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QUEEN ADRENA
 
Zwischen Trash und Kunst
Queen Adrena
Eigentlich kennen wir Queen Adreena, denn hinter dem neuen Namen verbergen sich Katie Jane Garside und Crispin Gray, die Anfang der 90er als verstörte Popmusikapokalypse Daisy Chainsaw schon für Furore gesorgt haben, doch dann relativ schnell vom Leben als Rockstars und von einander die Nase voll hatten. Jetzt sind sie wieder da, allerdings in neuem Gewand und mit neu verteilten Rollen. Inzwischen schreibt Katie Jane ihre Texte selbst, und während sie selbstsicherer als je zuvor die psychologischen Untiefen ihrer eigenen Vergangenheit auslotet, orientiert sich Crispin musikalisch heute mehr an PJ Harvey und Björk, aber für jedes triphoppende Stück à la "Yesterday's Hymn" gibt's auch anno 2000 aus dem Hause Garside/Gray noch einen Gitarrenschocker wie "X-ing Off the Days". Eine Band zwischen Trash und Kunst. Wo sie damit hinwollen, ist mir noch nicht ganz klar, aber in dem Moment, in dem sie genau das herausfinden, werden Queen Adreena eine richtig großartige Band. Versprochen!
Doch beginnen wir am Anfang: 1991 war Katie Jane Garside - für viele die weibliche Ausgabe von Iggy Pop - schon einmal kurz davor, ein Megastar zu werden, denn Daisy Chainsaw war Energie pur, und keine Geringere als Courtney Love ließ verlauten, dass es nur drei Frauen gäbe, die für die Riot Grrrl-Bewegung wirklich wichtig seien: Sie selbst, Kat Bjelland von den Babes In Toyland und eben Katie Jane Garside. Doch der Druck wurde zu groß und Katie sah sich gezwungen, Daisy Chainsaw ("Die Band war wie ein ungezähmtes Tier") zu verlassen. Den Großteil der 90er verbrachte sie dann damit, erst einmal wieder ihr eigenes Leben in geregelte Bahnen zu bringen, bevor sie im letzten Jahr per Zufall wieder an den ehemaligen Chainsaw-Gitarristen Crispin Gray geriet und beschloss, wieder mit ihm Musik zu machen. "Ich lebe in einer völlig eigenen Welt", gesteht uns Katie beim Gästeliste-Interview. "Nur sehr selten trete ich in Kontakt mit der 'wachen' Welt. Die Musik ist dabei das Mittel, die Grenze zu übertreten, mein Weg, der Isolation zu entkommen."

"Taxidermy" hat nur streckenweise etwas mit dem apokalyptischen Krach von Daisy Chainsaw gemein. Denn zwischen dem attraktiven Krach, den man von Garside und Co gewohnt ist, finden sich auch triphoppende Songs, manche machen sogar einige Gothic-Anleihen aus. Katie: "Es kommt allerdings darauf an, wie du Gothic definierst. Wenn du damit Romantik meinst, ist das okay, aber viele denken bei dem Begriff an Nebelmaschinen und Fledermäuse. Damit haben wir nix am Hut."

Queen Adrena
In gewisser Weise sei Queen Adreena ähnlich chaotisch wie damals Chainsaw, gibt Katie zu, allerdings sei sie nun - besser organisiert und mit Hilfe eines starken Managements - in der Lage, das Chaos innerhalb der Band von äußeren Einflüssen abzugrenzen. An die Zukunft denkt sie dabei nur selten: "Das ist wie bei den Anonymen Alkoholikern. Dort sagt auch niemand: 'Ich werde nie wieder einen Drink anfassen'. Und genauso wenig sage ich: 'Wir werden auf jeden Fall noch eine Platte machen. Ich denke stets nur an den nächsten Tag und hoffe, dass es irgendwie weitergeht."
Weitere Infos:
www.queenadreena.com
Interview: -Carsten Wohlfeld-
Fotos: -WEA-
Queen Adrena
Aktueller Tonträger:
Taxidermy
(Blanco Y Negro/WEA)


Queen Adrena

 
 

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