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DEATH CAB FOR CUTIE
 
Jenseits der Schubladen
Death Cab For Cutie
"Das hört sich schrecklich an, aber ich hab kaum einen Schimmer, was mit unserer Platte derzeit in Europa passiert", gesteht Chris Walla, Gitarrist und Produzent von Death Cab For Cutie beim Gespräch mit Gaesteliste.de. "Dafür gibt es verschiedene Gründe. Wir haben unserem Label in den USA erst kürzlich die Erlaubnis gegeben, die Platte auch für Europa und anderswo zu lizenzieren. Da Barsuk aber ein so winziges Label ist, kümmern wir uns zu Hause eigentlich selbst um alle Geschäfte. Jeder von uns hat außerhalb der Musik also noch eine wichtige Business-Aufgabe. Wir mussten die Platte fertig bekommen, sie für die Tournee proben, dann waren wir einen Monat in Australien, und danach musste die US-Tournee gebucht werden. Da blieb keine Zeit, uns Gedanken darum zu machen, was mit der Platte weltweit passiert. Das ist wirklich schade!"
Death Cab For Cutie, vier smarte Herren aus Bellingham, Washington, sind der Inbegriff des Independent-Gedankens, eine Band, die ihre Platten daheim auf dem Winz-Label Barsuk (bei dem auch die Platten der Seelenverwandten Nada Surf und The Long Winters erscheinen) veröffentlicht, fast sämtliche Geschäfte vom Management bis zum Booking selbst übernimmt und trotzdem finanziell so erfolgreich ist, dass die Musiker besser davon leben können als so manch andere Band, die von ihrem Majorlabel an der kurzen Leine gehalten wird. "Transatlanticism" heißt ihr grandioses fünftes Album, das an dieser Stelle bereits zur Platte der Woche gekürt wurde und das erste Death-Cab-For-Cutie-Werk mit geregeltem Vertrieb in Deutschland ist. Hierzulande kennt man vermutlich eher das Soloprojekt von Sänger Ben Gibbard, die letzten Sommer immens erfolgreichen The Postal Service. Eine Tatsache, der seine Bandkollegen nicht nur positive Seiten abgewinnen können. "In Amerika ist es so, dass alles, was gut für The Postal Service war, auch uns geholfen hat", erklärt Chris. "Wir sehen derzeit eine Menge neuer Gesichter, auch in Städten, die denen wir schon öfter gespielt haben. In Europa könnte das allerdings dazu führen, dass es ein ziemlicher Kampf wird, den Leuten klar zu machen, dass wir als Band bereits seit sechs Jahren zusammen spielen, lange unter einem Dach gelebt haben und sehr, sehr hart für die Band gearbeitet haben." Ob man den Sound der Band nun als Indiepop für's neue Jahrtausend bezeichnet oder als Quiet-Rock oder ob man nicht vielleicht sogar völlig auf das Schubladendenken verzichtet und es einfach "großartige Musik" nennt, bleibt letzten Endes dem Hörer überlassen, nur verpassen sollte man diese Band schon alleine wegen ihrer ausgezeichneten Texte auf gar keinen Fall!
Für das neue Album machte die Band einen Einschnitt und veränderte ihre Herangehensweise grundlegend. War es für das Quartett bisher selbstverständlich gewesen, die neuen Songs vor dem Gang ins Studio vor Publikum ausgiebig zu testen, machten sich die Amerikaner dieses Mal sofort an die Aufnahmen. "Für mich als Produzenten hat das die Arbeit auf jeden Fall erleichtert", erklärt Chris. "Wenn du die Stücke schon häufig live gespielt hast, sind die Parts schon richtiggehend zementiert, und das im Studio wieder aufzubrechen, ist fast unmöglich. Mit diesen Songs bei null anzufangen, hat uns sehr geholfen!" Dennoch schrieb Bassist Nick Harmer vor der Veröffentlichung der Platte im Internet, dass die Band zuerst nicht so recht gewusst habe, wie ihre Anhänger auf das neue Werk, das sich soundtechnisch doch ein ganzes Stück von den Vorgänger-Platten unterscheidet, reagieren würden. "Das stimmt", bestätigt Chris. "Trotzdem muss ich sagen, dass es mich schon etwas überrascht hätte, wenn niemand die Platte gemocht hätte!" Doch so zuversichtlich die Band an die Aufnahmen des Albums auch herangegangen ist - das Experiment hatte auch seine Tücken, wie Chris weiß: "Das Schwierige war, die Songs nach den Aufnahmen für die Live-Shows vorzubereiten. Weil das Album eine so ausgetüftelte Studio-Platte ist, fällt es uns manchmal schwer, auf der Bühne die gleiche Chemie zu entwickeln, die du spürst, wenn du dir die Platte anhörst." Doch bis die vier im März / April nächsten Jahres in Deutschland spielen, haben sie ja noch ein wenig Zeit. Chris jedenfalls verriet uns, dass er es kaum erwarten könne, erstmals mit seiner Band bei uns aufzutreten. "Ich war schon einmal in Deutschland, als ich 22 war, und ich hatte eine tolle Zeit. Ich war für zwei Wochen in Berlin - leider habe ich vom Rest des Landes nicht viel gesehen", lässt er uns abschließend wissen und fügt lachend hinzu: "Beim nächsten Mal will ich unbedingt nach Düsseldorf - ich muss einfach Kling Klang sehen!"
Weitere Infos:
www.deathcabforcutie.com
www.deathcab.addr.com
Interview: -Carsten Wohlfeld-
Foto: -Pressefreigabe-
Death Cab For Cutie
Aktueller Tonträger:
Transatlanticism
(Grand Hotel van Cleef/Indigo)




Death Cab For Cutie

 
 

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