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SNAKE RIVER CONSPIRACY
 
Kreuzzug der Musik
Snake River Conspiracy
Tobey Torres, ihres Zeichens Sängerin und Frontfrau von Snake River Conspiracy, bezeichnet sich selbst als eine Mischung aus Trent Reznor und Siouxsie. Hm. Also, mal rumschreien, mal singen, mal Krach, mal Pop. Kommt ungefähr hin, denn mit "Sonic Jihad" liefert Tobey mit ihrem Kollegen Jason Slater ein Album ab, auf dem es sowohl Balladen als auch knüppelharten Industrial gibt. Die Mischung macht's...
Wenn man viel mit Technologie arbeitet, wird es natürlich schwierig, das alles auf der Bühne entsprechend umzusetzen, ohne daß es wie ein einziger Elektronik-Brei klingt - wie setzen Snake River Conspiracy dies um? Tobey: "Wir haben zwar einen Sampler auf der Bühne, von dem viele der Effekte des Albums kommen, wir haben aber auch einen zweiten Gitarristen, einen Bassisten, Jason ist am Bass, dann noch einen Drummer und mich. Die Leute sollen uns als eine Rock-Industrial-Band sehen und uns auch ernst nehmen. Daher haben wir auch sehr lange daran gearbeitet, viele Samples in Gitarren-Sounds umzusetzen und dadurch werden unsere Songs live sehr viel härter. Es scheint sich zu lohnen, denn die Reaktion der Leute, die uns vorher nur von CD gekannt haben, war überwältigend. Ich hatte schon ernsthafte Zweifel gehabt, ob das alles ankommen würde, denn für mich gibt es nichts schlimmeres, als von einer Band bei einem Konzert enttäuscht zu werden. Es gibt soviele gute Platten, aber die Live-Shows sind dann sehr oft kompletter Scheiß." Also herrscht das Rock'n'Roll-Leben vor? Tobey: "Nein, für mich nicht. Als im Juni meine Mutter an ihrer Alkohol-Sucht gestorben war, bedeutete dies eine große Veränderung in meinem Leben - von da an habe ich mit der ganzen Party-Macherei aufgehört, keine Sauferei mehr, und ich nehme seitdem das ganze Leben viel ernster. Das hat auch seine guten Seiten, denn ich fühle mich inzwischen viel stärker, meine Stimme kommt besser rüber und ich nehme viel mehr wahr."
Snake River Conspiracy
Wie sieht es denn inzwischen mit dem alten Vorurteil aus, daß Rock-Bands mit einer Frau als Sängerin nichts taugen? Tobey: "Es gibt hier in Amerika ein paar Radio-Stationen, die ausschließlich Rock mit männlichen Stimmen spielen, Frauen-Stimmen haben dort nichts zu suchen. Das finde ich ein wenig seltsam, aber es gibt immer noch genügend andere Stationen, die alles spielen. Mit diesem Vorturteil habe ich nicht so viele Probleme, denn ich denke, daß mich die Leute ernst nehmen, gerade weil wir so aggressive Musik spielen und ich mit meiner Stimme und meinem Aussehen überzeugen kann. Bis jetzt hat noch keiner irgendetwas negatives gesagt - vielleicht haben die ja alle Angst vor mir?!?" Und der Vorwurf, daß man mit der ganzen Elektronik auch die Stimme manipulieren kann? Tobey: "Wir haben nur einem Song, bei dem ein paar Stimmen (in dem Fall ein Jungen-Chor) vom Sampler kommen, alles andere bin ich selbst, und nur ich selbst. Das war mir von Anfang sehr wichtig, daß alles echt ist, daß nichts gefaked ist. Für mich gibt es nichts schlimmeres als eine beschissene Lip-Syncing-Nummer, das ist eine einzige riesige Scheiße!"

Was verbirgt sich denn eigentlich hinter dem Album-Titel, "Sonic Jihad" - hat das irgendeinen religiösen Bezug? Tobey: "Nein, das hat absolut nichts mit Religion zu tun, obwohl das viele Leute annehmen. Wir sehen das eher als unseren Kreuzzug der Grundsätze, oder auch einen Kreuzzug unserer Musik." Neben den aggressiven Songs gibt es auf dem Album auch viel richtigen Gesang, also nicht nur eine permanente Schreierei... Tobey: "Ja, das war auch der Plan gewesen. Viele Sänger schreien das ganze Album durch, und das wollten wir nicht. Es herrscht eine gute Balance zwischen Sich-die-Sehle-rausschreien und richtigen Gesang, mit viel Gefühl und Atmosphäre. Ich denke, es gibt sehr wenige Leute, die das Laut-Leise-Spiel beherrschen...Chino von den Deftones kann das zum Beispiel, auch finde ich Garbage recht gut, aber wir führen das viel weiter." Neben "Lovesong" von The Cure gibt es noch einen weiteren Cover-Song auf dem Album: "How Soon Is Now" von The Smiths. Wer kam denn auf die Idee? Tobey: "Ursprünglich wollten wir noch einen Hidden-Track auf dem Album haben, und es sollte ein Cover werden. Da ich ein riesiger Smiths-Fan bin, habe ich diesen Song vorgeschlagen, denn 'How Soon Is Now' ist einfach so eine großartige 80er Hymne, und außerdem ist Morrissey neben Siouxsie mein großes Idol, mit dieser Musik und diesen Leuten bin ich aufgewachsen, und ich habe einfach eine so gute Beziehung zu diesen Songs. Ich denke, ich habe Morrissey's Sicht bei 'How Soon Is Now' in eine Mädchen-Sicht übertragen, mit all meinem Frust, und ich weiß noch ganz genau, wie sehr ich mich damals auf der Highschool mit diesem Song identifizieren konnte." Tja, wer kann das nicht?!? Tobey konnte es zwar noch nicht 100%ig versprechen, aber da sie sich unbedingt einen Traum erfüllen will, werden Snake River Conspiracy versuchen, im Herbst hier in Deutschland aufzutreten - das wird auf jeden Fall ein Augen- und Ohrenschmaus, auf den man sich freuen darf...

Tobey's Gästeliste-Wunsch...

Weitere Infos:
www.snakeriverconspiracy.com
Interview: -David Bluhm-
Fotos: -Pressefreigaben-
Snake River Conspiracy
Aktueller Tonträger:
Sonic Jihad



Snake River Conspiracy

 
 

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