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JON SPENCER BLUES EXPLOSION
 
Keine Hemmungen
Jon Spencer Blues Explosion
"Ich bin nicht sicher, ob das wirklich so viel mit den Side-Projects zu tun hat, aber die Songs für die Platte habe ich geschrieben, nachdem ich mir ein komplettes Jahr vom Schreiben freigenommen hatte. Insofern haben wir einen sauberen Schnitt gemacht und sind ganz frisch ans Werk gegangen. Im Gegensatz zu früheren Platten hatten wir dieses Mal überhaupt nicht das Gefühl, an das letzte Album anzuschließen."
Jon Spencer sitzt am Ende eines langen Interviewtages an einem hoffnungslos zugemüllten Tisch im Foyer des Kölner Hotel Cristall und sinniert über den Stand der Dinge bei der Jon Spencer Blues Explosion, also genau der Band, die der New Yorker, der sich bei Interviews betont abgeklärt und unnahbar gibt, zusammen mit Judah Bauer und Russell Simins gegründet hat. Genau die Band, die unverständlich lange brauchte, um aus dem Schatten von Spencers legendärer erster Band, Pussy Galore, zu treten. Nun gut, mit einem genialen Albumtitel wie Pussy Galores "Dial M For Motherfucker" konnte die JSBX nie aufwarten, dafür aber mit (mindestens) zwei durch und durch großartigen Alben, "Orange" und "Now I Got Worry". Nach der bisher längsten Veröffentlichungspause, die von den drei Bandmitgliedern mit diversen Sideprojects - Boss Hog (Spencer), 20 Miles (Bauer), Solo-LP (Simins) -, einem Remixalbum und der Wiederveröffentlichung der ersten Blues-Explosion-Platten in Europa gefüllt wurde, melden sie sich jetzt mit dem Knülleralbum "Plastic Fang" zurück. Denn im Jahr 1 nach dem großen White-Stripes-Hype zelebriert immer noch keine zweite Band ihre ureigene Version des Blues mit so viel hemmungsloser Hingabe wie die Blues Explosion. Die drei rocken ohne Rücksicht auf Verluste und mit einer Inbrunst, die fast schon an Besessenheit grenzt. Daß die Platte streckenweise wunderbar ungehobelt daherkommt, liegt nicht zuletzt daran, daß die Band vor den Aufnahmen die neuen Stücke schon einmal live antestete. "Die Songs entwickeln sich auf der Bühne anders. Du lernst mehr über das Stück, wenn du es zuerst live spielst, weil du einfach näher dran bist. Du begreifst schneller, worum es in dem Stück geht, und das macht den Aufnahmeprozeß nachher natürlich einfacher", weiß Russell.
Jon Spencer Blues Explosion
Keine Frage, das neue, von Steve Jordan produzierte Album, läutet einen neuen Abschnitt für die Blues Explosion ein. Worin die Unterschiede zu den alten Songs bestehen, ist allerdings nicht sofort klar. Die von Gaesteliste.de geäußerte Theorie, daß die neue Platte zwei verschiedene Ziele verfolge - die Rhythmusgruppe klänge streckenweise recht clean, als wenn da eine Menge technischer Schnickschnack im Spiel gewesen wäre, Gesang und Gitarre dagegen klängen gewollt roh und dreckig - weist Jon weit von sich: "Nee, so ist das überhaupt nicht. Was du hörst, ist ja nur Russell am Schlagzeug und jemand, der mit einem weiteren Instrument den Rhythmus zusammenhält. Wir wollten einfach einen sehr soliden Sound". Das wirft natürlich die Frage auf, ob dieser gleichmäßige Sound, der die Platte so kompakt wirken läßt, eher zufällig entstand oder als Teil eines ausgeklügelten Konzepts, das sich die New Yorker vorher überlegt hatten. "Unser einziges Ziel war es eigentlich, eine wirklich kraftvolle Platte aufzunehmen, vor der es einfach kein Entrinnen gibt", erklärt Jon. Also schon eine gewollte Neuorientierung nach fast einem Dutzend Jahren in der gleichen Besetzung? Jon: "Ein bißchen spielt das natürlich schon eine Rolle. Wir wollten natürlich nicht immer wieder nur das gleiche machen, und ich glaube schon, daß uns das mit dieser Platte auch gelungen ist." Dem ist nichts mehr hinzuzufügen, außer: Recht hat er, der Mr. Spencer!
Weitere Infos:
www.mute.com/mute/jsbx/jsbx.htm
Interview: -Carsten Wohlfeld-
Fotos: -Pressefreigaben-
Jon Spencer Blues Explosion
Aktueller Tonträger:
Plastic Fang
(Mute/Virgin)


Jon Spencer Blues Explosion

 
 

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