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SUGABABES
 
Zuckerbabes und Peitsche
Sugababes
Wie nähert man sich einem solchen Thema ohne jemandem Unrecht zu tun? Am besten so: Die Sugababes haben OHNE Dinge wie "Deutschland sucht den Superstar" das erreicht, was andere nicht mal MIT schaffen: Eine solide Karriere im Pop-Business. Und das, obwohl ihr erstes Album "One Touch" - trotz des Überhits "Overload" floppte (wie so etwas geschehen konnte, das wissen vermutlich nicht mal die Label-Bosse) und ein Gründungsmitglied, Siobhan Donaghy, die Band aufgrund "künstlerischer Differenzen" im größten Schlamassel verließ. Dann kam der Underground Hit "Freak Like Me" - das vielleicht unsinnigste Sugababes-Stück bislang (einfach deswegen, weil es großteils einfach aus einem Sample von Gary Numans "Are Friends Electric" bestand), das indes die Karriere des Trios rettete. Neuzugang Heidi Range integrierte sich problemlos und gerade zur rechten Zeit - nicht zuletzt deswegen, weil sie als hervorragende Sängerin, die in der allerersten Inkarnation von Atomic Kitten bereits einschlägige Erfahrungen gesammelt hatte, eine ideale Ergänzung der Babes darstellte. Von der Zeitschrift The Sun verbreitete Gerüchte, es gäbe mittlerweile schon wieder Zwist, werden von der Band vehement dementiert.
Sugababes
Das zweite Album "Angels With Dirty Faces" funktionierte dann - mit einem weitsichtigeren Label - auch wesentlich besser. Jetzt, keine drei Jahre später, liegt mit "Three" bereits die dritte Scheibe vor - und die Mädels sind immer noch deutlich unter 20. Wo die ersten beiden Alben im Wesentlichen mit den Formalismen des R&B herumspielten, ist die neue Scheibe eher ein universelles Pop-Album geworden. Man nehme nur mal die nach allen Regeln der Kunst zusammenkomponierte neue Single, den UK No. 1 Hit "Hole In The Head", die mit federnden Grooves, akustischen Gitarren und von den Mädels selbst geschriebenen Texten aufzuwarten weiß. "Ich denke, wenn du dich als Künstler bezeichnest, ist es sehr wichtig, dass du deine eigenen Sachen machst und deine eigenen Gefühle ausdrückst", meint Mutya Buena (die Schwarzhaarige mit den Piercings), "nichts von dem, was in unseren Texten vorkommt, ist einfach nur Müll." Was auch niemand gesagt haben möchte. Sogar die Plattenfirma nimmt das ernst und pappt einen "Parental Advisory"-Sticker auf die CD - obwohl kaum etwas Schlüpfrigeres gesagt wird, als "I'd sell my ass before I think of you". Immerhin: Den Damen ist es wichtig, involviert zu sein, wenn es ums Inhaltliche geht. Auch wenn an den Stücken bis zu acht Komponisten gleichzeitig herumgeschraubt haben.
Dennoch: Auch das grenzt die Sugababes vom Retortenpop a la DSDS ab (da fliegt man ja eher raus, wenn man kreativ zu werden droht). Wie sieht es denn aber mit dem neuen, stilistisch grandioseren Appeal aus, der sich auf "Three" Bahn bricht, und der etwa ein ganzes Orchester keineswegs ausschließt? Liegt das an den Produzenten, die man den Babes an die Seite stellte - darunter Jony Rockstar, der auch Robbie Williams verarztete oder aber Linda Perry, die aufmerksame Creditleser vielleicht noch als Frontfrau der 4 Non Blondes kennen? "Wir haben uns einfach Produzenten herausgepickt, von denen wir wussten, dass wir mit ihnen gut zusammenarbeiten würden", meint Mutya - erklärt aber bedauerlicherweise nicht, wie sie das meint, "das heißt nicht, dass wir nicht eine Menge verschiedener Sounds ausprobieren, es stellt sich letzten Endes nur meistens heraus, dass das, was wir uns dann aussuchen, auch genau zu uns passt! Uns fällt das noch nicht einmal besonders schwer. Sobald du dich auf etwas konzentrierst und wenn du, wie das bei uns dreien der Fall ist, sehr genau weißt, wo du hinwillst, ist die Wahrscheinlichkeit, dass etwas völlig schief geht, nicht besonders groß." Wenn man sich - wie die Babes - so ganz in einer Sphäre bewegt, die dem Format-Pop-Zeitgeist entspringt, in der man es nur mit den Westlife-Boys oder den Jools Hollands (ein bekannter UK-Moderator und Musikant) dieser Welt zu tun hat, gerät man ja leicht in den Verdacht, es mit der Musik nicht so recht ernst zu meinen. Und diesem Verdacht treten die Sugababes ja auch energisch entgegen. Nervt es da aber nicht, dass man dann von den Fans und der Journaille eher links liegen gelassen wird was den kreativen Prozess betrifft, und stattdessen über Lieblingsfarben diskutieren muss? "Damit haben wir kein Problem", sagt Mutya erstaunlicherweise, "für gewöhnlich wollen die Leute nur wissen, ob dieses oder jenes Gerücht stimmt. Weil wir noch nie gefragt worden sind, was z.B. unsere Lieblingsfarbe ist oder als welches Tier wir gerne wiedergeboren würden, ist das auch völlig in Ordnung. Schließlich gibt es Leute, die das wissen wollen. Verschiedene Menschen mögen verschiedene Dinge!" Oder um es anders zu formulieren: Das gehört wohl zum Job auch dazu.
Sugababes
Letztlich bleibt noch die Frage, was man eigentlich noch erreichen möchte, wenn man eine Scheibe wie "Three" vorlegt - die vom Patricia Kaas Cover ("Too Lost in You" / "Quand j'ai peur de tout") über das bereits erwähnte Orchester bis zu modernsten Samples eigentlich bereits alles enthält, was eine zeitgemäße Pop-Scheibe auszeichnet? "Wir haben immer noch eine Menge Ziele, für die wir hart arbeiten", meint Mutya, "wir wollen es ja nicht nur in Großbritannien schaffen, sondern auch Europa erobern und uns dann über Asien und Amerika Gedanken machen. Es gibt noch eine Menge zu tun!" Wie sagt man da so schön: Packen wir's an! Immerhin scheint es in Deutschland ja auch ganz gut zu laufen - die Single ist ja längst in den Charts gelandet. Die Sugababes sind jedenfalls mit "Three" endgültig karamelisiert - eher Kandis als Puderzucker; süß, aber nicht klebrig - und jetzt reicht's langsam mit den dämlichen Metaphern...
Weitere Infos:
www.sugababes.com
www.sugababesuk.com
www.sugababes.de
Interview: -Ullrich Maurer-
Fotos: -Ainsley Brown-
Sugababes
Aktueller Tonträger:
Three
(Polydor Island Group/Universal)




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