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MICHAEL HALL & THE WOODPECKERS
 
Rat' mal, wer zum Essen kommt...
Michael Hall & The Woodpeckers
Michael Hall ist wieder da. Plötzlich und beinahe unerwartet kommt der Mann mit neuer Band, neuen Songs und neuem Elan wieder zum Vorschein, dessen letzte Scheibe, "Day", ja schon so lange zurückliegt, daß man ihn beinahe vergessen hatte. "Es ist in unserem Alter schwierig, regelmäßig Rockmusik zu machen", erklärt er diesen Umstand, "viele von meinen Freunden haben sich ganz zurückgezogen, man gründet Familien, verliert sich aus den Augen, zieht um etc. Und ich hatte auch viel zu tun." Wenn es nach Blue Rose gegangen wäre, hätte es diese Scheibe wahrscheinlich schon eher gegeben. Doch erst jetzt wurden die neuen Stücke fertig. Hall, der durch seine Zusammenarbeit mit Walter Salas Humara (Silos) und deren Projekt The Setters zunächst bei uns bekannt wurde, war aber zwischenzeitlich nicht untätig.
In Austin präsentiert er z.B. jedes Jahr mit Walter beim SXSW-Festival eine feste Reihe, dann ist er selbst Familienvater und schließlich hat der Mann ja auch noch einen Beruf: "Ich arbeite als Redakteur beim Texas Bimonthly, einer großen texanischen Zeitung." In Sachen Musik? "Nicht nur. Ich hatte neulich z.B. eine interessante Story, bei der es darum ging, die Spuren von Elvis in Texas aufzuspüren. Dann habe ich einen Artikel über die Todesstrafe geschrieben..." Interessantes Thema: Wie steht denn Michael Hall dazu? "Ambivalent", antwortet er wie aus der Pistole geschossen. "Ich würde sagen, ich wäre dafür, wenn unser Jusitizsystem sie halbwegs gerecht verteilen würde. Das ist aber ganz und gar nicht der Fall - besonders nicht bei uns in Texas, wo die höchste Todesstrafenrate der USA anzutreffen ist." Was ja kein Wunder ist: Texas ist der selbsternannte Heimstaat der Bush-Dynastie.

Aber zurück zur Musik, das neue Album, "Dead By Dinner" ist ganz schön rockig geworden. Es gibt aber auch wieder Hall'sche Extravaganzen - wie z.B. das 10-minütige "Mole In The Ground" - ein neues "Frank Slade's Dream"? "Fast", lacht Michael, "ich hätte es gerne noch länger gemacht, aber die Band wollte nicht. Es ging mir darum zu sehen, was man aus einem Traditional machen kann, wenn man es in seine Bestandteile zerlegt." Es gibt aber auch bodenständigen Losgeh-Rock allererster Couleur. Z.B. das treibende "Angel", was allerdings ziemlich nach dem Dream Syndicate Klassiker "That's What You Always Said" klingt. Immerhin, Labelkollege Steve Wynn gibt dem ganzen seinen Segen. "Oh wirklich? Da bin ich aber erleichtert", atmet Michael auf, "die Sache war nämlich die, daß ich nachts durch diese einsame Gegend in Texas gefahren bin. Ich hatte diese Baßlinie im Kopf und kam irgendwie auf diese Redneck-Geschichte, die in dem Lied vorkommt. Das paßte dann alles zusammen. Ich gab also unserem Bassisten, der das Dream Syndicate-Stück nicht kannte, diese Baßline und bat ihn, was draus zu machen. Als ich ihm dann später auf einer Party das Original vorspielte, meinte er nur 'Oh mein Gott'".

Michael Hall & The Woodpeckers
Immerhin, schön daß es noch richtige Fans unter den Rockmusikern gibt, vor allen solche, die zu ihren Inspirationen stehen. Die Songs auf "Dead" sind - soweit man deren codierten Texte durchdringen kann - inhaltlich (nicht musikalisch) alle recht düster. Was hat in diesem Zusammenhang das rätselhafte Cover mit dem Cowboy und dem Skelett zu bedeuten? "Das weiß ich auch nicht", gibt Michael zu, "das ist von Jon Langford. Das ist seine Vision von meiner Musik. Er wird das auch nicht erklären können." Langford ist der Kopf der Mekons, wohnt seit Jahren in Chicago, hat sich dort der ursprünglichen amerikanischen Musik angenommen und ist nebenbei auch noch Maler - insofern paßt dieses Cover natürlich hervorragend zu der CD. Jetzt freut sich Michael erst mal darauf, mit seiner neuen Band, den Woodpeckers auf Tour zu gehen. Bei uns wird er im November zu Gast sein.
Interview: -Ullrich Maurer-
Fotos: -Ullrich Maurer-
Michael Hall & The Woodpeckers
Aktueller Tonträger:
Dead By Dinner
(Blue Rose Records)


Michael Hall & The Woodpeckers
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