitierten Druck bei den Aufnahmen zum zweiten Album haben Grandaddy jedenfalls nicht viel gespürt. Der meiste Druck sei nicht von außen gekommen, erklärt Gitarrist Jim Fairchild bei unserem Gespräch im Kölner Büro des Labels, sondern von der Band selbst. "Beim Label werden natürlich bestimmte Erwartungen gehegt, aber sie haben uns das nie ins Gesicht gesagt, wahrscheinlich, weil sie wissen, dass wir darauf sowieso nicht anspringen würden."

Was das Verhältnis zum Label angeht, herrschte also stets eitel Sonnenschein? "Natürlich gab es von Seiten der Plattenfirma anfangs ein paar Versuche, uns in eine konventionellere Richtung zu lenken", erklärt Jason. "Aber wir haben ihnen sofort gesagt: 'Nee, das ist nicht der Weg, den wir einschlagen wollen'. Natürlich musst du triftige Gründe haben, Vorschläge abzulehnen, aber dadurch, dass wir das gleich zu Anfang geklärt haben, wurde es für uns und das Label letztendlich einfacher." Jim ergänzt: "Jason's Haus ist randvoll mit Equipment und Instrumenten. Deshalb war es für uns wirklich nie ein Thema, in einem regulären Studio aufzunehmen. Das Label wusste, dass Jason bisher stets unsere Musik selbst aufgenommen hatte und insofern hatten wir ihnen bereits demonstriert, dass wir kein teures Studio oder einen Produzenten brauchen. Für die zweite Platte haben wir einfach unserer Equipment ein wenig ergänzt und das war's!"

Obwohl die Ausrüstung des Studios ohne Zweifel eine große Rolle im Soundkosmos von Grandaddy spielt, reden Jason und Jim nicht sehr gerne darüber. Aus gutem Grund. Ihr Hauptaugenmerk richten die Kalifornier auf die Magie, die von ihrer Musik ausgeht und Jason fürchtet, dass genau dieser Aspekt zu kurz kommt, wenn er die Entstehung zu genau kommentiert. Das wichtigste sei bei Grandaddy immer noch der Aspekt der Wirklichkeitsflucht. Oder, wie Jim es zusammenfasst: "Ich denke, jeder echte Musikfan kennt das magische Gefühl, wenn dich eine Platte völlig unvorbereitet trifft und du denkst: 'Wie zum Teufel haben die das gemacht?' Dein Gehirn läuft auf Hochtouren und du saugst die ganze Atmosphäre förmlich in dir auf. Das wäre aber nicht so, wenn daneben jemand steht und sagt: 'Aufgepasst, wir haben das genau so und nicht anders gemacht. Hier wechselt die Tonart und hier haben wir dies und das gemacht.' Dann ist die ganze Magie verloren."

Weitere Infos:
www.grandaddy.co.uk
Interview: -Carsten Wohlfeld & Jörg Castor-
Foto: -Pressefreigabe-
Grandaddy
Aktueller Tonträger:
The Sophtware Slump
(V2)


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