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DONOTS
 
Fest im Sattel
Donots
Sie haben es schon wieder getan. Rund drei Jahre nach "Karacho" veröffentlichen die tollen Donots mit "Lauter als Bomben" ihr zweites deutschsprachiges Album. Ein "außergewöhnlich gutes" Album nannten wir den Vorgänger. Und schrieben: "Es ist Deutschpunk, Indierock und weiter ganz viel Pop. Und das alles funktioniert, macht Sinn und noch viel mehr Spaß." Nun, im Grunde gilt das alles auch für den aktuellen Silberling, aber es wären nicht die Donots, wenn sie sich komplett wiederholen würden. Sagen wir also, sie haben ihren zuletzt gefunden Stil verfeinert, "Lauter ..." ist vielleicht auf der eine Seite mehr Punk, aber gleichzeitig auch mehr Pop, noch politischer, noch konsequenter, tatsächlich noch besser. Ingo Donot sieht das ganz ähnlich: "'Lauter Als Bomben' sitzt meiner Meinung nach fester im Sattel, ist musikalischer, abwechslungsreicher und das alles bei ähnlicher Attitüde. Das Album lotet nochmal mehr sämtliche Spielarten von Punkrock aus in unserem Band-Kosmos und traut sich krachigere wie ruhigere Momente als noch auf 'Karacho'. Unser deutsches Debüt hatte wahrscheinlich den größeren Überraschungseffekt ob des Sprachwechsels und daher evtl. auch ein wenig mehr Welpenschutz. 'Lauter Als Bomben' muss also in letzter Konsequenz auch das mutigere Album von beiden sein, weil man ab jetzt eine gewisse Selbstsicherheit erwarten darf."
GL.de: Das erste Mal vergisst man nie. Wie sieht es mit dem zweiten Mal aus? War es so schön wie beim ersten Mal?

Ingo Donot: Wie hat der große Stephan Waggerhausen damals immer gesungen? "Beim ersten Mal tat's noch weh, beim zweiten Mal nicht mehr so sehr"... Aber im Ernst: Wir wachsen mit unserer Aufgabe und es macht in der Tat auf "Lauter als Bomben" alles nochmal mehr Spaß, denn irgendwie fühle ich mich auf der zweiten deutschsprachigen Donots-Platte textlich nochmal sicherer, ruhe ein wenig mehr in mir und kotze den Leuten nicht nur mit Anlauf auf die Schuhe. Das neue Album sagt nicht nur "Nein", sondern eben auch mal "Ja". 2018 umarmen wir Leute... und kotzen ihnen dabei auf die Füße, hehe!

GL.de: Habt ihr Sachen von damals denn jetzt bewusst anders oder vielleicht auch bewusst gleich gemacht?

Ingo Donot: Wo du's jetzt ansprichst: Das schönste ist, dass wir nicht mal wirklich drüber nachgedacht haben. Wir hatten keinen konzeptionellen Überbau, keine Don'ts - und das bei unserem Bandnamen, tss! - und wenn überhaupt, dann die Prämisse, noch offener mit allen Ideen umzugehen, die wir so in unserem Studio entwickelt haben. Dafür sind Kurt Ebelhäuser als Produzent und Robin Völkert als Engineer auch super Sparrings-Partner gewesen. Das Gefühl eines jeden einzelnen Songs maximieren, die Zweifel, ob man Dinge so machen kann, minimieren.

GL.de: Wie war es - wieder - mit Kurt Ebelhäuser und wieso sollte jede Band mindestens ein Album mit ihm machen?

Ingo Donot: Kurt ist wahnsinnig gut darin, den Moment walten zu lassen, hat keine Angst davor, Dinge unkonventionell anzugehen und besitzt einen wahnsinnig umfangreichen musikalischen Horizont. Man hat fast das Gefühl, dass er sich in jedwedem Musikstil austoben könnte - mit tollen Ideen, sehr viel Leichtsinn und dadurch Verve.

GL.de: Natürlich liebt man alle gleich. Aber können manche Lieder auf "Lauter als Bomben" manches besser als andere? Und: was denn?

Ingo Donot: Ich mag vor allen Dingen an "Lauter als Bomben", dass die Songs nicht unbedingt immer dem klassischen Songaufbau und den üblichen 3:30 Minuten folgen müssen. Allein der Opener "Geschichten vom Boden" hat ein Arrangement, das eigentlich völlig merkwürdig ist, aber genau deswegen bleibt der Song von Anfang bis Ende spannend. Ich steh auch voll darauf, dass der ruhigste Donots-Song "Alle Zeit der Welt" direkt von "Whatever Forever" gefolgt wird, der wiederum das räudigste ist, was wir seit langer Zeit veröffentlicht haben.

Ingo Donot: Das Album ist einfach sehr vielschichtig, fliegt uns aber am Ende trotzdem nicht unvereinbar um die Ohren. Am liebsten ist mir übrigens derzeit "Heute Pläne, morgen Konfetti", der Abschluss-Track des Albums. Der ist gleichermaßen Standortbestimmung wie Momentaufnahme. Die Gitarren-Solo-Shreds am Ende sind allesamt One-Takes, eingespielt von jedem einzelnen aus unserer Band. Yup, inklusive Eike und mir, die eigentlich beide gar nicht bis kaum Gitarre spielen können. Man kann definitiv sagen, dass wir uns mehr trauen denn je.

GL.de: Im Pressetext wird das Gefühl, wenn man euer Album hört, mit dem bei "Angel Dust" verglichen. Dazu fallen Namen wie die Foo Fighters, Biffy Clyro oder Weezer. Ging es nicht größer, wieso so bescheiden?

Ingo Donot: Hahahaha, das sind schon wahnsinnig große Referenzen, in der Tat... Ist natürlich alles kein Hexenwerk, was wir fünf Donots am Ende veranstalten, und wir selbst würden uns niemals in einem Atemzug mit den genannten Bands nennen, aber all diese Künstler inklusive Faith No More gehen ja sehr songbasiert und weniger in einem kompletten Album-Kontext vor. Und ich glaube, dann ist der Vergleich schon okay. Alles ist erlaubt und folgt keinem konservativen Überbau...

GL.de: Themawechsel: Warum jetzt 100 Prozent Solitary Man?

Ingo Donot: Weil wir's können, weil wir Control-Freaks sind, weil die heutigen Zeiten keine klassischen 80er oder 90er Marketing-Strukturen oder Label-Konstrukte mehr erfordern und weil wir einfach sehr schnell agieren und reagieren können, wollen und müssen. Wir wissen doch am Ende am allerbesten, wie wir (re)präsentiert werden wollen. Dafür braucht man niemanden zwischenzuschalten.

GL.de: Auf der kommenden Tour spielt ihr mit Bands wie Leoniden. Sucht nur ihr euch euren Support aus oder und wie wichtig sind Vorbands?

Ingo Donot: Wir suchen seit jeher unsere Supportbands selbst aus. Es macht Spaß, wenn es auf Tour auch für uns abwechslungsreich bleibt und die besten Abende sind doch die, wo man neue Leute kennenlernt oder alte Freunde an Bord hat. Das ist die Hälfte der Miete in Sachen Tourleben.

GL.de: Das haben wir euch vor drei Jahren gefragt, fragen wir euch jetzt wieder: Wie fühlt man sich als Donot im Jahre 2018?

Ingo Donot: Genauso wie damals, nur noch viel mehr davon. Und öfter...

GL.de: Und was wünscht ihr euch für 2018?

Ingo Donot: Die tollsten Shows ever, den erfolgreichsten Albumrelease aller Donots-Jahre und vor allem glückliche Familien daheim. Und allzeit genug grüne Flaschen!

Weitere Infos:
www.donots.com
www.facebook.com/donotsofficial
Interview: -Mathias Frank-
Foto: -Pressefreigabe-
Donots
Aktueller Tonträger:
Lauter als Bomben
(Solitary Man/Warner Music)




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