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TRASHMONKEYS
 
Alter neuer Sound
Trashmonkeys
Natürlich waren sie immer schon mehr, aber wenn bisher über die Trashmonkeys gesprochen oder geschrieben wurde, war immer wieder von der "Sixties-Kapelle mit der Orgel" die Rede. Doch mit dem neuen Werk "Favourite Enemy" dürfte sich das ändern. Zwar nutzen die Bremer noch immer die Hammond, doch eben nicht mehr nur. Der Grund dafür ist ausgerechnet Orgel-Spieler Offer.
"Offer hat sich als Multi-Instrumentalist heraus gestellt", verrät Drummer Gunnar im Interview mit Gaesteliste.de. "Er war zwar schon ein paar Jahre in der Band, aber irgendwann hat er uns gesagt, dass er auch Gitarre spielen kann. Wir haben uns dann erstmal ratlos angeguckt, aber dann hat er uns einfach was vorgespielt und das war unheimlich gut. Und so hat er sich immer mehr auch als Gitarrist und als Songwriter mit eingebracht und dadurch hat sich unser Sound so verändert. Natürlich hört man noch immer die Sixties-Einflüsse, aber es ist eben einfach nicht mehr so viel Hammond-Orgel da. Wenn du wie wir mit den letzten beiden Scheibe eine Hammond-Platte machst, klingt die automatisch wie eine Sixties-Scheibe." Das neue Werk dagegen klingt wie eine moderne, aktuelle Rock N Roll-Platte, die zwar wie Gunnar auch sagt von den Sixties beeinflusst wurde, aber auch neuere Klänge zulässt. Wobei die Trashmonkeys - neben Gunnar und Offer sind das noch Sänger und Gitarrist Andreas und Bassist Darren - nicht direkt andere Bands beeinflusst haben. Aber "man ist natürlich nicht ganz einflussfrei", sagt Gunnar. Wirkliche Namen will Gunnar nicht nennen, Freunde von Mando Diao oder der Caesars dürften aber an diesem Werk ihre helle Freude haben. "Als wir vor zehn Jahren angefangen haben, hatten wir noch Scheuklappen auf und Bock auf Sixties-Punk. Punkt. Heute aber sind viele andere Sachen möglich. Ich hätte zwar meine Probleme mit Rap, aber sonst haben wir inzwischen keine Grenzen mehr. Das macht das Ganze ja auch viel interessanter", sagt Gunnar. Doch auch weiterhin sollte der ein oder andere Fan der Stranglers mal ein Ohr riskieren. "Andreas und Darren hören überhaupt keine aktuelle Musik und sind daher nicht von Sachen aus dem Fernsehen beeinflusst. Die hören weiterhin ihre Soundtracks und Sixties-Kram und Darren seine Stranglers. Ich glaube, es gibt keinen Menschen auf der Erde, der so häufig wie er die Stranglers gehört hat. Unerträglich! Ich dagegen bin sehr offen und höre auch viel elektronische Musik. Mit einem anderen Kollegen habe ich zum Beispiel den Remix von 'Song No. 1' gemacht. Ich höre mir auch viel Pop-Kram an und könnte es nicht ertragen, nur eine Richtung zu hören." Vielleicht ist es diese Mischung, die aus den Trashmonkeys diese aufregende Band macht, die mehr als nur "Attitudes In Stereo" zu bieten hat. 13 Tracks haben es auf das Album geschafft und hinter jedem einzelnen steht jeder der vier Mitglieder. "Wir schreiben gemeinsam und arbeiten zusammen an den Songs. Wenn einem von uns der Song dann aber nicht gefällt, wird er auch nicht weiter verfolgt." Aufgenommen wurde die Platte in mehreren Schritten. Denn nachdem bereits 16 Songs fertig waren, entschied sich die Band für's Weitermachen. "Wir waren der Meinung, dass wir es noch besser machen können. Also gingen wir für eine Woche ins Ton Steine Scherben-Haus und haben dort tatsächlich noch fünf Songs geschrieben, von denen es dann auch vier auf das Album geschafft haben."
Dieses ist nun fertig und erweist sich als ungemein abwechslungsreiches, aber doch homogenes Werk, das man immer wieder hören kann und das sowohl im Club als auch zu Hause funktioniert. Ob die oben erwähnte Hit-Single oder der Remix, das Violent Femmes-Cover "Gone Daddy Gone" oder jeder andere Track - die Trashmonkeys machen sich ganz sicher keine Feinde, sondern dürften viele neue Freunde finden. Mit dem neuen alten Sound. Die erste Feuerprobe bestand dieser bereits auf Tour. Schon lange vor der Veröfffentlichung des Albums tourten die Bremer durch die Lande und stellten auch schon neue Songs vor. "Es ist immer eine aufregende Sache, neue Songs erstmals auch auf Tour zu spielen", sagt Gunnar. "Bei den alten Sachen weiß man ja, wie die Leute abgehen, bei den neuen dagegen waren wir uns natürlich nicht ganz sicher. Doch bald haben wir festgestellt, dass auch die richtig abgehen. 'Attitudes...' und 'Favourite Enemy' sind richtige Brecher, und auch 'Got Something' zum Beispiel funktioniert. Positiv überrascht hat mich, dass 'Simple Story' so gut geklappt hat, denn ich hatte die Befürchtung, dass der Song zu schwer wäre. Mittlerweise spielen wir sieben, acht neue Songs und ich denke, wenn die Leute die Platte kennen, werden wir noch mehr spielen." Auch dann werden die Trashmonkeys jede Bühne rocken und keiner wird sich ihrer Energie und ihrer Leidenschaft entziehen können. Sind sie nämlich schon auf Platte toll, toppen sie auf der Bühne das Ganze noch mal. "Das hören wir öfter", sagt Gunnar. "Aber das ist okay, denn es ist einfach wahnsinnig schwer, diese Roughness von der Bühne auf die Platte zu bringen, wobei ich der Meinung bin, dass das uns dieses Mal schon besser gelungen ist. Doch ganz wird das nie klappen, denn es sind da eben noch vier Typen auf der Bühne, die sich verrenken, dann ist alles laut und alles knarrzt und wenn du das alles auf eine Platte packen willst, musst du Kompromisse machen. Denn ich finde, eine Platte muss laut, aber auch leise funktionieren. Und unsere letzten Platten waren meiner Meinung nach nicht gut genug aufgenommen, so dass man sie nicht ganz laut hören könntest." Das neue Album kann man laut hören. Sogar sehr. Und auch leise, da hat Gunnar schon Recht. Aber es sei verraten: Laut macht noch mehr Spaß. "Wir haben viel, viel aufwendiger aufgenommen und viel mehr ausprobiert. In der Vergangenheit haben wir Alben innerhalb von zwei Wochen aufgenommen und diesmal haben wir uns viel mehr Zeit genommen. Manche Songs haben wir live und manche nach und nach aufgenommen. Wir mögen es zwar lieber live, weil dann die Energie am besten rüber kommt, bei manchen Nummern sind aber die Übersprechungen zu groß, dass wir davon Abstand nehmen mussten."
Abstand nehmen können die Jungs nun langsam auch von ihren Jobs. "Für uns ist es ein Erfolg, dass wir von der Musik leben können", sagt Gunnar. "Davon haben wir immer geträumt." Und danach sah es anfangs gar nicht aus. Denn der Drummer erzählt die Geschichte vom Vorgänger von "The Maker", der via Acid Jazz in England und Italien, nicht aber in Deutschland veröffentlicht wurde. Auch hielt sich das Label nicht an Absprachen und dachte nicht daran, die Band regulär zu bezahlen. "Eigentlich müssten wir die Hunde verklagen", sagt Gunnar. "Aber wir haben uns dagegen entschieden. Denn wer hat darauf schon Bock? So gibt es die Band in Deutschland eigentlich erst ab 2004." Damals kamen sie zu Lado und mit denen sind sie glücklich. "Denn das sind Leute, mit denen kann man sich auch mal streiten, was durchaus fruchtbar ist und was wir absolut begrüßen. Der Lado-Boss sagt immer: 'Gunnar, eine gute Platte muss weh tun!' Und diese Platte tat weh! Denn wir haben uns ein halbes Jahr den Arsch dafür aufgerissen!"

Video "Attitudes In Stereo"

Weitere Infos:
trashmonkeys.net
www.trashmonkeys.lado.de
de.wikipedia.org/wiki/Trashmonkeys
www.myspace.com/trashmonkeys
Interview: -Mathias Frank-
Foto: -Pressefreigabe-
Trashmonkeys
Aktueller Tonträger:
Favourite Enemy
(L'Age D'Or/SPV)




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