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PETER STUART
 
Der Sachbuch-Songschreiber
Peter Stuart
Peter Stuarts Karriere ist seit Anbeginn sehr eng mit den Counting Crows verknüpft. Wie man auch auf Peters ausgezeichneter Homepage nachlesen kann, steckte er den Crows so um '94/'95 ein Tape mit eigenen Songs zu, was dann in Etappen dazu führte, daß ihn die Crows mit auf Tour nahmen, an deren Ende er auch einen eigenen Plattenvertrag bekam. Nachhaltig hat sich der quirlige, barfüßige und hemdsärmelige Alleinunterhalter, der die Crows auch bei uns auf ihrer ersten Tour unterstützte, damals als begnadeter Entertainer empfohlen. Danach spielte sich seine Laufbahn zunächst in den USA ab. Mit seinem Band-Projekt Dog's Eye View landete er gar einen Top-10-Hit. Nach einigen Umzügen beschloß Peter dann allerdings, unter eigenem Namen weiterzumachen, was durchaus seine Vorteile hat: "Wenn Du nicht in einer Band spielst", so erläutert Peter, "dann kannst Du Dir für die jeweiligen Songs einfach immer die Leute aussuchen, die am besten passen." Und wenn man dann Freunde wie die Crows hat, kann man natürlich auch auf diese zurückgreifen.
Obwohl Peter selbst lieber anders arbeitet. "Die brauchen ewig und drei Tage, um mit einem Album fertig zu werden", meint er, "so was kann ich nicht. Ich brauche da gewissermaßen die Limitationen eines Zeitbudgets, was ganz kreativ sein kann." Obwohl Peter also musikalisch ein ganz ähnliches Gebiet beackert wie seine bekannteren Freunde, hat das Ergebnis aber doch eine ganz eigene Note. "Ich bin kein typischer Geschichtenerzähler", beschreibt Peter seinen Stil, "ich würde mich eher als Sachbuch-Songschreiber bezeichnen, der mehr an Situationen interessiert ist." Und an interessanten Charakteren - von denen es auf "Propeller" nur so wimmelt. Zum Beispiel im Titelsong, "Propeller Girl". "Das ist eigentlich ein Komposition aus drei verschiedenen Charakteren: Propeller-Girl, Hyena-Girl und Elephant-Girl", führt Peter aus, "von allen habe ich gewisse Charakterzüge übernommen. 'Propeller' ist dabei ein Sinnbild für eine Vorwärtsbewegung, was ich in diesem Album auch verdeutlicht sehen möchte." Nun, wenn man dauernd über Situationen oder, wie auf dem Album auch, über Beziehungen reflektiert und dann noch ausdrücklich "keine Geschichten" erzählt, ist das doch nicht unbedingt ein Zustand der Bewegung, oder? "Nein, aber es geht auch mehr um die Einstellung. Die Illusion, sich in Bewegung zu finden. Es geht darum, daß Du zunächst mal die eigenen Schuhe zubinden mußt, bevor du loslegen kannst. Und dazu mußt Du dich erst mal überwinden." Ach so. Wie wichtig sind denn die Botschaften in seinen Texten? "Also ich mache zunächst mal Musik, um besser mit meinem Leben klarzukommen. Darüber hinaus bin ich immer froh, wenn ich mit meinen Songs eine emotionale Reaktion erreichen kann", überlegt Peter, "was meine Texte betrifft: Ich habe die Erfahrung gemacht, daß sowieso jeder Texte anders interpretiert. Ich liebe zum Beispiel Songs, von denen ich die Texte auswendig weiß, aber von denen ich nicht weiß, was sie bedeuten. Bei meinen Songs ist das so, daß z.B. das Stück 'Bring You Back' explizit über meinen Vater geschrieben wurde. Ich finde es aber auch okay., wenn darin jemand einen Song über eine Beziehung erkennt."
Peter Stuart
Was hat eigentlich der kleine blaue Baby-Hubschrauber auf dem Cover und der Website zu bedeuten? "Das Artwork hat meine Freundin gemacht", freut sich Peter, "das ist einfach ein Symbol für das 'Propellern'. Das ist einer der Vorteile, wenn Du mit einem kleinen Label zusammenarbeitest. Niemand erzählt Dir, wie Deine CD auszusehen hat, Du kannst machen was Du willst." Wieso veröffentlich Peter überhaupt auf einem Independent-Label, wo er doch einen Industrie-Deal in der Tasche hatte? "Das war mir schon sehr wichtig", erläutert er dies, "bei der Industrie geht es nur darum, möglichst viele Scheiben zu verkaufen. Wenn Du aber nicht zu den potentiellen Top-Sellern gehörst, wird Deine CD nicht richtig unterstützt - promotionmäßig und so. Das wollte ich mir bei dem neuen Album ersparen, denn ich hatte das Gefühl, daß genau das mit der Scheibe passieren könnte, deshalb habe ich die Rechte zurückgekauft." Angesichts der allgemeinen diesbezüglichen Umstände sicherlich eine richtige Entscheidung. So ist denn auch damit zu rechnen, daß Peter mit seiner neuen Scheibe bei uns auf Tour kommt. Was ihm auch sehr am Herzen liegt: "Das Schwierigste an der Rockmusik ist das Produzieren unter Druck - wenn irgend jemand etwas von Dir erwartet, Du Dich aber in einem kreativen Loch befindest", bilanziert Peter, "dafür ist aber das Live-Spielen das allergrößte. Das macht mir am meisten Spaß."
Weitere Infos:
www.peterstuart.com
Interview: -Ullrich Maurer-
Fotos: -Pressefreigaben-
Peter Stuart
Aktueller Tonträger:
Propeller
(ulftone/edel)


Peter Stuart

 
 

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