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THE SHINING
 
Groovy
The Shining
The Shining aus England sind noch relativ jung als Band, haben aber zwei Leute in ihren Reihen, die musik-geschichtlich schon einiges bewegt haben, mit einer Band, die u.a. über eine bitter-süße Symphonie gesungen hat. Aber das ist Vergangenheit, die Zukunft gehört Duncan Baxter, Mark Heaney, Simon Jones, Dan MacBean und Simon Tong, die mit The Shining und ihrer Musik - britischer Rock, eine ordentliche Portion Groove und ein unverbrauchtes Organ - vor allem die englische Musik-Presse in Aufruhr versetzten. Gaesteliste.de traf auf Bassist Simon Jones, Gitarrist Simon Tong und Sänger Duncan Baxter, der es sich allerdings während des Gesprächs zur Aufgabe gemacht hatte, cool aus der Wäsche zu schauen und eher nichts zu sagen.
Die beiden Simons verfügen aufgrund ihrer bisherigen Musiker-Karriere natürlich über einige Erfahrung, was das Aufnehmen eines Albums und das Songschreiben angeht, und mit The Shining wollten sie es daher dieses Mal ruhiger anfangen, nichts überstürzen. So haben sie sich dazu entschlossen, zuerst als Band zu wachsen, herauszufinden, wo die Stärken und Schwächen der anderen Mitglieder liegen und so eine gute Einheit zu bilden. Simon Jones: "Wir haben fast ein gesamtes Jahr damit verbracht, einfach zusammen zu spielen, aber nur im Übungsraum, wir wollten keine Gigs spielen, sondern erstmal ein Gefühl füreinander bekommen. Auf diese Weise sind dann nach und nach die ersten Songs entstanden, sei es durch das bloße Zusammenspiel oder durch Einbringung verschiedener Ideen von einzelnen Leuten. So hatten wir sieben oder acht Songs fertig, bevor wir ins Studio gegangen sind, und wir haben sogar einige Passagen von unseren Demos mit auf die Platte genommen." Simon Tong: "Unser Übungsraum befindet sich im Süden Londons, unter einer Eisenbahnbrücke, und auf einigen Demos kann man auch mal einen Zug vorbeirauschenn hören...von den Demos haben wir vor allem einige Drum-Sounds übernommen, denn wir haben dort Metall-Wände und die sorgen für einen richtig klasse metallenden Drum-Sound." Im Studio wurden dann die bereits geschriebenen Songs amtlich aufgenommen, und den Rest der Zeit hat man damit verbracht, einfach drauflos zu spielen und so neue Songs entstehen zu lassen, die letztendlich auch ihren Weg auf das Album gefunden haben. Simon Jones: "Es war gut zu wissen, dass wir bereits den Großteil für das Album geschrieben hatten, so hatten wir weniger Druck, und wir hatten vor allem die Möglichkeit, diesen speziellen Moment beim Zusammenspiel einzufangen, die Live-Performance mit auf die Platte zu nehmen. 'Until The End' oder auch 'Show You The Way' sind auf diese Weise im Studio entstanden. Es ist besser, wenn man nicht alles vorher durchplant, sondern einfach locker hineingeht und losspielt." So kann natürlich nur jemand sprechen, der sich mit Studio-Situationen auskennt und im gewissen Rahmen schon weiß, was zu tun ist, ansonsten dürfte das Ergebnis alles andere als zufriedenstellend ausfallen.
Wenn man seine eigene Platte aufnimmt und jeden Tag seinen eigenen Sound in den Ohren hat, muss man von Zeit zu Zeit abschalten und auch mal andere Sachen hören, einfach, um den Kopf frei zu bekommen oder vielleicht auch neue Ideen hervorzubringen. Simon Tong: "Während unseres Studio-Aufenthalts lief sehr viel Dance-Musik und HipHop! Man hört das vielleicht nicht unbedingt direkt in unserer Musik, aber im Dance- oder HipHop-Bereich gibt es erstklassige Grooves, schwere Drum- und Bass-Sounds. Sowas hat man ja nicht unbedingt in einer Rock-Band..." Simon Jones: "Ich halte es für sehr wichtig, einen guten Groove in der Musik zu haben. Wenn ich eine Band live sehe, will ich, dass sie mich zum Tanzen anregt, ich will mich zur Musik bewegen können. Als Bassist höre ich mir natürlich sehr viel Rhythmus-basierte Sachen an, in meinem Fall geht das von James Brown bis Sly And The Family Stone, HipHop, Soul, oder irgendetwas mit einem guten Groove. Ich bin im Nord-Westen Englands groß geworden, und dort entstand Ende der 80er diese große Dance-Szene, und ich war natürlich auch überall in den Clubs unterwegs. Diesen Rhythmus bzw. diesen Groove wollte ich schon immer in die Musik mit hineinbringen, aber nicht durch Samples, sondern mit 'richtigen' Instrumenten und Leuten, die so etwas selbst spielen können." Die erste Single, "Quicksand", kommt auch mit einem satten Groove daher... Duncan Baxter: "Ja, das war einer der ersten Songs überhaupt, den wir geschrieben hatten. Aber er war anfangs komplett anders..." Simon Tong: "Die Version auf dem Album klingt kein bisschen wie das Original." Simon Jones: "Wir hatten da zuerst so ein JJ Cale-Sample, ein richtiges Groove-Ding, und je mehr wir damit und darauf herumspielten, wurde aus dem kleinem Anfang ein monströser Guitar-Track! Jetzt hören wir immer wieder den Vergleich zu Led Zeppelin, und ist das überhaupt nicht das, wo der Song ursprünglich herkam. Es fing ja bloß mit diesem JJ Cale-Sample an, es schrie nach mehr Gitarren und letztendlich wurde daraus dieser schwere Guitar-Track, und wenn Leute einen Song mit schwerem Drum-Sound und fetten Gitarren hören, fallen wohl sehr oft die Worte Led Zeppelin. Aber das war absolut nicht unser Ziel, so zu klingen."
The Shining
In der englischen Presse wird The Shining wieder einmal als das nächste große Ding angepriesen, sie gelten als die größte Hoffnung des nordwest-englischen Rock. Nimmt man so etwas ernst? Simon Jones: "Als ich noch in The Verve war, habe ich so gut wie keine Artikel über uns gelesen, ich habe mir nur von Leuten hier und da etwas erzählen lassen. Ich bin der Meinung, man sollte sich nur um das kümmern, was man musikalisch machen will. Wenn man damit anfängt, die großartigen Sachen über einen zu lesen, wird man garantiert irgendwann von den schlechten Sachen verletzt. Man sollte sich auf seine Sachen konzentrieren. Letztendlich weißt du selbst, was du erreicht hast, du weißt, wer du bist und was du machst. Vielleicht werde ich mir all das durchlesen, wenn alles vorbei ist, wer weiß. Man sollte sich nur darauf konzentrieren, was man als Musiker macht, denn es kann schon wehtun, wenn man von einer Zeitung als Trottel bezeichnet wird..." Momentan sieht man ja überwiegend die Worte "Ex-Verve" in den Artikeln über The Shining - nervt so etwas nicht? Simon Jones: "Das war doch zu erwarten. Wir veröffentlichen gerade unser erstes The Shining-Album, The Verve war ja eine äußerst bekannte Band, wir haben irgendetwas um die sieben Millionen Platten weltweit verkauft, und da ist es natürlich unvermeidlich, dass die Leute unsere Vergangenheit ansprechen. Bei der nächsten Shining-Platte werde ich keine Fragen mehr zu The Verve beantworten, zu diesem Zeitpunkt möchte ich dann auch nicht mehr darüber reden. Es ist übrigens dasselbe für Richard [Ashcroft] - wenn man seinen Namen irgendwo liest, steht dort auch meistens der Zusatz 'Ex-Verve'. Da gibt es keinen Unterschied..." Einen recht krassen Unterschied gab es bei den bisherigen Konzerten von The Shining: Auf dem Haldern Open Air konnten sie kein bisschen überzeugen, die Band schien überhaupt nicht eingespielt und der Gesang ging oft daneben. Als Ausrede für die Band konnte eine längere Spiel-Pause und ein fehlender Soundcheck ausgemacht werden, denn ein paar Tage später bei den Auftritten u.a. in Berlin und Köln, in kleinen Clubs inkl. ordentlichem Soundcheck, konnte The Shining sehr überzeugen.
Weitere Infos:
www.theshiningarehere.com
Interview: -David Bluhm-
Fotos: -Pressefreigaben-
The Shining
Aktueller Tonträger:
True Skies
(Zuma Recordings/Epic/Sony Music)


The Shining

 
 

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