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LUKE
 
Live-Spaß
Luke
"In Less Than No Time", die aktuelle Scheibe von Luke, ist ja bereits vor einiger Zeit erschienen und sollte eigentlich in jedem gutsortierten Plattenschrank zu finden sein. Mit ihrer menschenfreundlichen Variante des harten Rock mit melodischem Einschlag haben die Jungs ja bekanntlich den Nerv der Zeit getroffen. Nachdem die Band eine Zeit lang als Trio unterwegs war, (als Ur-Gitarrist Christian Häusler die Band verlassen hatte), gab es - rechtzeitig zur neuen CD und zur anstehenden Tour - wieder Frischfleisch in Form des ehemaligen (gelangweilten) Tontechnikers Kai-Philipp Schöllmann, der jetzt die Gitarre schwingt. Und alles was recht ist: Eine ordentliche Gitarrenband wie Luke macht zu viert doch einfach eine bessere Figur, nicht wahr?
Nun also wollen die Jungs uns das alles noch einmal live verdeutlichen. Warum aber gerade jetzt? Ist das terminlich in Bezug auf die Veröffentlichung der Scheibe nicht ein wenig gewagt? Stephan Sodeur, der Bassist und langjähriges Gründungsmitglied der Band erklärt das so: "Nun ja, das hat glaube ich mehrere Gründe. Zum einen ist es für eine Band wie Luke nicht wirklich einfach, jederzeit Läden zu finden, in denen man spielen kann und zum anderen haben wir seit Anfang des Jahres eine neue Booking-Agentur [Mikrokultur, Berlin], die auch erst mal etwas Vorlauf gebraucht hat. Und zu guter Letzt stimmt natürlich auch, dass wir in unserem 'normalen' Leben alle recht eingebunden sind und erst mal ein Termin gefunden werden muss, wo alle 14 Tage Zeit haben." Ist Zeit per se ein Problem bei Luke? Immerhin heißt die Scheibe ja "In Less Than No Time"? "Also 'In less than no time' bedeutet ja in etwa sowas wie 'plötzlich' oder 'ohne dass man wirklich etwas gemerkt hätte'", erläutert Stephan, "und das war unser Gefühl, als die Aufnahmen endlich fertig waren. Im Rückblick kam es uns alles sehr schnell und wenig anstrengend vor." Und so klingt die Scheibe im Prinzip ja auch: Wenig anstrengend - oder, was es besser trifft: Unangestrengt. Und kann es sein, dass Luke jetzt auch ihr Herz für die Melodie als solche gefunden haben? "Eigentlich ist die Entstehung unserer Songs über alle Platten hinweg gleich geblieben", überlegt Stephan, "aus einer Grundidee von Heiko machen wir gemeinsam im Proberaum einen fertigen Song, der auch mal von der ersten Idee abweichen kann. Neu ist allerdings, dass sich Kai-Philipp jetzt auch mit eigenen Songs einbringt. Ist ja auch die erste CD, an deren Entstehung er von Anfang an dabei war." Welche Funktion haben bei Luke eigentlich die Texte? Aufgrund dessen, dass doch alles ziemlich laut - und zum Teil auch verzerrt - vor sich geht, kann man ja nicht alles verstehen. Und abgedruckt sind die Texte ja auch nicht. "Der Gesang ist bei uns so etwas wie das fünfte Instrument und soll in erster Linie eine Melodie transportieren", erklärt Stephan, "dazu kommt, dass Guido Lukas, der die CD ja aufgenommen hat, den Gesang gerne in die restliche Musik einbettet und nicht gut verständlich sozusagen oben drauf setzt." War es auch Guidos Idee, die Songs zuweilen bis an die Schmerzgrenze auszusteuern? "Ja, super oder nicht?", freut sich Stephan, "...der Guido macht halt genau so einen Sound. Uns gefällt die Mischung aus eigentlich melodischen Songs, die aber sehr hart bzw. verzerrt daher kommen. Es gibt ja auch Ausnahmen auf der CD wie zum Beispiel 'Meet Me At The Cornershop' oder 'Brasileiro', was die ganze Sache hoffentlich abwechslungsreicher macht." Ja, das stimmt schon.
Aber dennoch sei die Frage erlaubt, wie lange man denn auf der Schiene der "Angry Young Men" so weiterreiten kann? Irgendwann ist ja auch die schönste Wut im Bauch verraucht, oder? "Nach der Wut kommt Melancholie und dann wieder Wut oder halt was anderes", meint Stephan sehr bestimmt, "einen Motor für die Musik gibt es - glaube ich - immer, können ja auch mal durchweg schöne Gefühle sein, die einen zum Musik machen anregen. Und die Nachfrage nach solcher Musik scheint ja wieder etwas zuzunehmen, was auch wieder ein Ansporn sein kann." Die Musik von Luke klingt dabei allerdings doch sehr maskulin. Was sagen denn die Mädels dazu bzw. welchen Stellenwert haben Frauen im Kontext zur Musik von Luke? "In den meisten Liedern geht es ja nun um Frauen, ich glaube, dass sie für uns alle einen sehr hohen Stellenwert haben und ein Stück weit die Inspiration liefern. Und die Akzeptanz ist grade bei den Frauen recht hoch. Es überrascht uns selber manchmal, was Frauen so auf unsere Homepage schreiben." Und was dürfen wir dann auf der von Gaesteliste.de präsentierten Tour erwarten? Auf der besagten Band-Wbsite heißt es ja: "Das wird ein Spaß". "Mit Spaß ist in diesem Zusammenhang wohl eher gemeint, dass wir uns einfach tierisch darauf freuen, endlich wieder unterwegs zu sein", lacht Stephan, "Teile der Band nehmen dafür schließlich ihren Jahresurlaub und da sollte man schon erwarten, dass wir Spaß an der Sache haben, denn des Geldes wegen machen wir es bestimmt nicht. Ziel ist es, dass alle - vor allem die Gäste - einen guten Tag hatten und zufrieden in die Federn sinken und sich sagen, alles richtig gemacht zu haben. Ein oder zwei Konzerte spielen wir auch als Support von Sometree und das wird hoffentlich der schon genannte 'Spaß'." Wird es denn auch schon wieder neue Stücke geben? "Jawoll, so wird es sein", räumt Stephan ein, "die neuen Lieder sind uns natürlich schon wieder sehr ans Herz gewachsen und werden ihren Platz auf den Setlisten finden. Allerdings wollen die Leute, die uns schon kennen, natürlich von uns auch die Lieder hören, die sie von der CD kennen. Also wird eine gesunde Mischung gespielt werden." Wird es denn irgendwann auch einmal eine richtige Luke-Ballade geben? "Rein theoretisch beginnen alle Luke Songs auf Heikos Akustikgitarre", antwortet Stephan ausweichend, "nur meistens werden sie dann im Laufe der Zeit immer rockiger. Nun ja, und Balladen sind (finde ich) eine sehr heikle Sache. Das geht auch mal ganz schnell in die Hose und wirkt völlig schwülstig. Bei den neuen Liedern sind aber zwei dabei, die wieder etwas ruhiger sind." Nun ja, einschlafen soll ja auch niemand. Wie das ganze Konzept funktioniert, erfährt man wohl am ehesten, wenn man die Band beim Live-Spaß besucht...
Weitere Infos:
www.luke-music.de
Interview: -Ullrich Maurer-
Foto: -Pressefreigabe-
Luke
Aktueller Tonträger:
In Less Than No Time
(Tumbleweed Records)


Luke

 
 

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