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TILMAN ROSSMY QUARTETT
 
Zurück an der Regierung
Tilman Rossmy Quartett
Nachdem er in den fast zwanzig Jahren seiner Plattenkarriere zunächst mit seiner legendären Band Die Regierung und später als Solokünstler eine Spur enttäuschter Plattenfirmen hinter sich herzieht, veröffentlicht der inzwischen in München heimisch gewordene Rossmy sein neues Album "Reisen im eigenen Land" - via eigene Website [www.tilman-rossmy.de] - kurzerhand selbst. Dabei ist neues Album ein relativ dehnbarer Begriff, denn obwohl die Platte ausschließlich neue Aufnahmen von Rossmy und seiner ausgezeichneten Band enthält, sind die Songs doch alt: Alte Klassiker der Regierung, in der Frühphase von Rossmy selbst als "Schrottrock" bezeichnet, bekommen hier ihre wohlverdiente zweite Chance im entspannten, countryfizierten Popsound der letzten Rossmy-Solo-Werke. Da sind "Häng hier nicht rum" und "1975" kaum wiederzuerkennen, und "Hennarotes Haar" klingt plötzlich nicht mehr pessimistisch, sondern auf seltsame Art fröhlich. Und mit dem brandneuen Song "Die alte Wohnung" beweist Rossmy zudem, daß er das Songschreiben immer noch beherrscht wie kaum ein Zweiter in Deutschland. Eigentlich kein Wunder, denn Rossmy ist eben ein Survivor-Typ. Gaesteliste.de nahm die "neue, alte Platte" und die am 6.1. in Köln startende Tour zum Anlaß, zusammen mit Tilman noch einmal seine Karriere Revue passieren zu lassen, die vor zwanzig Jahren im Ruhrgebiet begann.
"Anfangs war das eigentlich eher ein Wohnzimmer-Ding. Die Regierung hat ja auf Synthesizern angefangen, ich hatte damals einen Korg MS 20", erinnert sich Tilman. "Ungefähr 1981 hab ich begonnen, Tapes zu produzieren, dafür gab es damals eine Szene, eine eingeschworene Tape-Hörer-Gemeinschaft, in der man seine Sachen veröffentlichen konnte und immer so dreißig davon verkaufen konnte. Das kam ganz gut an, und irgendwann kam dann der Schritt, eine Platte zu machen. Allerdings hatte ich zu dem Zeitpunkt die Synthesizer schon satt und hatte mich wieder mehr auf Punkrock eingehört." Nicht unbedingt der logische Schritt, schließlich war zu dem Zeitpunkt die Electro-Pop-Bewegung eigentlich auf dem Höhepunkt. Wie kam es also dazu? "Der Auslöser war, daß ich mir zwei Platten gekauft hatte, eine von Human League, die andere von The Damned. Human League gefiel mir davor immer unglaublich gut, aber plötzlich fand ich die total scheiße, und The Damned fand ich total super", lacht Tilman. "Dann hab ich ziemlich schnell meinen Synthesizer verkauft und hab mein Ding dann mit Gitarren gemacht, was allerdings schon ziemlich problematisch war, weil man das nicht mehr so einfach im Wohnzimmer machen konnte. Dadurch wurde alles teurer, und man brauchte ein Studio und nicht zuletzt auch Leute, die mitspielten. Leider kannte ich eigentlich gar keine Musiker, bis ich diese Jazzrock-Combo kennen lernte, hahaha. Den Bassisten und den Schlagzeuger habe ich dann einfach - ohne geprobt zu haben - ins Studio gestellt, und dann haben wir die erste Platte innerhalb von zwei Tagen aufgenommen. Danach hab ich dann bei der Bank einen Kredit aufgenommen und die Sachen rausgebracht. Dann war die Platte draußen, und ich hab mich verliebt und das Interesse an der Musik verloren, hahaha! Deshalb wurden damals von der Platte auch nur ungefähr 50 Exemplare verkauft. Dazu hatte ich zwei Promo-Exemplare verschickt, eine an Sounds und eine an [das Stadtmagazin] Marabo. Damit war die Sache dann mehr oder weniger vergessen." Die inzwischen ohne Frage als legendär zu bezeichnende 80er-Jahre-Scheibe der Regierung hieß "Supermüll", was ob des Sounds nur bedingt ironisch gemeint war. So richtig vergessen war Die Regierung allerdings doch nicht: "Bei den Sessions war auch ein Freund [Robert Lipinski] von mir dabei, der ein oder zwei Gitarrenlicks gespielt hat, und mit dem habe ich versucht, hinterher eine richtige Band aufzumachen, wir hatten auch zwei oder drei Auftritte, aber dann haben wir das ziemlich schnell sein lassen, weil es wirklich schrecklich war, das muß ich selbst auch zugeben", lacht Tilman. "Wir hatten auch totale Schwierigkeiten, dafür noch andere Musiker zu finden."

Ende der Achtziger formierte sich ein paar Hundert Kilometer nördlich von Essen die Hamburger Szene, Michael Ruff von der damals noch ernst zu nehmenden Spex fand Die Regierung plötzlich großartig, und gleichzeitig konnte auch Rossmy wieder für die Band interessiert werden. "Robert ließ nicht locker und sagte immer wieder, daß wir mal wieder was machen sollten, und plötzlich standen wir dann in einem Proberaum in [Essen-] Steele, mit Thomas [Geier] als Schlagzeuger, und haben mit dem Jugendzentrumsequipment wieder angefangen. Wir haben dann ziemlich schnell ein Demotape aufgenommen undan Alfred Hilsberg [den Mann hinter den Hamburger Labels Scratch N Sniff und What's So Funny About...] geschickt, und der wollte überraschenderweise eine Platte mit uns machen. Auf einmal hatten wir dann eine Platte draußen, ohne überhaupt eigenes Equipment zu haben. Das ging alles sehr schnell und sehr einfach. Also habe ich mich wieder mehr engagiert, und das Musikmachen wurde wieder wichtiger für mich." Daran, wirklich Profimusiker zu werden, konnte die Band damals allerdings nicht denken. Nicht nur, weil abgesehen von einzelnen Ausnahmen das Backing fehlte, sondern auch, weil die Auftritte der Band alles andere als erfolgreich waren. "Wenn wir Auftritte hatten, dann immer zusammen mit anderen Jugendzentrum-Bands, die alle immer viel beliebter waren als wir. Wir haben eigentlich immer die Läden leer gespielt, hahaha. Das war wirklich ganz extrem! Robert war halt Sozialarbeiter, der hatte die Connections, deshalb durften wir immer spielen, aber die Leute haben das überhaupt nicht gemocht, hahaha! Auf der Platte kommt das ja auch nicht so hart rüber, aber live war das wohl ziemlich unerträglich, auch lautstärkemäßig." Nun soll es Bands geben, die über solche "Kleinigkeiten" hinwegsehen können und sich sagen: Uns doch egal, solange wir unser Ding durchziehen können. Bei der Regierung machten sich 1990 nach der Veröffentlichung der zweiten LP "So allein" allerdings doch Bedenken breit: "Na klar haben wir an uns gezweifelt, das ist natürlich echt ein Scheiß-Gefühl, und ich weiß auch gar nicht so genau, warum wir überhaupt weitergemacht haben. Wohl einfach, weil dann so langsam die Songs entstanden, die dann auf der 'So Drauf' gelandet sind. Einige der Songs von 'So Allein' waren ja auch aus der ersten Phase gewesen, die dann die fünf Jahre, in denen wir nichts gemacht haben, überdauert haben. Ich hatte ja in der Zwischenzeit auch nicht viel geschrieben. Bei den neuen Songs war uns dann einfach klar, daß die gut sind, da gab es ja auch schon so Songs wie 'Ganz tief unten', und 'Corinna' hatten wir auch schon. Die ganzen Hamburger-Szene-Typen haben das dann auch ganz gut angenommen, und dort hatten wir ein ganz gutes Standing, während das im Ruhrgebiet nach wie vor eine Katastrophe war. Eine weitere Platte bei Hilsberg konnten wir nicht mehr machen, weil sich die 'So Allein' nur 150-mal verkauft hat, das ist bis heute in Hilsbergs Geschichte die zweitschlechtest verkaufte Platte überhaupt, hahaha."

Tilman Rossmy Quartett
1992 landete Die Regierung dann bei L'Age D'Or, sozusagen beim Mittelpunkt der Hamburger Schule und auch wenn sich die beiden folgenden Platten ("So drauf" von 1992, auf der übrigens auch Tom Liwa mitwirkt, und zwei Jahre später das wohl beste Regierungs-Album "Unten") auch nicht übermäßig gut verkauften, kann man sie heute doch als wegweisend betrachten, nicht zuletzt, weil sich Tocotronic sehr auf die Platten berufen haben und so nach Auflösung der Regierung dafür sorgten, daß noch einige Exemplare über den Ladentisch gingen. Und die beiden ersten LP-Flops der Regierung sind heute gesuchte Sammlerstücke, die auf Plattenbörsen und bei Internet-Auktionen Höchstpreise erzielen. Doch zurück ins Jahr 1992, dem Jahr, in dem die Regierung auch zum ersten Mal richtig auf Tour ging. "Seitdem Thies Mynther [Ex-Die Allwissende Billardkugel, jetzt bei Stella und Superpunk] dabei war, haben wir wesentlich mehr live gespielt. Der kannte eben halt alle und hat sich sehr engagiert, weil er die Musik auch wirklich gut fand. Die Leute davor haben eben halt mitgespielt, aus welchen Gründen auch immer, sind dann aber auch ziemlich schnell wieder gegangen. Thies dagegen wollte genau das machen, und das war für uns natürlich ganz gut, und deshalb haben wir dann - langsam zwar - musikalisch einen Schritt nach vorne gemacht. Thies kannte Thomas von der Uni, und der war ein absoluter Indie-Fan, der auch unsere Hilsberg-Platte kannte und der deshalb ziemlich begeistert war, die Möglichkeit zu haben, bei uns einzusteigen." Mit der personellen Erweiterung änderte sich auch der Sound. War der dünne, wenngleich unglaublich gut zu den Songs passende Klang von "So allein" noch eher punkig angehaucht, schienen die Klavier- und Orgelparts und die damit einhergehenden fetteren Gitarrenspuren auf "So drauf" doch eher in Richtung experimentierfreudigem (Indie-) Rock zu deuten. "Das kam einfach dadurch, daß Thies ja eigentlich Keyboarder ist. Er wollte zwar immer Gitarre spielen, aber am Keyboard ist er einfach besser, und das war ja auch die Zeit, in der Primal Scream und so ihre Dancefloor-Experimente gemacht haben, und da haben wir auch ein oder zwei Stücke so gemacht, 'Komm zusammen' und 'So drauf'. Abgesehen davon sind wir musikalisch einfach besser geworden."

1992/93 konnte sich die Regierung dann auch außerhalb von Hamburg, wo Rossmy inzwischen seine Zelte aufgeschlagen hatte, ein bißchen etablieren, und eigentlich sah die Zukunft gar nicht so schlecht aus für die Essen-Hamburger Band, zu der dann auch noch der Berliner Herman Hermann (früher Lassie Singers, jetzt u.a. Britta) und Mense Reents (heute Egoexpress und Stella) stießen. Erstmals nahm die Band in einem wirklich guten Studio und drei Wochen am Stück die Songs auf, die später auf dem Album "Unten" landen sollten. "Wir hatten gleich zwei Produzenten, Herman Hermann und Chris von Rautenkranz, und die Sessions waren nicht ganz einfach. Vor allem zwischen Thies und Herman gab es große Spannungen, weil ich dem Herman mehr oder weniger das musikalische Ruder übergeben hatte und Thies, der vorher die Richtung bestimmt hatte, sich etwas rausgedrängt fühlte. Dazu kam, dass L'Age D'Or die Platte überhaupt nicht mochte, die waren vollkommen entsetzt, als wir die Platte abgegeben haben. Fairerweise muß man sagen, daß das auch ein bißchen daran lag, daß Herman die erste Version soundmäßig ganz puritanisch produziert hatte. Die klang einfach ziemlich low. Die Stimmung war nicht so besonders gut. Thies und ich sind damals zusammengezogen, und das war eine absolute Katastrophe, das war richtig traumatisch. Das hat schon Spuren hinterlassen, und da haben wir gesagt, wir machen jetzt noch eine Tour und dann ist Schluß." Um zumindest das fertig eingespielte Album noch zu retten, wurde Chris von Rautenkranz, der ja damals auch schon mit Blumfeld (und später mit Tocotronic) sehr erfolgreich zusammengearbeitet hatte, noch einmal an die Aufnahmen gesetzt, und die zweite Version stellte dann sowohl Band als auch Plattenfirma zufrieden. "Unten" erschien Anfang 1994, bekam überwiegend gute bis sehr gute Kritiken, doch im gleichen Monat, in dem Tocotronic in Hamburg ihre legendäre erste Single aufnahmen, ging die Regierung auf ihre unwiderruflich letzte Tour. Die Band spielte sogar noch einmal ein - später auf dem Bootleg "Wir sind wieder hier draußen" festgehaltenes - Konzert in Essen (wo Rossmy solo nie mehr aufgetreten ist), und dann war Schluß. "Thies und Mense wollten ihr eigenes Ding machen, Robert hatte geheiratet und wollte seinen Urlaub nicht mehr für die Band hergeben, insofern haben wir uns nicht im Streit getrennt, sondern es war eigentlich ein ganz natürliches Ende."

Fast zwei Jahre war es, bis auf einige vereinzelte Solo-Konzerte, ziemlich still um Rossmy, bis er sich Anfang 1996 mit dem von Bernd Begemann produzierten Soloalbum "Willkommen Zuhause" eindrucksvoll zurückmeldete. Eindrucksvoll nicht nur deshalb, weil die Songs besser denn je waren, sondern weil Rossmy auch eine musikalische Kehrtwende um 180 Grad anscheinend reibungslos vollzogen hatte. Sein Solodebüt (wie auch die folgenden Platten) hatte mit dem Garagen-Flair der Regierung jedenfalls überhaupt nichts mehr gemein, sondern spiegelte eher Rossmys (neue) Vorliebe für Künstler wie Lloyd Cole oder Mary-Chapin Carpenter wieder. Mit Begemann hatte er zudem einen Produzenten mit dem richtigen Händchen für (deutschsprachige) Popmusik gefunden, der ihm - auf der gemeinsamen Tournee im Frühling 1996 - nicht zuletzt auch noch zu einer neuen Band verhalf. "Wir hatten damals ein ganz gutes Budget, und wir konnten es uns leisten, eine wirklich gute Band zu engagieren. Folke [Jensen] hatte ja schon bei den Aufnahmen Gitarre gespielt, Stefan Rager von den Jeremy Days, der auf der Platte Schlagzeug spielt, konnte nicht, empfahl uns dann aber Rob [Feigel, seinen Nachfolger bei den JD], und der wiederum brachte Ralf [Schlüter, den Keyboarder] mit. Das waren alles Leute, die ich überhaupt nicht kannte, und nach nur vier, fünf Tagen Proben ging's dann auf Tour. Das waren damals also sozusagen hired guns, aber die hatten so viel Spaß dabei, daß sie danach dabeigeblieben sind."

Tilman Rossmy Quartett
Mit dem Tilman Rossmy Quartett entstanden 1997 und 1998 auch die beiden nächsten Platten, "Selbst" und "Passagier", die musikalisch ähnliche Ziele verfolgten wie "Willkommen Zuhause". Abgelehnt von großen Teilen der alten Regierungs-Gefolgschaft, geliebt von einem kleinen, aber erlesenen neuen, erwachseneren Publikum. Nach und nach schlichen sich bei den Konzerten dann auch immer mehr alte Regierungs-Stücke - wenngleich komplett umarrangiert - ins Live-Programm des TRQ. "Je länger wir unterwegs waren, desto mehr Regierungs-Stücke haben wir gespielt, weil die Jungs die einfach sehr mochten. Zu meinem Leidwesen war es sogar so, daß sie die Regierungs-Stücke lieber spielen wollten als irgendwelche neuen Sachen, hahaha. Irgendwann kam dann von Rob der Vorschlag, die Stücke doch mal so aufzunehmen, wie wir sie spielen und das haben wir dann gemacht." Trotzdem ist "Reisen im eigenen Land" keine verkappte "Best-Of"-Platte. Wären die Songs nur nach Publikums-Zuspruch ausgesucht worden, hätten sicherlich auch Titel wie "Markus", "Natalie sagt" oder "Alles gar nicht wahr" mit auf die Platte gehört. "Wir haben die Songs ausgesucht, die wir spielen können. Wir rocken ja jetzt nicht mehr so, und das werden wir auch nicht mehr machen. Einige der Stücke brauchen einfach diese jugendliche Energie, und an denen haben wir uns dann gar nicht erst versucht. Es gab auch Stücke, denen wir einfach nichts hinzufügen konnten. 'Corinna' zum Beispiel spielen wir eher schlechter als Die Regierung, und da haben wir deshalb auch die Finger von gelassen." Was nicht heißt, daß die neue Platte eine vorhersehbare Songauswahl hat. "Ganz tief unten" beispielsweise war zumindest musikalisch immer einer der härtesten Regierungs-Songs, der nun geradezu soulig und samtweich daherkommt. "Ich war nie richtig glücklich mit der alten Version. Wir waren ja damals eine ziemlich hart rockende Band, und da wären wir nie auf die Idee gekommen, so etwas aus dem Song zu machen. Bei dem Stück geht es ja darum, auf einer tiefen Ebene berührt zu werden. Im Laufe der Jahre ist mir aber bewußt geworden, daß die harte Herangehensweise da überhaupt nicht passend ist, weil man sich so ja wohl kaum öffnen würde."

Interessanterweise offenbart die neue Platte auch, daß sich zwar die soundtechnische Ausrichtung Rossmys, nicht aber unbedingt sein Songwriting-Stil stark verändert hat. Beim Auftritt auf dem Orange Blossom Festival von Glitterhouse vor zwei Jahren zum Beispiel hielten eine Menge Zuschauer die ihnen unbekannten alten Regierungsstücke für neue Rossmy-Solo-Songs, nicht zuletzt deshalb, weil Tilmans besorgniserregend gute Band die Stücke inzwischen wirklich wie ihre eigenen interpretiert. Da macht es auch nichts, daß Tilman in München wohnt, Folke in Hamburg, Ralf in Berlin und Rob derzeit vor allem in den Staaten unterwegs ist. "Es ist schon so, daß die so gut sind, daß man da nicht mehr zu proben braucht. Vor zwei Monaten habe ich ein Konzert nur zusammen mit Folke in Ulm gespielt, und da haben wir vorher auch nur eine halbe Stunde zusammen geprobt und trotzdem auf der Bühne Stücke gespielt, die Folke vorher noch nie gehört hatte. Zu proben brauchen wir also nicht, aber natürlich geht alles nur sehr langsam vorwärts. Ich war letztens für einen Tag in Hamburg und habe mit Folke fünf neue Songs aufgenommen. Die Jungs haben jetzt alle ihr Harddisc-Recording-System und schieben sich jetzt die Dateien hin und her. So kann man heute ja auch eine Platte machen." Ob und wann das nächste reguläre Rossmy-Album erscheint, hängt nicht zuletzt davon ab, ob "Reisen im eigenen Land" das investierte Geld wieder einspielt. Sollte das der Fall sein (warum eigentlich nicht?), dürften die neuen Stücke auch noch dieses Jahr das Licht der Welt erblicken, dann auch wieder im Vertrieb über die eigene Website.

Trotz der verstärkten Aktivitäten dieser Tage - wie wichtig ist Rossmy die Musik nach zwanzig Jahren noch? "Gute Frage, da bin ich mir selbst nicht so sicher", antwortet Tilman. "Mal mehr, mal weniger! Ich kenn das ja, immerhin habe ich schon einmal fünf Jahre nichts gemacht. Es sieht so aus, als würde die Musik bei mir immer mal wieder kommen und gehen. Ich weiß nicht, ob ich noch einmal professionell Musik machen wollen würde. Mit meiner Kreativität hat das jedenfalls nichts zu tun. Eher im Gegenteil, ich kann die jetzt besser die wirklich guten Sachen herausfiltern. Als Profi weißt du: Ich muß jetzt Stücke schreiben. Und das muß ich jetzt halt nicht. Jetzt kann ich so arbeiten, wie es mir am besten liegt: Ich schreibe Songs nur, wenn ich mich wirklich inspiriert fühle." Dazu paßt dann auch Rossmys letzte Antwort bei unserem Gespräch. Als wir nämlich von ihm wissen wollten, ob er nach der langen Pause noch irgendwelche "berühmten letzten Worte" habe, die er unbedingt veröffentlicht sehen wolle, antwortete er nur lachend: "Nee, mein Mitteilungsbedürfnis hat inzwischen doch ziemlich nachgelassen..." Trotzdem steht fest: Er ist zurück, der Survivor!

Weitere Infos:
www.tilman-rossmy.de
Interview: -Carsten Wohlfeld-
Fotos: -Pressefreigaben-
Tilman Rossmy Quartett
Aktueller Tonträger:
Reisen Im eigenen Land
(www.tilman-rossmy.de/Indigo)


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