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THE MINUS 5
 
Auf dem Kriegspfad
The Minus 5
Als The Minus 5 vor rund zwei Jahren ihr Album "Let The War Against Music Begin" veröffentlichten, hatten M5-Mastermind Scott McCaughey und R.E.M.s Peter Buck eigentlich Material für zwei Alben zur Verfügung. Die fröhlicheren, poppigeren Nummern wurden - nicht zuletzt auf sanften Druck des damaligen Labels - letztendlich für das Album ausgesucht. Nun erscheint in der bekannten "Return To Sender"-Mailorder-Serie des Bonner Normal Records Labels der zweite Teil der Sessions, betitelt "I Don't Know Who I Am". Von Outtakes zu sprechen wäre allerdings falsch. Richtig dagegen ist, dass die Platte einen wesentlich düstereren Touch hat, der aber der McCaughey'schen Lyrik sehr entgegenkommt und, mehr als der erste Teil, das Anfang des Jahres veröffentlichte letzte reguläre M5-Album "Down With Wilco" soundtechnisch vorwegnimmt. Zwischen 60s inspirierten Popsongs und verqueren Zirkusnummern gibt's hier alles, was der Freund guter Popmusik abseits des Mainstream hören möchte. Als Gäste sind dieses Mal u.v.a. Ken Stringfellow und Jon Auer (The Posies), Jason Finn (Presidents Of The USA), Morgan Fisher, Jeff Tweedy und Barrett Martin (Screaming Trees) mit von der Partie.
Um mit dem Anfang zu beginnen: Auf dem Cover sind mehr Weingläser als Bandmitglieder zu sehen. Ist das etwa ein Hinweis auf die Entstehung der Platte? "Diese Platte entstand in einer ziemlich intimen Atmosphäre", erklärt Scott McCaughey im Gaesteliste.de-Interview. "Damit will ich sagen, dass zwar viele Songs mit 'flüssigen Begleitern' aufgenommen wurden, aber häufig waren es nur eine Flasche Whiskey und ich - alleine in meinem Kellerstudio. Wein gibt es eher bei Peter zu Hause, und Bier trinken wir im richtigen Studio. Aber alles in allem ist es nicht so ein Partyalbum wie 'Music For Lonely Losers.'"

In den Liner Notes erwähnt Scott, dass er hofft, sein Publikum findet das neue Minus-5-Werk "erschütternd". Um zu erfahren, was genau er damit meint, fragten wir ihn, welche Platten anderer Künstler er auch als "erschütternd" bezeichnen würde. "Hm, ohne groß nachzudenken würde ich sagen: 'Tonight's The Night' von Neil Young & Crazy Horse, 'Big Star 3rd/Sister Lovers' von Big Star oder 'Berlin' von Lou Reed!" Das neue Minus-5-Werk ist also in bester Gesellschaft. Doch auch wenn die Stücke hörbar anders klingen als "Let The War Against Music Begin Volume 1" und "Down With Wilco", entstanden sie doch auf ähnliche Weise. "Meistens schreibe ich die Songs auf der Akustikgitarre oder am Piano. Wenn es dann ans Aufnehmen geht, versuche ich mich wahllos an herumliegenden Instrumenten und Effekten, um stets etwas zu finden, das ungewöhnlich oder anders ist. Peters Ideen sind oft spezifischer, er weiß genauer, was bei einem bestimmten Song gut klingt. Die E-Bow-Gitarre bei 'There Is No Music' zum Beispiel oder der Orgelpart bei 'Saturn Is A Place On Earth.'"

Das ist auch der Grund dafür, warum es auf dem neuen Album zumindest scheinbar weniger von Peter zu hören gibt als auf allen anderen Minus-5-Platten. "Es stimmt, von Peters Markenzeichen-Sound ist nicht viel zu hören. Auf 'Volume 1' gibt es ja noch jede Menge 12-saitige Gitarren. Trotzdem spielt er auch auf 'Volume 2' auf mehr als der Hälfte der Songs, am auffälligsten bei 'Myrna Loy' und 'Submachine Girl'. Zu beiden schrieb er die Musik und spielt die meisten Instrumente." Apropos viele Instrumente: Hat Scott eigentlich ein bestimmtes Lieblingsinstrument? Denn nicht nur auf den Minus-5-Platten spielt er so ziemlich alles, was ihm in die Finger kommt. Auf der unlängst zu Ende gegangenen R.E.M-Tour - Scott ist bekanntlich seit rund zehn Jahren Mitglied der R.E.M. Touringband - spielte er abwechselnd Keyboards, akustische und elektrische Gitarre, Pedal Steel und Bass. "Ich liebe es, all diese Instrumente zu spielen. Mein Favorit ist trotzdem die Akustikgitarre, weil ich so die meisten meiner Songs schreibe. Live spiele ich aber lieber E-Gitarre - einfach, weil sie lauter ist und nicht so leicht kaputtgeht."

Auch wenn die kommenden Monate vor allem durch die R.E.M.-Welttournee in Anspruch genommen werden: Welche Pläne hat Scott denn für Minus 5 und seine andere Band, die Young Fresh Fellows, mit denen er ja auch schon seit zwanzig Jahren spielt? "Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten für weitere Minus-5-Platten. Ich will alle verwirklichen und arbeite in jeder freien Minute daran. Ich habe mit Peter über ein Konzeptalbum namens 'The Drunkard's Progress' gesprochen, außerdem soll es ein Album von The Minus 5 zusammen mit The Mendoza Line geben, das eine Hommage an meinen guten Freund, den verstorbenen Songwriter Jimmy Silva werden soll. Die Fellows haben auch einige neue Stücke aufgenommen, aber wir sind in alle Winde verstreut und finden kaum Zeit, gemeinsam an einer neuen Platte zu arbeiten. Das ist trotzdem etwas, das ich wirlich gerne tun würde. Aber wie sagten Booker T.& The MGs so passend? 'Time Is Tight'!"
Weitere Infos:
www.minus5.com
Interview: -Carsten Wohlfeld-
Foto: -Pressefreigabe-
The Minus 5
Aktueller Tonträger:
I Don't Know Who I Am (Let The War Against Music Begin Volume 2)
(Return To Sender/Glitterhouse)


The Minus 5

 
 

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