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FRANZ FERDINAND
 
Das Leben in der Blase
Franz Ferdinand
Momentan scheint man sich allerorts vollkommen einig: Franz Ferdinand, die Combo aus Glasgow, hat einfach alles richtig gemacht, sie hat die wesentlichen Teile der Rockmusik verstanden, sie ist zur richtigen Zeit auf der Bildfläche erschienen und diese Kunde soll nun durch eine amtliche Portion Hype verbreitet werden. Noch bevor ein Debüt-Album zu erwerben war, widmete hierzulande der Spiegel der Band ein großes Feature, die Konzerte in England zogen einen Massenansturm nach sich. Grund genug für Gaesteliste.de, darüber mal mit der Band zu reden.
"Es ist einfach unglaublich, was da auf der NME Brats Tour [zusammen mit Von Bondies, The Rapture, Funeral For A Friend] abgeht! Überall große Moshpits, die Leute rasten völlig aus. Wenn wir da auf der Bühne stehen, fragen wir uns: 'Wen schauen die sich eigentlich an?' Das scheint momentan wirklich the real thing zu sein. Das ist einfach wunderbar!", freut sich Gitarrist und Keyboarder Nick McCarthy, der zusammen mit seinen Kollegen Robert Hardy (Bass), Alex Kapranos (Gesang, Gitarre) und Paul Thompson (Drums) inmitten der besagten NME Tour für einen Tag nach Deutschland gekarrt wurde, um Interviews zu geben. Spiegel-Feature hier, Artikel im Guardian und in The Sun, ganz zu schweigen vom NME Magazin - wird das manchmal nicht alles einfach zu viel? "Innerhalb der Band hat sich nicht besonders viel verändert, auch unsere Freunde und die Crew sind die gleichen geblieben", meint Bassist Bob Hardy, bevor Nick ergänzt: "Manchmal ist das alles natürlich schon sehr aufregend - ich bin in München aufgewachsen und als man uns von dem Spiegel-Feature berichtete, war ich völlig aus dem Häuschen. Genauso die Sache mit dem Guardian..." Da wartet man ja nur noch auf den Moment, an dem sich alles zum Gegenteil wendet - der allseits beliebte Backlash! Nick: "Ja, manchmal wünschte ich, dass da etwas in dieser Richtung geschehen würde! Das einzige, was bisher kritisiert wurde, war, dass unser Drummer sich einen Schnauzbart hat wachsen lassen!" Das ist wirklich ein geringes Übel - solange es an der Musik nichts auszusetzen gibt, ist alles in Ordnung. Und musikalisch macht Franz Ferdinand einfach Spaß - der Retro-Chic kommt äußerst frisch daher, es herrscht eine überschwengliche Begeisterung vor, der Ausschlag auf dem Cool-O-Meter ist immens, und obwohl sie vielleicht nicht die Musik neu erfinden, ihr Post-Punk-inspirierter Sound kommt gerade richtig.
Das kann man auch an den Auftritts-Orten der Band festmachen - angefangen mit ihren Gigs haben sie in allerlei seltsamen, verlassenen Häusern, haben dort solange gespielt und Events steigen lassen, bis die Polizei auf der Matte stand - nun spielen sie demnächst im Londoner Astoria, die Hallen sind zunehmend größer geworden. "Es fühlt sich aber kein bisschen anders an - es ist egal, ob wir vor 50 oder 500 Leuten spielen. Es macht Spaß, egal wie groß oder klein die Bühne ist. Klar kann man sich ein Grinsen nicht verkneifen, wenn man den Moshpit sieht und wenn die Leute komplett ausrasten. Irgendwie leben wir momentan in einer großen Blase - wir nehmen einfach alles so, wie es kommt", erklärt Bob. Diese Gelassenheit war auch ein großer Vorteil beim Songschreibe-Prozess - die Band hatte bereits genügend Songs im Kasten, als der Platten-Vertrag mit Domino unterzeichnet wurde, und laut Bob haben sie bereits jetzt genug Material für einen Nachfolger am Start. Somit müssen sie nicht den Weg gehen, den z.B. die Strokes gehen mussten: Immer die gleichen 11 Songs spielen, weil man einfach keine Zeit hatte, neue zu schreiben. "Das stimmt vollkommen. Wir sind auch in einer etwas glücklicheren Position, denn in Glasgow dauert es halt ein wenig länger, bis z.B. Plattenfirmen auf einen aufmerksam werden - im Gegensatz zu London, wo es ja schon vorkommen kann, dass man gesignt wird, obwohl man vielleicht nur fünf bis sechs Stücke im Kasten hat und dann der Druck einfach zu groß wird, wenn es daran geht, neue Stücke schreiben zu müssen. Da ist es schon von Vorteil, wenn man vor dem Vertrag in Ruhe genügend Songs schreiben kann", stimmt Nick zu.
Franz Ferdinand
Nick McCarthy ist - wie bereits erwähnt - in München aufgewachsen, und konnte dort in den Besitz von Franz Beckenbauers Schuhen gelangen. "Hey, stimmt, woher hast du denn davon erfahren?!? Das war eine recht lustige Sache: Ich wohnte damals in so einer kleinen Wohnung, und ein paar Straßen weiter war dieses leer stehende Haus - da ich mir gerne verlassene Häuser von innen ansehe, bin ich also reingegangen und habe mich umgesehen. Plötzlich stand der Eigentümer in der Tür, und ich dachte schon, dass er jetzt Ärger machen würde, aber er war richtig nett und hat mich durch die komplette Anlage geführt. Auf einmal meinte er, dass er mir noch etwas zeigen wolle - wir gingen also in die oberste Etage in eine Wohnung, er zeigte mir den wundervollen Ausblick auf das Fußballfeld nebenan und auch ein paar Schuhe, die angeblich Franz Beckenbauer gehörten. Da lag auch noch viel anderes Zeugs aus den 60s und 70s herum, und die Schuhe habe ich dann mitgenommen..." Das ist doch schonmal eine gelungene Trophäe. Was gilt es denn sonst noch in Sachen Franz Ferdinand zu erreichen bzw. was war das ursprüngliche Ziel? Bob hat die Antwort: "Wir wollten einfach nur eine Platte aufnehmen! Und natürlich auch bekannter als der original Franz Ferdinand werden - in einigen Alterklassen haben wir das ja auch schon erreicht...zumindest bei denen, die in Geschichte durchgefallen sind..."
Weitere Infos:
www.franzferdinand.co.uk
www.dominorecordco.com/artist.php?artist=171
Interview: -David Bluhm-
Fotos: -Pressefreigaben-
Franz Ferdinand
Aktueller Tonträger:
Franz Ferdinand
(Domino Records/Rough Trade)




Franz Ferdinand

 
 

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