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THE ZEPHYRS
 
Zeitlupe
The Zephyrs
Die Zephyrs, die schottische Band um die Brüder Stuart und David Nicol, hatten mit dem letzten Album "When The Sky Comes Down It Comes Down On Your Head" und der daran anschließenden EP "The Love That Will Guide You Back Home" gezeigt, wie man erstklassigen Zeitlupen-Pop fabrizieren und vor allem zelebrieren kann, ohne dabei auf die hektische Umwelt achten zu müssen. This Mortal Coil, Mogwai, Arab Strap, Folk, Psychelia waren die Worte, die oft im Zusammenhang mit dem Sound der Zephyrs gefallen sind, um eine ungefähre musikalische Ausrichtung abzugeben, doch treffen diese Beschreibungen wie so oft nur teilweise zu. Die Zephyrs leben in ihrer eigenen Welt, die mit sentimentalen und melancholischen Melodien auf positive Weise angereichert ist. Nach einigen Querelen mit Plattenfirmen erscheint nun das neue Werk "A Year To The Day" auf Setanta Records.
Der Titel sollte ursprünglich "13 Months And A Day" lauten, denn genau diese Zeitspanne entsprach der Dauer des Aufnahmeprozesses - die Band hatte sich dazu entschlossen, die Platte in mehreren Teilen einzuspielen, mit einigen Monaten Pause zwischendurch. Doch "A Year To The Day" erschien der Band letztendlich besser geeignet als Titel. Das Booklet zeigt Fotos von Stränden, Küsten, und hat laut Sänger und Songschreiber Stuart Nicol auch einen gewissen Bezug zu einigen Songs, bei denen es um die See bzw. den weiten Ozean geht. So ähnlich hören sich die Songs auch an, es gibt zwar vorwiegend die ruhige See, aber auch einige hohe Wellen schwappen über. Wie bzw. wo entstehen denn diese Songs - etwa im sterilen Studio, oder doch eher in der gewohnten Umgebung, wollte Gaesteliste.de von Stuart wissen. "Auf jeden Fall schreibe ich lieber in der gewohnten Umgebung, denn im Studio ist es doch immer wenig stressig, wenn man gegen die Uhr arbeiten muss. Das ist sicher keine ideale Situation. Deswegen versuchen wir auch momentan, unser eigenes kleines Studio bei mir zu Hause aufzubauen - wir denken auch darüber nach, die Aufnahmen mit dem Laptop zu machen, einfach, um unabhängiger sein zu können." Diese Unabhängigkeit kann sich schnell in endloses Herumgefrickel an den Songs verwandeln, eben weil der Druck fehlt. Stuart: "Hm, ich glaube nicht, dass sich das bei uns in diese Richtung entwickeln würde, denn wir sind uns innerhalb der Band immer sehr schnell einig, ob und wann ein Song fertig ist oder nicht. Im Grunde hatte uns in der Vergangenheit immer unser Produzent dazu aufgefordert, noch weiter an bestimmten Songs zu arbeiten, aber das wollten wir gar nicht - wir fanden, dass das so wie es war vollkommen okay war. Und ich persönlich arbeite lieber auf die Weise, dass ich den Song aufnehme, abmische und schnell zu den Akten lege. Diese wochenlange Frickelei an einzelnen Passagen ist nichts für mich."
Die Songs werden also eher zu Hause geschrieben, diese ersten Ideen werden dann direkt auf einem 4-Spur-Rekorder aufgenommen und später mit der Band ausgearbeitet, wo man während der Probe dann einfach mit Akustikgitarren bewaffnet spielt. An einem bestimmten Zeitpunkt entscheidet sich dann, welche zusätzlichen Instrumente man mit einfließen lassen will, was bei den Zephyrs in vielen Fällen schöne Streicher-Arrangements sind - diese Arrangements spielen eine relativ dominante Rolle in den Songs, schließlich sind Streicher-Klänge ideal, um den Hörer komplett an den Song zu binden. Wie stehen denn die Chancen auf ein Zephyrs-Album ohne Streicher-Einsatz? "Hm, darüber haben wir gestern noch gesprochen", lacht Stuart. "Wir haben ja momentan niemanden mehr in der Band, der z.B. Geige oder ein anderes Streich-Instrument spielt, deswegen müssten wir jemanden von außerhalb dazuholen, aber das geht schon in Ordnung. Wenn wir neue Songs schreiben, wissen wir anfangs nie, ob Streicher darin vorkommen werden oder nicht, das entwickelt sich immer von selbst, und daher können wir uns eigentlich auch gar nicht vornehmen, absichtlich keine Streicher-Klänge zu benutzen. Das passiert eben von selbst, und ich finde, das ist auch so eine Art Aushängeschild des Zephyrs-Sounds." Ebenso ein Aushängeschild sind die recht nachdenklichen und behutsam vorgetragenen Songtexte, die aus der Feder von Stuart stammen und auch Stück für Stück in die Songs eingearbeitet werden - teilweise sogar erst kurz vor der Aufnahme des Gesangs. Stuart: "Ja, passiert sehr häufig, denn manchmal ist es einfach sehr schwierig, die richtigen Worte bzw. Zeilen zu finden. Manchmal passiert das innerhalb von 15 Minuten, dann gibt es aber auch Fälle, bei denen Wochen oder sogar Monate vergehen. Das ist oft sehr nervenaufreibend..." Einzelne Zeilen oder komplette Verse sammelt Stuart in einem kleinen Heftchen, das er immer mit sich herumträgt - also im Grunde das altbekannte Klischee eines Songtexte-Schreibers. "Ja, das stimmt! Es ist zwar schon fast peinlich, es zuzugeben, aber ich habe dieses Heft immer bei mir und es hilft wirklich weiter. Es passiert so oft, dass man an einer bestimmten Stelle steckenbleibt, und dann blättert man ein wenig in dem Heft und findet evtl. das fehlende Stück. Oder man findet Stellen wieder, die man mal vor Jahren notiert und nie beendet hat und man macht sich dann direkt darüber her."
The Zephyrs
Die Stimme Stuarts wurde oft als ein Teil des gesamten Sounds angesehen, Stuart hat auch im Nachhinein betrachtet bei einigen alten Songs den Mix nicht so gut gefunden, auf dem neuen Album wurde die Stimme daher viel mehr in den gesamten Mix integriert, was live auf der Bühne sicherlich noch mehr deutlich werden wird. Wie sehen denn die aktuellen Tour-Pläne der Zephyrs aus? Stuart: "Wir spielen in England mit Mojave 3, danach geht's nach Spanien im November, zwischendurch werden wir eine neue EP aufnehmen, auf der es u.a. ein paar neue Songs und auch Remixe geben wird. Nach Deutschland würden wir auch sehr gerne kommen, das wird hoffentlich im nächsten Jahr passieren!" Rachel Goswell von Mojave 3 hatte beim Song "Setting Sun" (vom Vorgänger-Album "When The Sky...") den Gesang beigesteuert - werden die Besucher der Show mit Mojave 3 denn in den Genuss kommen, "Setting Sun" mit Rachel auf der Zephyrs-Bühne hören zu können? Stuart: "Ja, darüber hatten wir mit ihr gesprochen, und es sieht gut aus, dass es klappt. Wir haben neulich eine Show in London gespielt, bei der Rachel anwesend war und sie ist dann auch bei 'Setting Sun' auf die Bühne gekommen, um ihren Part zu singen - und extra deswegen ist ein Typ aus Italien nach London gekommen, nur um sie bei diesem Song live zu sehen!" Das ist doch mal korrekter Fan-Einsatz. Was war denn der seltsamste Fan-Kontakt bisher? Stuart: "Da war mal dieser Japaner, der uns ständig - als wir noch auf dem Rock Action-Label von Mogwai waren, und er war anscheinend ein Mogwai-Fan - Mails und kleine Geschenke in Form von seltsamen japanischen Spielzeug-Monster-Figuren geschickt hat. Wir haben dann etwas den Kontakt verloren, und als wieder eine eMail von ihm ankam, fragte er uns, ob wir ihm nicht ein paar Fotos schicken könnten, auf denen Freunde oder Bekannte von uns abgebildet waren - vorzugsweise aber Fotos von Frauen! Daraufhin haben wir den eMail-Kontakt zu ihm abgebrochen... vielleicht ist da auch etwas bei der Übersetzung schief gelaufen, oder aber er war wirklich so ein Freak..."
Weitere Infos:
www.thezephyrs.com
Interview: -David Bluhm-
Fotos: -Pressefreigaben-
The Zephyrs
Aktueller Tonträger:
A Year To The Day
(Setanta/Zomba)




The Zephyrs

 
 

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