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MARK OLSON AND THE CREEKDIPPERS
 
The Family Way
Mark Olson And The Creekdippers
Das letzte Album des ehemaligen Jayhawks-Frontmannes Mark Olson heißt "December's Child" und ist bereits seit einiger Zeit zu haben. Und das ohne Probleme via Glitterhouse Records (Im Gegensatz zu den Scheiben seiner Frau, Victoria Williams, deren letzte Tonträger "Musings Of A Creekdipper", "Water To Drink", und "Sings Some Ol Songs" man hierzulande eher suchen muss). Warum aber entschließt man sich gerade jetzt auf Tour zu gehen? "Wir lieben es einfach, rauszugehen und unsere Musik zu spielen", meint Mark hierzu, "wir machen das aber eher auf einer Art 'Nimm es wie es kommt'-Basis. Wichtig ist dabei, dass wir jede Gelegenheit nutzen, auf den Beinen zu bleiben und vor allen Dingen an neuen Orten zu spielen."
Das ist natürlich eine Sache, die Mark immer schon getan hat. Zuletzt auf einer kurzen Tour mit den Creekdippers (neben Victoria spielten damals Buddy und Julie Miller mit) und vorher natürlich mit seiner alten Band, den Jayhawks. "December's Child" ist bereits die zweite Scheibe unter dem Sammelbegriff "Mark Olson And The Creekdippers". Wie der Vorgänger "My Own Joe Ellen", klingt auch diese CD so, als sei sie quasi im Wohnzimmer eingespielt worden. (Was übrigens als Lob gedacht ist, da der Sound so sehr schön organisch rüberkommt). "Also ehrlich gesagt, habe ich dieses Mal sogar versucht, es mehr nach einem Studioalbum klingen zu lassen", räumt Mark ein, "wir haben es in Mississippi aufgenommen mit ein paar Tagen in Joshua Tree zum mischen und bereinigen. Es scheint aber so zu sein, dass wir irgendwie immer auf diesen 'Heim-Sound' kommen. Ich hatte die Songs bereits alle vorher fertig und wir haben die Aufnahmen in fünf Tagen erledigt. Alle Vocals sind live gesungen und irgendwie fühlt es sich gut an." Das erklärt natürlich einiges - und wie gesagt: Es war ja kein Vorwurf. Worauf achtet denn der Songwriter Mark Olson heutzutage besonders? "Ganz ohne Frage sind das die Texte und die Botschaft der Songs", antwortet Mark, "ich interessiere mich zum Beispiel nicht besonders dafür, etwa den Instrumenten seltsame Sounds zu entlocken. Ich mag ihren natürlichen Klang so wie er ist. Und ich möchte jeweils zum Kern des Themas vordringen." Im Booklet der aktuellen CDs sind Fotos hinterlegt, die irgendeine Beziehung zu den Texten und Inhalten zu haben scheinen. Beim Stück "Alta's Song", in dem es offensichtlich um jemanden mit Drogen-Problemen geht, sind zum Beispiel Frauen beim Ernten von Mohn zu sehen (aus dem ja bekanntlich Opium gewonnen wird). "Ja, du hast recht", bestätigt Mark, "ich habe diese Fotos auf einer Tauschbörse in der Wüste erstanden. Sie stammen aus dem Jugoslawien der 50er. Wusstest du, dass Milosevics Eltern beide Selbstmord begingen, als es mit dem Land zu Ende ging? Ich kann dazu Stellung nehmen, weil jemand in meiner Familie das gleiche getan hat. Die Songs sind aus der Perspektive von jemandem, der die Scherben aufsammelt, nachdem der kollektive Wahnsinn vergangen ist." Was bei Marks Songs auffällt, ist der Umstand, dass er - im Gegensatz zu vielen seiner Landsleute - nicht übers Reisen, sondern eher über das "Zu-Hause-Bleiben" singt - eigentlich eher ein Charakterzug englischer Songwriter. "Das stimmt", bestätigt er, "ich denke auch über solche Sachen nach und ich höre mir auch gerne englische Songwriter an - Fairport Convention zum Beispiel. Ich mag aber auch Blues und Gospel und nehme das auch oft und gerne als Thema her. Und meine Themen finde ich meistens auch zu Hause." In Marks Songs wimmelt es von lebendigen und interessanten Charakteren. Woher kommen die? "Die kommen meistens aus meiner Familie", verrät Mark, "ich versuche immer, sie zu destillieren, um so die wirklich wichtigen Seiten ihrer Persönlichkeit zu zeigen. Jane und Jo Ellen waren zum Beispiel meine Großmütter. Alta war eine Lady aus Joshua Tree, die so etwas wie eine Stammesälteste war. Moses hingegen ist nur ein Name, der sich besonders gut singen lässt. Da dachte ich an niemanden besonders. Father John Kaiser, dem ich den Song 'Climb These Steps' widmete, war ein Cousin von mir, der 30 Jahre als Priester in Kenia arbeitete. Ich bewundere seinen Enthusiasmus für das Leben und die Wahrheit, und wie das andere Leute inspiriert hat." Gibt es eigentlich einen Unterschied zwischen der Arbeit in einer fixen Band wie den Jayhawks und einen eher lockeren Ansatz wie den Creekdippers? "Eigentlich nur die Tatsache, dass ich jetzt auch gleichzeitig der Tour-Manager bin", meint Mark, "es ist jetzt auch nicht mehr so viel Business wie früher." Übrigens gibt es auf "December's Child" den Track "Say You'll Be Mine", den Mark mit seinem ehemaligen Bandkumpel Gary Louris schrieb. Ob es allerdings weitere Zusammenarbeiten dieser Art geben wird, ist ungewiss. "Ich kann es ehrlich nicht sagen!" ist Marks Kommentar zu diesem Thema.
Was dürfen wir denn erwarten, wenn Mark und Victoria auf Tour kommen? Bei den Creekdippers saßen ja zum Beispiel alle zusammen und riefen sich dann immer Stücke zu, die sie dann ad hoc anstimmten. "Victoria und ich haben ja jetzt immerhin 12 Alben, aus denen wir Material spielen können", überlegt Mark, "wir werden tatsächlich versuchen, von allen etwas zu spielen, denn wir spielen gerne ein paar Stunden am Stück. Unterstützt werden wir von einem Drummer aus Joshua Tree und dann lassen wir uns immer noch ein Hintertürchen für alles Mögliche offen." Früher mit den Jayhawks und auch jetzt mit den Creekdippers streut Mark ja immer gerne die eine oder andere Coverversion ein. Nach welchen Gesichtspunkten wählt er denn diese aus? "Ganz einfach", erklärt er, "der Song muss mir gefallen und ich muss ihn gerne wieder hören wollen."
Weitere Infos:
www.victoriawilliams.com
www.creekdipper.com
Interview: -Ullrich Maurer-
Foto: -Pressefreigabe-
Mark Olson And The Creekdippers
Aktueller Tonträger:
December's Child
(Glitterhouse/Indigo)


Mark Olson And The Creekdippers

 
 

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