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KENT
 
Mysteriöse Reiseführer
Kent
Die Schweden Kent legen mit "Hagnesta Hill" nun ihr viertes Album vor. Nach "Isola" das zweite in Englisch und wieder ein prächtiges Beispiel für großartig produzierten, melodiereichen Cinemascope-Gitarren-Rock-Pop mit Hit-Appeal. "Hagnesta Hill ist ein Stadtteil von Schweden", meint Bassist Martin Sköld und betätigt sich als beredter Reiseführer, "dort begann unsere Karriere, befindet sich unser erster Proberaum. Viele Schwedische Bands machen auf International sobald sie Erfolg haben. Wir wollten hingegen auch ein wenig das Bewußtsein für unsere Wurzeln wecken."
Dieses Konzept setzt sich im Artwork fort. Im ansonsten eher unverbindlichen Cover der Promo-CD stecken 8 Postkarten mit Bilderbuch-Ansichten der schwedischen Einödnis. "Schweden ist ein sehr großes, schönes Land, in dem aber nur wenige Menschen wohnen - fast wie Australien", ergänzt Drummer Markus Mustonen. Oder wie Canada. Musikern all jener Ländern ist eines gemeinsam: Sie haben - musiktechnisch - keinen eigenen Sound-Tradition, bedienen sich aber erfolgreich beim besten, was die englischsprachige Rockmusik zu bieten hat. "Wir haben schon eine Tradition", schränkt Martin ein, "insofern daß bei uns düstere, melancholische, gitarrenlastige Musik bevorzugt wird. Aber im Prinzip stimmt das schon: Wir orientieren uns schon an unseren Vorbildern." Insofern ist hat man bei Kent auch nichts gegen Konkurrenz - z.B. in Bezug auf das zeitgleich zu erwartende neue Oasis-Album. "Natürlich gibt es da eine Konkurrenz", meint Markus, "aber das ist gut so. Das belebt das Geschäft."
Kent
Dabei haben Kent durchaus einiges zu bieten, um Vergleiche aller Art bestehen zu können. Neben den exzellenten Songs des neuen Albums gefällt besonders die kristallklare Produktion (im Gegensatz etwa zum matschigen Sound vieler gleichgearteter Produkte). "Wir wollten dieses Mal etwas neues machen", erläutert Martin, "und haben uns entschlossen Pro-Tools einzusetzen." Pro-Tools ist ein zur Zeit ziemlich hippes Mac-Programm, bei dem anstelle auf Band, direkt in den Computer gespielt wird - mit allen Möglichkeiten, die dieses Medium bietet. So neigen solcherlei produzierte Stücke denn auch zu einem technokratischen Sound. Ben Lee, Folk Implosion oder die Cardigans sind hier gute Beispiele. Wie wurde dies bei Kent denn vermieden? "Man muß sich am Riemen reißen", meint Markus, "es kommt darauf an, nicht zuviel zu machen." Andererseits nutzten Kent - insbesondere was den Baß betrifft - das neue Medium konsequent. "Ich hatte mir bereits im Vorfeld überlegt, einen Moog-Bass zu benutzen", erklärt Martin, "Pro-Tools bietet jedoch noch mehr Möglichkeiten. Du kannst z.B. den Sound total verändern - oder aber eine Baßspur durch einen Gitarrensound ersetzen - wie in "King is Dead"." Hat sich denn der neue Sound auch auf's Songwriting ausgewirkt? "Nicht wirklich", überlegt Markus, "Joakim (Berg - der Sänger) schreibt die meisten Songs. Was sich niedergeschlagen hat, waren die unterschiedlichen Ansätze: Er wollte lauter langsame Songs, wir lauter schnelle, deswegen sind die meisten Songs Mid-Tempo. Und er wollte diesmal simpler, universeller an die Themen herangehen."

Mehr wollen Kent zum Inhaltlichen auch nicht sagen. Jeder soll sich seinen Teil denken etc. pp. Dann rückt Martin aber noch mit einem Grund heraus: "Ich liebe diese Bands, die ein bißchen mysteriös erscheinen, die kein Bild auf dem Cover haben (wie wir), von denen man nichts weiß. So sehe ich uns auch ein bißchen."

Weitere Infos:
www.kent.nu
Interview: -Ullrich Maurer-
Fotos: -Pressefreigaben-
Kent
Aktueller Tonträger:
Hagnesta Hill
(BMG)


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