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THE BREEDERS
 
The Drugs Don't Work
The Breeders
"Drogen sind nicht verkehrt, solange du sie ge-, aber nicht mißbrauchst. Ich zum Beispiel würde mir nie Drogen reinziehen, wenn ich betrunken bin!" Diese berühmte Aussage traf Kim Deal vor vielen, vielen Monden bei einem Interview mit dem britischen NME. Inzwischen ist die frühere Bassistin der Pixies zwar älter, aber nicht unbedingt weiser geworden. Allem Anschein nach hält sie heutzutage nämlich Pillen und Alkohol für eine durchaus sinnvolle Kombination - auch wenn das zur Folge hat, daß einige der Auftritte der - endlich! - wieder aktiven Breeders Ende letzten Jahres selbst von hartgesottenen Fans nur mit Mühe zu ertragen waren oder daß Kim mitten in einem Interview - so geschehen in Holland - schon mal einschläft (!) oder, wie beim Treffen mit Gaesteliste.de in Köln, die wenigsten Fragen beantwortet und wir dankbar sein konnten, daß ihr mitreisender Neu-Bassist Mando Lopez wenigstens einige der Ausführungen von Kim unterstützend erklärte.
"Title TK" heißt das erste Breeders-Album seit knapp neun Jahren (den 1996er Abstecher als The Amps nicht mitgerechnet), und der Platte ist der harte Kampf anzumerken, den die Band auszufechten hatte, damit sie überhaupt erscheinen konnte. Und daß mit der ersten Single "Off You" - übrigens ganz und gar nicht im Sinne der Plattenfirma - der Scheibe ein äußerst ungelenkes Stück vorangestellt wurde, ist auch ziemlich ungeschickt, aber von diesen kleineren Unwägbarkeiten abgesehen, ist das dritte Breeders-Werk doch - fast möchte man sagen: überraschenderweise - ein typisches Kim-Deal-Album geworden. Angefangen hatte alles Ende der 80er. "Die Breeders entstanden in einer Pixies-Pause. Ivo Watts-Russell von unserem Label 4AD hörte davon und wollte unbedingt ein Demotape haben. Kurz darauf lud er uns ein, eine Platte aufzunehmen, bei der ich für die eine Seite Stücke schreiben sollte und Tanya Donelly die Songs für die andere. Als wir die Aufnahmen dann allerdings endlich in Angriff nehmen wollten, verliebte sich Tanya in irgendeinen Typen. Deshalb sind letztendlich so wenig Stücke von ihr auf dem Album und es ist nur 32 Minuten lang." Daß Kim ihre Band - die im Juni in Deutschland touren wird - für die dritte LP zum dritten Mal komplett umkrempeln mußte, mißfällt ihr übrigens ebenso wie einigen Fans: "Wenn es nach mir ginge, hätte ich die Band mit vier Leuten gegründet, und die wären auch heute noch dabei. Nach der zweiten Platte habe ich das ja versucht. Die Scheibe der Amps erschien nur deshalb nicht als Breeders-Album, weil mich die anderen in der Band um eine Auszeit gebeten hatten und ich mich ihnen gegenüber loyal verhalten wollte. Hätte ich gewußt, daß sie eh nicht zurückkommen, hätte ich aus der Amps-Platte damals schon ein Breeders-Album gemacht." Heute gehören zur Band neben Kims zurückgekehrter Zwillingsschwester Kelley drei Haudegen von der kalifornischen Punk-Institution Fear, die Kim auf einer Sauftour an der Ostküste aufgegabelt hat. Die kompetente Mithilfe von Mischpult-Meister Steve Albini garantiert zudem, daß das Fehlen von Single-Überhits wie "Cannonball" oder "Divine Hammer" vom 1993er Album "Last Splash" hier durch musikalische und soundtechnische Geschlossenheit wettgemacht wird. Wie Kim Deal, die inzwischen in East Los Angeles - der Heimat ihrer neuen Bandkollegen - ein neues Zuhause gefunden hat, ist auch diese Platte der Breeders stets ein bißchen seltsam, aber gerade das macht sie letztendlich zu einem schaurig-charmanten Hörerlebnis.
Interview: -Carsten Wohlfeld-
Foto: -Pressefreigabe-
The Breeders
Aktueller Tonträger:
Title TK
(4AD/Connected)


The Breeders

 
 

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