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CANIDAS
 
Die seltsame Metarmorphose
Canidas
Karolina Brobäck und Adam Magnusson sind mächtig aufgeregt. Das ist der erste Promo-Trip für die Schweden von der Band Canidas und sie sind noch für die kleinen, angenehmen Dinge des Lebens dankbar, die ihr Job so mit sich bringt. "Die Journalisten in Deutschland sind alle total nett", freut sich Adam, "und man erzählte uns, daß dies hier ein guter Markt für Musik wie unsere ist." Canidas bieten eine interessante Variante der Slow-Motion-Musik - im Prinzip ist das Trip Hop ohne Keyboards. "Ja, das war uns sehr wichtig, daß wir nur mit Gitarren arbeiteten", stimmt Adam dem zu. Doch von vorne: Wie gesagt, Canidas kommen aus Schweden, was den beiden auch diffus wichtig ist. "Canidas ist ein Kunstwort, es bedeutet weiter nichts", informiert uns Adam, und die Scheibe heißt "Golden", "weil sie für uns so eine Art kleiner Schatz ist." "Ja, wir sind sehr stolz darauf, weil wir so lange daran gearbeitet haben", ergänzt Karolina.
Canidas
Was uns zum eigenartigen Entstehungsprozeß des Projektes bringt. "Ich habe vorher Jahrelang in einer Heavy Metal Band gespielt", offenbart uns Adam. Nun das erklärt zwar seine wüst tätowierten Arme, nicht aber die filigran-ätherische Flüstermusik, die Canidas jetzt machen. "Ja, ja, ich weiß, das ist seltsam", pflichtet Adam bei, "aber irgendwann stand mir die Heavy-Musik bis hier (macht Geste). Wir haben uns dann zusammengesetzt und überlegt, was wir anders machen können. Es war ein langer Rehearsal-Prozeß bis wir zu unserem jetzigen Sound gefunden haben." Das kann man sich vorstellen - sind doch z.B. Heavy Metal Gitarristen für ihre herausragenden Egos bekannt, die sie einem inneren Zwang folgend durch endlose Soli nach außen kehren müssen. "Ich sagte ja, daß es ein langer Prozeß war. Den endgültigen Sound fanden wir erst, als wir auf Karolina stießen." Karolina ist die Sängerin und Texterin von Canidas und erfreut uns mit einer engelsgleichen, glockenhellen Stimme, die wenigstens 2/3 der Wirkung von Canidas ausmacht. "Ich habe vorher eigentlich nur hobbymäßig gesungen", erzählt Karolina, "in einer Mädels-Punk-Band." Moment mal: Punk, Heavy Metal - was ist denn hier los? "Wir haben endlos lange geprobt", erläutert Karolina - und langsam klingt das wie eine Entschuldigung, "und das Rezept war, immer mehr Dinge wegzunehmen, und die Stimme in den Vordergrund zu stellen." In der Tat: Neben dem sehr raumgreifenden Sound der Band (die Gitarren sind mit allerlei Effekten versehen, um die fehlenden Keyboards zu ersetzen) steht die Stimme wie ein Leuchtturm im Wogen der musikalischen Wellen. "Ja, wir haben nur ganz wenige Effekte auf den Stimmen", begeistert sich Karolina, "und haben statt dessen darauf geachtet, mit dem Raum zu arbeiten. Mal kommt die Stimme von hinten, mal steht sie im Raum und mal haben wir versucht, so einen Rundum-Stereo-Effekt zu erzielen."
Canidas
Was wollen uns denn die Texte sagen? "Oh, damit drücke ich mich nur aus", meint Karolina bescheiden, "es sind sehr persönliche Texte. Es geht um mich, meine Freunde, meine Familie und so." Interessant ist noch, daß die Scheibe auf einem Label erscheint (Safe Sub), das sonst eher Tanzmusik macht. "Ja, das ist schon komisch", stimmt Adam zu, "ich habe Ole, dem Labelboss mein Tape in die Hand gedrückt und er meinte nur: 'Wow, das muß ich unbedingt rausbringen.'" Schön, daß es sowas noch gibt. Kommen wir zum Thema Konzerte. "Zunächst mal: Wir haben die ganze Scheibe live eingespielt", erklärt Adam, "der lange Instrumentaltrack, 'P.M.W.' ist z.B. ein Jam, den wir aufgrund des Vorschlages vom Produzenten aufgenommen haben." "Wir lieben es, live zu spielen", ergänzt Karolina, "aber wir mögen diese normalen Live-Situationen nicht. Wir möchten sowas tun, wie Matratzen im Raum auszulegen, mit Licht arbeiten, uns selbst im Raum verteilen und sowas. Mal sehen, wie das Publikum darauf reagiert." Ein schöner, hehrer Gedanke. Nur ob das durchführbar ist? Womit wir bei dem Problem wären, daß Deutschland zwar ein guter Markt für diese Musik sein mag, aber auch ein kleiner. Wenn man sich andere Acts, wie z.B. Low anschaut: Die spielen auch nicht vor hunderten von Leuten - und es sind immer dieselben. "Das ist uns schon bewußt", gibt Adam zu, "am schönsten wäre es, wenn eine andere, bekanntere Band auf uns zukommt, und uns fragt, ob wir mit ihnen touren möchten. Sigur Ros wären nicht schlecht - obwohl, die sind vermutlich zu groß. Wichtig wäre nur, daß die Leute von sich aus auf uns zukommen sollten." Na das wär doch mal was. Also: Alle bekannten, internationalen Acts, die das lesen und gerne mit Canidas touren möchten, mögen sich an die Gästeliste wenden.
Weitere Infos:
www.canidas.nu
Interview: -Ullrich Maurer-
Fotos: -Ullrich Maurer-
Canidas
Aktueller Tonträger:
Golden
(Safe Sub/Intergroove)


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