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PETE BLUME
 
Tatsächlich toll
Pete Blume
Erstmals kamen wir im Sommer 2006 mit Pete Blume in Kontakt, als sie auf dem Hurricane Festival spielen durften. Schon damals hatten die Nordlichter einige Jahre auf dem Buckel, bereits 2003 veröffentlichte man eine erste, zwei Jahre später eine zweite EP. Eine erste wirliche Platte aber erscheint erst jetzt. "Demonstieren: Sonntags!" heißt sie und der Titel verrät sie schon ein wenig. Pete Blume nämlich rocken und singen deutsch und wer jetzt an Muff Potter und Madsen denkt, der hat irgendwie Recht. Und irgendwie auch nicht.
"Wir sehen uns schon in dieser Ecke, da wir musikalisch sicherlich nicht allzu weit weg von den genannten Bands sind", gibt dann auch Pete Blume-Sänger Matte im Gespräch mit Gaesteliste.de ohne Probleme zu. "Dass wir von einigen Leuten in diese Ecke gesteckt werden, ist uns daher durchaus bewusst und auch irgendwie verständlich." Plagiats- oder Nachahmungsvorwürfe muss sich das Quintett trotzdem nicht anhören, dafür sind sie trotz ihrer Jugend zu lange dabei. Doch was ist passiert? Warum kommt die Platte genau jetzt und nicht früher oder später? Matte weiß es selber nicht so genau: "Gute Frage. Uns wurde immer mal wieder zwischendurch der kleine oder große Durchbruch prognostiziert, es wurde oft viel geredet, aber es kam dann doch nichts bei rum. Wir haben uns nicht auf alles eingelassen und so hat halt alles einfach etwas länger gedauert. Wir sind mittlerweile an dem Punkt angelangt, an dem wir sehr realistisch betrachten können, was um uns herum passiert und haben mittlerweile die Leute gefunden, die genau das Umfeld schaffen, das wir uns gewünscht haben. Jetzt gerade fühlt sich es zumindest nicht so an, dass wir besonders spät oder viel zu früh mit dem Album kommen." Der Weg war wie für die meisten Bands auch für Pete Blume ein mühseliger. Konzerte, Proben, Klinkenputzen. "Wir haben immer mal wieder Konzerte gespielt, hatten aber auch das Problem, dass ich für eine Weile in Berlin gelebt habe und Simon in Flensburg", erinnert sich Matte. "Wir haben versucht, so viel wie möglich zu spielen, die ersten Radiosender haben angefangen unsere Songs zu spielen, aber so richtig Zug kam erst im Sommer 2006 in die ganze Geschichte, nachdem wir auf dem Hurricane Festival gespielt hatten und alle fünf wieder in Hamburg sesshaft geworden sind." Auch mit dem Plattenvertrag hat es jetzt geklappt und die Band ist auf dem gleichen Label wie Ex-Gluecifer-Gitarrist Captain Poon mit seinen Bloodlights. "Es gab im Vorweg natürlich einige Gespräche mit verschiedenen Plattenfirmen und wir haben verschiedene Showcases gespielt und dergleichen. Zwischendurch haben sich immer mal 'wichtige' Leute zu Konzerten angekündigt, kamen dann aber hin und wieder doch nicht. Das war schon irgendwie ermüdend. Letzten Endes war Mate In Germany genau das Label, bei dem sofort klar war, dass es mit uns klappen würde. Menschlich und fachlich. Wir hatten einfach von Anfang an das Gefühl, dass sich da wirklich um uns gekümmert wird und dass wir da nicht eine Band von vielen sind."
Nun ist der erste große Schritt getan. Der erste volle Silberling und der ist tatsächlich teilweise großartig geworden. Schon der Opener und die erste Single "In all den Jahren" entpuppt sich als künftiger Konzert-Kracher und Wahnsinns-Ohrwurm. Einmal gehört, sofort verliebt. Mit beispielsweise "1000 Uhr" oder "Lieber weiter fern" gibt es weitere Nummern, die sich gekonnt aus dem rauen Charme der Potters, dem Witz von Madsen, der Eingängigkeit der Sportis und dem Pop von Tomte zusammen setzen und trotzdem überraschend eigenständig klingen. Ein Debüt, das Lust auf mehr macht und Pete Blume die Tür zu einer großen Karriere öffnen sollte.

GL.de: Wie fühlt es sich an, endlich seine eigene CD in der Hand zu halten?

Matte: Es fühlt sich wirklich sehr sehr gut an. Zum einen, weil es unseren Traum ein Stück weiter Wirklichkeit hat werden lassen. Zum anderen natürlich auch, weil wir wirklich viel Energie, Zeit, Kraft und Liebe in die Platte gesteckt haben. Ein gutes Gefühl, dass es nun endlich los geht.

GL.de: Jetzt kommen die Reviews und Kommentare. Habt ihr Angst vor Verrissen oder Neugierde auf die Meinung anderer?

Matte: Es überwiegt die Neugierde. Es wird sicher sehr interessant, was Leute aus unserer Musik raushören und wie sie uns wahrnehmen. Wir wünschen uns natürlich gute Kritiken und dass wir nicht bloß in die naheliegendste Schublade gesteckt werden. Einfach so wegsortiert zu werden, ohne dass man sich mit dem Album beschäftigt hätte, das fände ich dann doch etwas schade. Aber nun. Ich denke, so lange die Kritik sachlich bleibt ist alles gut.

GL.de: Was würdet ihr selbst über die Platte schreiben? Und das muss ja nicht das übliche Promo-Geschwätz sein...

Matte: Die Platte ist für uns das, was wir uns unter einer guten Rockscheibe vorstellen. Ordentlich auf die Mütze, hin und wieder ein bisschen zurückgefahren mit Raum für Ruhiges. Ehrlich und authentisch. Und reichlich Melodien. Wir sind ja Popfans. Und entsprechend sind alle Songs auf der Platte in ihrem Wesen Popsongs. Mal mehr, mal weniger offensichtlich. Allerdings hat jeder Song genügend Ecken und Kanten, um nicht ins Beliebige abzurutschen.

GL.de: Worum geht es auf "Demonstrieren: Sonntags!"?

Matte: Es geht um Liebe, das Zwischenmenschliche spielt das zentrale Moment. Es geht im Grunde um dich und mich. Um die alltäglichen Situationen, in denen man sich immer wieder behaupten muss, um den Kampf mit sich selber. Die Suche nach Orientierung. Der alltägliche Wahnsinn. Und wir mittendrin.

GL.de: Hattet ihr die Platte von Anfang an ungefähr so im Kopf oder haben sich eure Vorstellungen mit der Zeit verändert?

Matte: Wir hatten sie schon als grobe Skizze im Kopf und recht klare Vorstellungen davon, wie die Songs im einzelnen klingen sollten. Vieles kam dann natürlich noch im Studio dazu und so wurde quasi die jeweilige Skizze zum Bild verfeinert. Swen, unser Produzent, hatte auf jeden Fall schon gleich von Anfang an ein sehr gutes Gespür dafür, wie unsere Vorstellungen umzusetzen sind. Wir waren im Grunde von Anfang an auf exakt der selben Wellenlänge.

GL.de: Wie schreibt ihr eure Lieder? Alle zusammen oder als Solisten?

Matte: Das ist bei uns von Song zu Song verschieden. Die Grundideen der Songs stammen meistens von einzelnen, wobei Simon diesbezüglich etwas hervorsticht. Das Ausarbeiten an sich passiert aber immer mit allen fünf Jungs im Proberaum. Bei den Texten hingegen tobe ich mich größtenteils alleine aus. Aber auch hier ist Simon aber auch des öfteren sehr aktiv dabei. Zwei der Songs hat Simon beispielsweise getextet.

GL.de: Herrscht Demokratie im Hause Pete Blume?

Matte: Wir sind gnadenlos demokratisch. Bei fünf Leuten sind wir glücklicherweise immer mehrheitsfähig, so dass jede Entscheidung auch wirklich von der gesamten Band getragen werden kann. Das kann manchmal zwar auch schwierig sein, wenn man als einziger von einer Sache absolut überzeugt ist und der Rest der Band völlig anderer Meinung ist, letzten Endes macht es aber auch vieles einfacher und ich denke, dass es die gerechteste Variante ist.

GL.de: Habt ihr musikalische Tabus oder wird gemacht, was gefällt?

Matte: Konkrete Tabus gibt es keine. Wir probieren generell sehr gerne aus. Und das was uns gefällt, machen wir einfach. Wir sind, was die Musik betrifft, eher Bauchentscheider, als dass wir uns großartig den Kopf zerbrechen, was bei den Leuten gut und was schlecht ankommen könnte. Sprich, unser Gefühl sagt uns, wann etwas gut ist und wann nicht. Ich finde, wenn man zu verkopft ans Schreiben geht, kommt oft nur Quark dabei heraus. So geht es uns jedenfalls. Wenn es uns Spaß macht, ist der erste Schritt getan. Wenn es dann noch den Leuten gefällt, umso besser.

GL.de: Welche Rolle spielt der Indie-Gedanke innerhalb der Band?

Matte: Um ehrlich zu sein, ich finde es sehr, sagen wir 'interessant', dass wir mittlerweile fast überall als Indie-Band bezeichnet werden. Das, was früher Indie bedeutete, ist ja mittlerweile absolut wertlos geworden. Wenn ich heutzutage die Bezeichnung 'Indie' höre, dann geht's meistens eher um gehypte Neo-New Wave Bands aus UK, die von irgendeinem großen Major durch die Welt gescheucht werden. Also genau das Gegenteil von dem, was für mich Indie bedeutet. Ich verbinde damit nach wie vor Begriffe wie Sub Pop, Untergrund, das Pennen auf Matratzen beim Veranstalter des Konzerts, bei dem man am Abend vorher vor 35 Leuten gerockt hat. Indie klingt zwar schön und credibil und irgendwie nach 'in der Szene zuhause'. Aber wir verstehen uns eigentlich eher als Rockband, fünf Jungs mit Lust auf Krach, die einfach tun und machen. Was auch immer Indie heutzutage bedeuten mag. Zumindest sind wir bei einem Indielabel und die ganze Arbeit ist sehr familiär. Insofern kommt da der ursprüngliche Indie-Gedanke bei uns sehr stark zum Tragen.

Pete Blume
GL.de: Eine junge Band kann so viele Fehler machen und so viele falsche Entscheidungen treffen - habt ihr erfahrene Hilfe, die euch davor bewahren soll oder gehören Fehler eh dazu?

Matte: Mittlerweile haben wir erfahrene Menschen, die uns mit Rat zur Seite stehen. Ich glaube, keiner, der nicht Jura studiert hat, versteht die Verträge, die man als Band halt so vorgelegt bekommt. Alles was irgendwie rechtlicher Natur ist, machen wir also nicht ohne uns rückversichert zu haben. Alles andere fällt dann aber doch in den Bereich: Tu immer, was dein Herz dir sagt. Pathetisch, aber wahr. Und wenn man mal was macht, was nicht besonders toll hingehauen hat, dann weiß man beim nächsten Mal Bescheid.

GL.de: Was wollt ihr in Zukunft in Bezug auf die Band unbedingt vermeiden?

Matte: Wir sind eher die stillen Genießer und hauen ungern auf die Kacke. Wir machen lieber, als dass wir uns abends in den Club stellen und uns abfeiern lassen. Dieses ganze Egogewichse, wie ich es gerne nenne, hat für uns keinen besonders großen Wert. Das darf gerne so bleiben. Also immer schön auf dem Teppich bleiben und weiter rocken. Ansonsten versuchen wir so viel zu spielen wie möglich. Hoffentlich auch einige Festivals im Sommer. Also auf jede Bühne klettern, auf die man uns klettern lässt. Desweiteren versuchen wir Kontakt zu den Menschen zu halten, die uns unterstützen. Sei es bei MySpace oder über unsere Webseite. Da gibt es ja mittlerweile viele Möglichkeiten.

GL.de: Was bedeutet euch Erfolg? Was ist für euch Erfolg?

Matte: Erfolg definiert wahrscheinlich auch jeder von uns für sich anders. Aber ich denke, der Nenner wird sein: Genug Platten zu verkaufen, damit man ins Studio gehen kann, um ein neues Album aufzunehmen. 100 Leute in Wien auf unserer Tour wären für uns schon rein großer Erfolg. Und der wirklich große Erfolg wäre es, wenn wir es tatsächlich schaffen würden, unsere Miete von unserer Musik zu bezahlen und uns eine Weile nur auf die Musik konzentrieren zu können.

GL.de: Was würdet ihr für mehr verkaufte Platten tun? Und was niemals?

Matte: Wir würden nichts machen, was Einfluss auf unsere Musik nehmen würde. Was für Songs, wie wir klingen, worüber wir singen. Das sind Dinge, die möchten wir gerne auch weiterhin selber bestimmen. Wenn aber zum Beispiel die Bravo, die ja immer als Negativ-Beispiel herhalten muss, unbedingt über uns berichten will, dann sträube ich mich da auch nicht gegen. Ich verorte das eher unter musikalische Früherziehung.

GL.de: Was sind eure Wünsche und Hoffnungen? Gibt es konkrete Ziele?

Matte: Das große Ziel von uns ist es tatsächlich dahin zu gelangen, dass wir mit unserer Musik den Kühlschrank voll kriegen. Wir hoffen, dass wir viele Leute mit unserer Platte erreichen - die sie dann hoffentlich auch kaufen. Dass Leute zu unseren Konzerten kommen. Und dass wir eine zweite Platte aufnehmen können. Dann eine dritte. Eine bessere als die andere. Das wäre der Idealplan.

GL.de: Im März geht's auf - von Gaesteliste.de präsentierte - Tour. Was passiert da und was soll passieren?

Matte: Fünf Jungs in einem Bus mit all ihrem Kram und abends wird gerockt. Wir werden hoffentlich jeden Abend ein amtliches Brett abliefern. Man darf sich also schon mal drauf einstellen, dass es laut wird. Aber gut laut. Und gut sowieso.

GL.de: Wie darf man sich den Touralltag mit Pete Blume vorstellen? Wer ist außer den Musikern noch dabei?

Matte: Auf unserer Tour werden wir begleitet von Leo Can Dive. Da freuen wir uns auf jeden Fall schon sehr drauf. In Köln wird mein lieber Freund Pele Caster auf der Bühne stehen und in Hamburg Sixxxteen, eine sehr gute Band aus Hamburg. Ansonsten sind wir selber gespannt, wie das ganze Abenteuer abläuft. Das ist ja unsere erste längere Tour. Größtenteils wird es nur die Band sein, eventuell noch ein Mischer. Aber das ist es dann auch. Also kein großer Tross an Menschen. Statt dessen selber fahren, ausladen, einladen, sich verfahren.Das wird sicher sehr witzig.

Weitere Infos:
www.peteblume.de
www.myspace.com/peteblume
Interview: -Mathias Frank-
Fotos: -Pressefreigaben-
Pete Blume
Aktueller Tonträger:
Demonstieren: Sonntags!
(Mate In Germany/Soulfood)




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