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FUSCHIMUSCHI
 
Die Postmoderne auf Abwegen
Fuschimuschi
"Wirklich überrascht war ich über die guten Reaktionen auf unser neues Album eigentlich nicht", sagt Ober-Fuschimuschi Math-Ice beim Gästeliste-Interview im Mediapark zu Köln. "Ich denke, dass wir durch die erste CD ["Shortstories"] schon einen kleinen Bonus bei der Presse hatten." Das ist fast noch untertrieben, denn Zitate wie "souliges Patchwork à la Bran Van 3000 - aber auch Beck'sche Alleskönnerei spielt ihre Rolle" hat längst nicht jede (deutsche) Band in der Pressemappe stehen. Besonders gefreut hat das Düsseldorfer Trio dagegen die positive Resonanz auf "The Fuschimuschi ABC" in Großbritannien. Dort wurde nämlich speziell auch auf die englischen Texte geachtet, in die Fuschimuschi besonders viel Arbeit investiert hatten. Während in hiesigen Gefilden vor allem die Musik gelobt wurde, wurde dem Trio in der britischen Presse sogar explizit für seine exzellente Aussprache gedankt.
In den fünf Monaten seit der Veröffentlichung des Albums hat Math-Ice schon wieder jede Menge neue Ideen für ein drittes Fuschimuschi-Album gesammelt, obwohl er sich mit dem Aufnehmen noch etwas Zeit lassen will. Wahrscheinlich ist, dass Fuschimuschi einige Gäste ins Studio einladen werden, der Name Raz Ohara schwebt zum Beispiel schon seit längerer Zeit als potentieller Kandidat durch den Raum. Für die dritte Platte wünscht sich das Trio vor allem mehr Zeit und einen größeren finanziellen Rahmen, denn wie Math-Ice grinsend sagt: "Das soll schon eine Hammerscheibe werden!" Was die Düsseldorfer im Studio zaubern können, wenn man sie nur machen lässt, beweist die brandneue Single "Play Da Easy Ball", die zusammen mit dem Liquido-Mitstreiter Dave Anderson in einem besseren Studio komplett neu aufgenommen wurde. Mit dem Ergebnis ist Math-Ice wesentlich zufriedener als mit dem unter Zeitdruck entstandenen Album.

Die Wahl der Single fiel der Band übrigens leichter als den meisten Pressevertretern. Während in den Reviews fast jeder Schreiber einen anderen Song zu seinem persönlichen Favoriten kürte und damit die Ausgeglichenheit des "Fuschimuschi ABC" nur noch unterstrichen wurde, war für die Düsseldorfer und ihre Plattenfirma die Wahl relativ schnell getroffen. Nachdem Math-Ice, Don Jovanni und DJ Juicy Snare zunächst "2 Species In Love" favorisiert hatten, fiel die Wahl auf "Play Da Easy Ball", weil es letztendlich auch der Band einleuchtete, dass man mit einer Ballade als Radiosingle wohl den Kürzeren ziehen würde.

Was Math-Ice, dem Verkaufszahlen und Marketingkonzepte im Großen und Ganzen keine schlaflosen Nächte bereiten, eher nervt, ist das Tempo, mit dem seine Band die Erfolgsleiter hinaufklettert. "Irgendwo geht es mir ein bisschen zu langsam. Wir haben zum Beispiel schon sehr viel getourt, die klassischen Ochsentouren, durch kleine Clubs mit kleinen Gagen oder Eintrittsdeals, im eigenen Auto Tausende von Kilometern gefahren etc. Eben das, was jede kleine Band macht. Irgendwie denken wir aber, bei der nächsten Tour muss es doch mal anders werden, es muss mal was passieren, aber letztendlich tut sich doch nur wenig. Ich würde auch gerne mal als Support spielen, für Jimi Tenor oder so, aber selbst das hat bisher noch nicht funktioniert."

Es gibt nicht viele Gründe, warum eine so exzellente Band wie Fuschimuschi nicht erfolgreicher sein sollte. Einer der wenigen ist das Alter der drei. "Naja, es stimmt schon. Wir sind nicht mehr die Jüngsten. Das ist besonders schade, weil wir mit unserer Musik auf eine sehr spaßige Art versuchen zu zeigen, was unsere Bezüge sind, welche Musik wir lieben. Musik, die in Vergessenheit geraten ist oder die viele Kids heute einfach nicht mehr kennen. Da ist es besonders schade, wenn man dann merkt, dass man an diese Zielgruppe nicht so leicht herankommt. Bei den Konzerten ist das Publikum dann schon jünger und es kommen auch immer mal wieder ein paar HipHopper nach der Show zu uns, die wissen wollen, was wir da eigentlich machen. Aber das passiert leider viel zu selten." Sein neuer Job bei VIVA wird Math-Ice womöglich in Zukunft noch viel mehr ins Grübeln bringen, obwohl er auch heute schon das Hauptproblem seiner Band erkannt hat: "Eigentlich ist es ganz einfach: Wir sind nicht mehr wirklich teenie-kompatibel."

Interview: -Carsten Wohlfeld-
Foto: -Pressefreigabe-
Fuschimuschi
Aktueller Tonträger:
The Fuschimuschi ABC
(Community/Virgin)


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