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KINGS OF LEON
 
Eigene Wege gehen
Kings Of Leon
Wenn man bedenkt, dass die Band erst letzten November ihre ersten Deutschland-Shows absolvierte und bis in den Sommer hinein mit Headline-Konzerten und Festival-Auftritten - unter anderem beim Haldern Pop - die ganze Welt bereiste, reibt man sich verwundert die Augen, dass Kings Of Leon bei all dem Stress die Zeit gefunden haben, ihr dieser Tage erscheinendes zweites Album "Aha Shake Heartbreak" einzuspielen. "Die einzige Möglichkeit, die wir hatten, um die ständigen Tourneen für eine Weile zu unterbrechen, war, ein neues Album aufzunehmen", erklärt Bassist Jared Followill Gaesteliste.de beim Interview in Köln und hat auch gleich noch eine Erklärung dafür parat, warum die Songs um einiges düsterer ausgefallen sind als die des vielgehypten Debüts "Youth And Young Manhood": "Das liegt daran, dass wir die Songs im Winter geschrieben haben, als es draußen ständig dunkel und alles grau-in-grau war. Uns war völlig bewusst, dass wir ziemlich depressive Songs schreiben, allerdings nicht in der Art, wie das zum Beispiel Morrissey oder The Cure tun."
Mit der neuen Platte brechen wirklich neue Zeiten an bei Kings Of Leon. Als "ein aufmüpfiges Manifest in Sachen Selbstbestimmung" beschrieb der Kollege Ullrich Maurer sie bereits treffend in seiner Rezension. "Fast, so scheint es, haben die Kings es darauf angelegt, die Scheibe so komplex und frickelig wie möglich anzulegen, damit bloß keine Vergleiche zu den Altvorderen mehr möglich sind. Mittels einer eigenartigen Stop & Go-Taktik arbeiten sich die Jungs durch 12 äußerst streng durchkomponierter Abenteuer, bei denen man tatsächlich niemals weiß, was hinter der nächsten Kurve liegt." Auffällig ist ebenfalls, dass es dieses Mal keine Pausen zwischen den - hörbar komplizierter gestrickten - Songs gibt, was die Ambitionen der Band, ein Album anstatt nur einer Sammlung von einzelnen Songs zu fabrizieren, wirkungsvoll unterstreicht. Zu den Highlights der LP zählen interessanterweise ausgerechnet zwei Akustiksongs. Dabei hätte man von einer Band, die als Verfechter des Rock N Roll-Revivals gilt und zudem rund ein Jahr ununterbrochen auf Tour war, doch eher vermehrt raue, ungeschliffene Töne erwartet. "Diese beiden Songs sind die einzigen, die wir nicht daheim in Nashville geschrieben haben", weiß Jared. "Sie entstanden in L.A., wo alles wunderbar ist - die Mädchen, das Wetter, einfach alles. Wir sind jeden Abend feiern gegangen und haben dann diese beiden Songs, 'Milk' und 'Day Old Blues', geschrieben. Letztere Nummer haben wir in 20 Minuten auf dem Balkon geschrieben. Eigentlich war der Song nur für eine B-Seite gedacht, aber dann gefiel er uns so gut, dass er unbedingt mit auf die Platte musste."
Kings Of Leon
Klar ist allerdings, dass die kurze Produktionszeit dem Album eher gut getan hat, als ihm zu schaden. Auch bei Kings Of Leon scheint die Faustregel zu gelten: Je weniger Zeit dir zum Songschreiben bleibt, desto besser sind häufig die Ergebnisse. "Absolut richtig!", bestätigt Jared und fügt hinzu, dass das allerdings auch schon für das erste Album galt. "Ein Song wie 'Molly Chambers', den ich zwar längst nicht für unseren besten halte, den aber trotzdem alle lieben, entstand komplett innerhalb nur eines Tages. 'Wicker Chair' von unserer ersten EP haben wir auch in nur 30 Minuten geschrieben, weil wir damals einen Verlagsdeal hatten, der uns vorschrieb, pro Jahr eine bestimmte Anzahl von Songs abzuliefern. Wir schrieben die Nummer also nur, um unser Soll zu erfüllen, aber inzwischen ist sie einer unserer absoluten Favoriten." In solchen Momenten haben die Kings Of Leon dann wieder richtig Spaß an ihrer Band, dabei haben sie in der Zeit seit ihrem Debüt gelernt, dass trotz der Begeisterungswelle, die ihnen vor allem in Großbritannien entgegenschwappte, nicht alles Gold ist, was glänzt, wie Jared weiß: "Viele Leute wollen in einer Band spielen, weil in ihrem Leben alles Routine ist. Ständig wiederholt sich alles. Das erste Jahr in der Band ist dann toll - die erste Tour, das erste Video, das erste Album - aber danach geht alles wieder von vorne los, und du stellst fest, dass sich auch hier alles genauso wiederholt wie zuvor."
Weitere Infos:
www.kingsofleon.com
www.kings-of-leon.de
Interview: -Simon Mahler-
Fotos: -Pressefreigaben-
Kings Of Leon
Aktueller Tonträger:
Aha Shake Heartbreak
(RCA/BMG)




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